Behörde für Schule und Berufsbildung

Umweltschutz Neue Klimaschulen für Hamburg

Stärkung der Klima-Kompetenzen der Schulgemeinschaft und reale Reduzierung der CO2-Emissionen durch den Schulbetrieb

Neue Klimaschulen für Hamburg: Vier Hamburger Schulen und eine Schule aus Kempten (Bayern) wurden im Rahmen einer feierlichen Auszeichnung im Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung (LI) erstmalig für ihre vorbildliche Arbeit im Klimaschutz das Gütesiegel „Klimaschule 2018“ überreicht. Damit steigt die Anzahl der Hamburger Klimaschulen auf 60 Schulen. Diese haben durch die Erstellung ihres schuleigenen Klimaschutzplans und die Umsetzung erster Maßnahmen bewiesen, dass gemeinsame Anstrengungen im Klimaschutz zum Erfolg führen.

Neue Klimaschulen für Hamburg

Ties Rabe, Senator der Schulbehörde, ist beeindruckt von der Vielfalt der konkreten Klimaschutzideen, die die Schulen in ihren Klimaschutzplänen für die nächsten Jahre geplant haben und konkret umsetzen wollen. „Konkrete Maßnahmen, wie die klimafreundliche Klassenreise, Energiedienste der Schülerinnen und Schüler und der stetige Ausbau von Umweltthemen in den Schulcurricula verdeutlichen, wie intensiv sich die Schulen mit dem Klimaschutz und deren Integration in den Unterricht auseinandersetzen. Ich freue mich über weitere vier Hamburger Klimaschulen und das Interesse in Bayern.“

Im Rahmen der heutigen Auszeichnungsveranstaltung würdigte Andreas Giese, Leiter der Fortbildung im Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung, die erfolgreiche Arbeit der Klimaschulen: „Durch die Klimaschutzmaßnahmen der fünf neuen Klimaschulen werden langfristig rund 850 Tonnen CO² gespart – so viel, wie mehr als 500 Pkw im Jahr ausstoßen“.

Frank Böttcher, Wettermoderator und Vorstandsmitglied der Hamburger Klimaschutzstiftung, zog in seinem Vortrag Parallelen zur Klimakonferenz in Bonn: „Es zeigt sich sehr deutlich, dass es Vorteile bringt, voran zu schreiten und mehr zu tun als der Durchschnitt. Klimaschutz lebt davon, dass einige mit Esprit vorangehen und Fakten schaffen, wo andere noch zögern. Über die Wirkung der einzelnen Klimaschutzmaßnahmen hinaus geht es in den Schulen vor allem darum, zu lernen, die auf uns zukommenden Veränderungen proaktiv und kreativ zu meistern. Klimaschulen sparen nicht nur ganz konkret CO² ein, sondern machen Klimaschutz erlebbar und erfahrbar. Sie bilden so die Gestalterinnen und Gestalter von morgen aus, Menschen, die die Welt so beeinflussen können, dass sie bleiben kann wie sie ist.“

Nach diesen Worten nahmen Vertreterinnen und Vertreter der Schulen sichtlich stolz die Urkunden entgegen und berichteten dabei von ihren bereits begonnenen Aktivitäten. So hat die Fritz-Schumacher-Schule (Langenhorn) einen gewählten Schüler-Umweltrat eingerichtet. Das Gymnasium Altona hat mit Schülerinnen und Schülern einen Energiesparwettbewerb entwickelt und in der Stadtteilschule Niendorf können die Schülerinnen und Schüler nun das Profil „Umwelt und Klimaschutz“ wählen. Das Margaretha-Rothe-Gymnasium (Barmbek-Nord) hat Mode und andere Produkte aus Reststoffen hergestellt, während das Hildegardis-Gymnasium aus Kempten (Bayern) 1.500 Bäume gepflanzt und Umwelt- und Klimathemen in den Fächern verankert hat.

Aber auch technische Maßnahmen werden in den Klimaschulen umgesetzt: Unterstützt von Schulbau Hamburg wurden beispielsweise Einstellungen von Heizungssteuerungen optimiert und Thermostate erneuert. Energiespareinstellungen von PCs und Kopierern wurden als Standard gesetzt.

Für die Schulen lohnt sich das Vorhaben in mehrfacher Hinsicht: sie werden öffentlichkeitswirksam ausgezeichnet und erhalten in begrenztem Rahmen finanzielle und personelle Unterstützung. Vor allem können sie sonst eher trockene Fachinhalte mit Praxis unterfüttern und mit dem Schulleben verknüpfen. Daten mathematisch auszuwerten macht beispielsweise deutlich mehr Spaß, wenn man sie selbst gesammelt hat und die Ergebnisse braucht, um die Luftqualität in der Klasse zu optimieren.

Die Hamburger Schulen wurden unterstützt durch das Projekt Klimaschule PLUS der Hamburger Klimaschutzstiftung. Klimaschule PLUS wird finanziert aus Mitteln des Hamburger Klimaplans und steht weiteren Schulen offen. Die städtische Hamburger Klimaschutzstiftung arbeitet seit ihrer Gründung 2008 schwerpunktmäßig in der Klimabildung. Dazu betreibt sie unter anderem das Hamburger Umweltzentrum Gut Karlshöhe.

Bereits seit 2010 können sich Hamburger Schulen für das Gütesiegel „Klimaschule“ bewerben. Ziel des Programms ist die Stärkung der Klima-Kompetenzen der Schulgemeinschaft, sowie die reale Reduzierung der CO2-Emissionen, die durch den Schulbetrieb verursacht werden. Die Schulen müssen sich alle zwei Jahre neu für eine Auszeichnung als Klimaschule bewerben und die Umsetzung ihrer Maßnahmen darlegen. Die Bewerbungen werden durch das LI Hamburg, Referat für Umwelterziehung und Klimaschutz, geprüft und eine fachkundige Kommission entscheidet über die Vergabe der Gütesiegel. Das Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung betreut und berät die Schulen nicht nur auf dem Weg zur Klimaschule, sondern auch bei der Umsetzung der durchschnittlich 40 Klimaschutz-Maßnahmen einer Schule.

„Klimaschule 2018“ - die zum ersten Mal ausgezeichneten neuen Klimaschulen im Überblick:


Stadtteilschulen
Fritz-Schumacher-Schule (Langenhorn)
Stadtteilschule Niendorf

Gymnasien
Gymnasium Altona
Margaretha-Rothe-Gymnasium (Barmbek-Nord)
Hildegardis-Gymnasium Kempten (Bayern)

 

Rückfragen der Medien
Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung
Cordula Vieth, Referat für Umwelterziehung und Klimaschutz
Tel.: 040 428842-340
E-Mail: cordula.vieth@li-hamburg.de