Behörde für Schule und Berufsbildung

Gymnasiale Oberstufe Berufs- und Studienorientierung jetzt auch in der Oberstufe der Gymnasien und Stadtteilschulen

Verbindliches Konzept an allen Schulen – rund 24.000 Hamburger Oberstufenschüler profitieren

Die Schulbehörde will die Berufs- und Studienorientierung im Unterricht der gymnasialen Oberstufe deutlich stärken. Dazu wird die Berufsorientierung in der Studienstufe künftig mit mindestens 34 Unterrichtsstunden, einem Kerncurriculum mit festgelegten Kompetenzen und Inhalten sowie der Benotung der Lernleistungen verbindlich werden. Schulsenator Ties Rabe: „Nach dem Abitur beginnt für viele das große Rätselraten über den künftigen Lebensweg. Oft ist es dann zu spät für einen reibungslosen Übergang in Beruf oder Studium. Viele Abiturientinnen und Abiturienten wünschen sich schon vorher eine bessere Orientierung für ihren künftigen Lebensweg. Deshalb haben wir die guten Erfahrungen vieler Schulen jetzt zu einem klaren und verbindlichen Konzept für alle Schulen entwickelt. Die Berufsorientierung in der Oberstufe soll im jetzt neuen Schuljahr erprobt und ab dem Schuljahr 2018/19 dann an allen Studienstufen verbindlich umgesetzt werden.“

Berufs- und Studienorientierung jetzt auch in der Oberstufe der Gymnasien und Stadtteilschulen

„In den gymnasialen Oberstufen der Schulen muss kritisch hinterfragt werden, ob alle Schülerinnen und Schüler mit Abitur automatisch ein Studium starten müssen oder ob für einige die duale Ausbildung die bessere Wahl wäre“, sagt André Mücke, Vizepräses der Handelskammer Hamburg. „Auf jeden Fall müssen die Abiturienten einen besseren Überblick über alle Möglichkeiten des Berufseinstiegs bekommen.“

Josef Katzer, Präsident der Handwerkskammer Hamburg: „Das neue Konzept ist ein guter und wichtiger Schritt. Eine duale Ausbildung und ein Studium sind grundsätzlich gleichwertige Wege zu Erfolg und Karriere! Der Schulabschluss hat als Kriterium zur Entscheidung für einen beruflichen oder akademischen Bildungsweg ausgedient! Das muss den Jugendlichen künftig in allen Hamburger Schulen und in allen Klassenstufen vermittelt werden. Nur so können die jungen Menschen einen Beruf finden, der zu ihren Talenten passt. Qualifizierte Fach- und Führungskräfte werden dringend gebraucht.  Bei hoher Beschäftigungssicherheit sind im Handwerk die Verdienstmöglichkeiten gut und die Aufstiegschancen ausgezeichnet. Das ist auch für Abiturientinnen und Abiturienten hoch interessant.“ Schon jetzt sind gut 20 Prozent der Auszubildenden im Handwerk Abiturientinnen und Abiturienten.

Tatsächlich ist die Entscheidung für Abiturientinnen und Abiturienten nicht leicht. Ein Abiturient kann derzeit aus mehr als 350 Ausbildungsberufen, mehr als 17.000 Studiengängen und einer Vielzahl dualer Studiengänge auswählen. Durch die vielen Möglichkeiten, aber auch durch die dynamischen Veränderungen des Arbeitsmarktes ist eine Unterstützung durch die Erziehungsberechtigten zunehmend schwieriger geworden. Und vor dieser Frage steht inzwischen eine Mehrheit der jungen Menschen: 2016 haben in Hamburg gut 62 Prozent die Schule mit Abitur oder Fachabitur verlassen. Der Senat hat darauf reagiert: So wurde die Jugendberufsagentur eingerichtet, in der alle für den Übergang von der Schule in den Beruf wichtigen Institutionen der Stadt – Arbeitsagentur, Jobcenter, Schul- und Sozialbehörde, Bezirksämter – unter einem Dach die Jugendlichen beraten und beim Übergang von der Schule in den Beruf begleiten. Darüber hinaus wurde das Lernfeld „Berufs- und Studienorientierung“ mit festem Stundenkontingent und klarem Curriculum verpflichtend für alle Schülerinnen und Schüler der Stadtteilschule im Stundenplan der Mittelstufe verankert.

Nach diesem Vorbild sollen jetzt auch die Schülerinnen und Schüler der gymnasialen Oberstufe an Gymnasien, Stadtteilschulen und beruflichen Gymnasien gezielt auf den Übergang in Ausbildung oder Studium vorbereitet werden. So sollen alle Schülerinnen und Schüler ihre Stärken und Interessen analysieren, die Beratungseinrichtungen der Stadt kennenlernen, einen Überblick über die verschiedenen Ausbildungs- und Studienmöglichkeiten erhalten und eigene berufliche Wünsche und Karrierewege sorgfältig ausloten.

Das neue „Rahmenkonzept – Berufsorientierung in der gymnasialen Oberstufe“ ist in einem umfangreichen Kommunikations- und Beteiligungsprozess mit Schul-, Kammer-, Wirtschafts- und Hochschulvertretungen sowie Verbänden, Betrieben und Gewerkschaften abgestimmt worden.

In der heutigen Auftaktveranstaltung in der Handelskammer Hamburg mit Vertretern der Schulen, der Wirtschaft, der Verbände und Gewerkschaften  werden mögliche Varianten der Verankerung der Vorgaben im Unterricht diskutiert. Zuvor werden gemeinsam mit den Akteuren Chancen und Herausforderungen in der Umsetzung betrachtet, sowie außerschulische berufsorientierende Maßnahmen aufgezeigt, die Schulen in der Umsetzung des Aufgabenbereiches in Anspruch nehmen können.

Rückfragen der Medien

Handwerkskammer Hamburg
Ute Kretschmann, Pressesprecherin
Telefon 040 35905-227
E-Mail: ute.kretschmann@hwk-hamburg.de
Internet: www.hwk-hamburg.de


Handelskammer Hamburg
Dr. Michaela Ölschläger, stellvertretende Geschäftsführerin, Pressestelle
E-Mail: michaela.oelschlaeger@hk24.de
Telefon: 040 36138-202
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