Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt

Ein Masterplan Klimaschutz für Hamburg

Wie kann Hamburg seine Klimaschutzziele erreichen?

Ein Masterplan Klimaschutz für Hamburg

Die Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt hat heute im Rahmen der zweiten Veranstaltung in der Reihe „Stadt im Dialog“ ein Gutachten zu einem Masterplan Klimaschutz vorgestellt. Hamburg hat ehrgeizige Ziele zur CO2 Reduktion. Bis 2020 soll gegenüber 1990 der Ausstoß von CO2 um 40 Prozent reduziert werden und bis 2050 um mindestens 80 Prozent. Das Hamburger Institut für Energie und Klimapolitik, arrhenius, hat im Auftrag der BSU ein Basisgutachten erstellt, das aufzeigt, wie die verabredeten Klimaschutzziele erreicht werden können.

Das Gutachten bestätigt zunächst die Notwendigkeit insbesondere für eine Stadt am Wasser, sich der Herausforderung des Klimawandels zu stellen. Es betrachtet die Effekte bereits beschlossener und geplanter Maßnahmen auf EU-, Bundes- und Landesebene und beschreibt, welche zusätzlichen Maßnahmen Hamburg ergreifen muss, um die Ziele zur CO2 Reduktion zu erreichen.

Laut Gutachten ist zur CO2-Reduktion in Hamburg ein Mix verschiedener Maßnahmen notwendig. Genannt wird von den Gutachtern der Umstieg auf erneuerbare Energien, die energetische Sanierung von Gebäuden, eine CO2-arme Fernwärmeversorgung und eine effizientere Mobilität. Den Schwerpunkt bei der Sanierung sieht das Institut bei großen Wohn- und Nicht-Wohngebäude, die vor 1979 errichtet wurden. Im Verkehrsbereich sehen die Gutachter den größten Handlungsbedarf bei einem weiteren Ausbau des ÖPNV, der Infrastruktur für das Fahrrad und der Verlagerung des Güterverkehrs auf die Schiene.

Umweltsenatorin Anja Hajduk sagte bei der Vorstellung des Gutachtens: „Klimaschutz kann keine Stadt alleine umsetzen. Aber insbesondere solange klare internationale Vereinbarungen fehlen, müssen gerade die großen Städte, in denen fast 80 Prozent des globalen Treibhauseffektes verursacht wird, ihrer Verantwortung gemeinsam gerecht werden. Das Gutachten zeigt uns Wege auf, wie wir die Hamburger Klimaschutzziele erreichen können. Welche Vorschläge der Gutachter wir tatsächlich umsetzen werden, wird Ergebnis der weiteren Diskussionen sein.“

Zusammenfassung aus dem Gutachten:

Hamburg hat sich das Ziel gesetzt, seine energiebedingten Kohlendioxid-Emissionen bis 2020 um 40 Prozent gegenüber dem Niveau von 1990 zu verringern. Dazu muss es den jährlichen CO2-Ausstoß gegenüber dem Stand von 2006 um 5,5 Mio. Tonnen verringern.

Das Basisgutachten zum Masterplan Klimaschutz für Hamburg zeigt auf, dass bei konsequenter Umsetzung der bestehenden Regelungen zum Klimaschutz auf Ebene der EU, des Bundes und Hamburgs im Jahr 2020 3,9 Mio. t CO2 weniger ausgestoßen werden als 2006. Darin enthalten ist die Minderung von 0,3 Mio. t, die in 2007 erzielt wurde. Die größten Beiträge in diesem Referenzfall leisten die steigende Nutzung erneuerbarer Energien bei der Stromerzeugung in ganz Deutschland (2,0 Mio. t), die energetische Sanierung von Gebäuden in Hamburg (1,1 Mio. t) sowie effizientere PKW und LKW (0,7 Mio. t).

Es verbleibt für das Jahr 2020 eine Lücke von weiteren 1,6 Mio. t CO2, die durch zusätzliche Maßnahmen und Instrumente geschlossen werden muss. Den größten Beitrag von bis zu 0,45 Mio. t kann dabei die Fernwärmeversorgung leisten, wenn sie künftig CO2-arm, d.h. ohne den Einsatz von Steinkohle, erfolgt. Im vorgeschlagenen Maßnahmenbündel trägt die energetische Sanierung der Gebäude in Hamburg weitere 0,22 Mio. t zur Minderung bei, die CO2-arme Bereitstellung des Restwärmebedarfs 0,06 Mio. t. Einen Schwerpunkt bei der Sanierung müssen die großen Wohn- und Nicht-Wohngebäuden bilden, die vor 1979 errichtet wurden. Sie sollten mindestens auf das heute gültige Niveau für Neubauten gedämmt und mit einer kontrollierten Lüftung mit Wärmerückgewinnung ausgestattet werden. Für die Deckung des Restwärmebedarfs sollte auf erneuerbare Energien einschließlich der Nutzung von Umgebungswärme mit Hilfe von Wärmepumpen zurückgegriffen werden.

Die Verringerung des PKW- und LKW-Verkehrs in der Stadt kann 0,38 Mio. t CO2 im Jahr vermeiden. Wichtigster Ansatzpunkt sind dabei PKW-Fahrten von mehr als 5 Kilometern Länge. Da Änderungen im Verkehrssektor sehr komplex sind, sollte Hamburg und die Metropolregion ein langfristiges Leitbild für die Mobilität und Mobilitätsentwicklungspläne erarbeiten.

Weitere Beiträge leisten die nochmalige Steigerung der Effizienz beim Stromverbrauch und bei der Prozesswärme gegenüber dem Referenzfall (je 0,1 Mio. t). Darüber hinaus kann der freiwillige Bezug von grünem Strom in Hamburg helfen, den Ausstoß von 0,25 Mio. t CO2 im Jahr zu vermeiden.

Die Handlungsmöglichkeiten von Bundesländern und Kommunen werden durch eine Vielzahl von internationalen und nationalen Regelung eingeschränkt. Die zentralen Instrumente auf Landesebene sind die wirksame Beeinflussung der Bürger Hamburgs hin zu einem energieeffizienten Verhalten, eine anspruchsvolle und zukunftsorientierte Planung der künftigen Siedlungs- und Verkehrsinfrastruktur sowie ordnungsrechtliche Vorgaben zu deren energetischer Qualität. Hinzu kommt die Vorbildfunktion der Stadt bei der Umsetzung von Maßnahmen in allen Bereichen, in denen Hamburg Planungs- und Umsetzungsfreiheit hat, wie z.B. der Sanierung landeseigener Gebäude oder der Beschaffung von Geräten und Fahrzeugen für die Verwaltung.

Das gesamte Gutachten finden Sie als Download am Ende der Seite oder im Internet unter www.hamburg.de/stadt-im-dialog

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