Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen

Hintergrund So kommen die Wohnungsbauzahlen zustande

10.000 neue Wohnungen pro Jahr auf den Weg zu bringen ist das Ziel von Senat und Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen. Dafür ist es unerlässlich, die tatsächlichen Zahlen und ihren Verlauf im Blick zu behalten. Hier erklären wir, wie Hamburgs Wohnungsbauzahlen zustande kommen – und wieso die Zahlen des Statistikamts Nord davon abweichen können.

Erläuterung der Wohnungsbauzahlen

Die Bilanz der Wohnungsbaupolitik des Senats kann sich – auch im bundesweiten Vergleich – sehen lassen. Hamburgs Wohnungsbaugenehmigungen, nach Bezirken und Vorbehaltsgebieten (Mitte Altona, HafenCity) aufgeschlüsselt:

Bezirk

2011201220132014201520162011
-2016
Altona

1.090

1.856

1.561

1.316

1.626

1.472

8.921

Bergedorf

6224696265725888693.746
Eimsbüttel8791.2231.3131.0261.0811.2906.812
Hamburg-Mitte8131.0041.4171.5571.1621.0487.001
Hamburg-Nord1.8102.0232.7862.6451.4911.93712.692
Harburg2977447589227221.1354.578
Wandsbek1.2461.3741.6692.5322.0453.01511.881
Vorbehaltsgebiete54381983878451.7053.227
Summe6.8118.73110.328 10.9579.560 12.47158.858

Diese Zahlen werden sorgfältig erhoben und regelmäßig aktualisiert veröffentlicht. Im „Vertrag für Hamburg – Wohnungsneubau“ ist geregelt, dass die Bezirksämter die Zahl der genehmigten Wohnungen zum Fünften eines jeden Monats Staatsrat Matthias Kock als dem Wohnungsbaukoordinator übermitteln. Bei den von den Bezirken gemeldeten Zahlen handelt es sich um die Summe der erteilten Baugenehmigungen. Zwischen diesen Zahlen und denen, die vom Statistikamt Nord monatlich bereitgestellt werden, kann es zu Differenzen kommen, die auf unterschiedliche Zählweisen zurückzuführen sind.

Was unterscheidet die Erhebungen der Bezirke und des Statistikamts?

  1. Das Statistikamt Nord weist gemäß den bundesgesetzlichen Vorgaben bei der „Schaffung neuer Wohnungen durch Baumaßnahmen in bestehenden Gebäuden“ Wohnungszugänge saldiert aus, zieht also weggefallene Wohnungen von den neu geschaffenen ab.
    Baumaßnahmen in bestehenden Gebäuden sind z. B. Anbauten, Aufstockungen, (Dachgeschoss-) Ausbauten, Wohnungs-Zusammenlegungen und -teilungen sowie Umwandlung von Räumen, die bisher nicht Wohnzwecken dienten. Ausnahme: Bei neuen Wohnungen in einem Neubau weisen das Statistikamt Nord wie auch die Bezirke unsaldierte Zugangszahlen aus. Wohnungen, die in einem alten Gebäude wegfallen, weil ein neues Gebäude entsteht, werden in einer separaten Statistik festgehalten.
  2. Die Zahlen des Statistikamts Nord beruhen auf den von den Bauherren auszufüllenden Statistikbögen, deren Rücklauf – trotz gesetzlicher Verpflichtung – bisher nicht immer vollständig erfolgte.
  3. Weitere Abweichungen ergeben sich aus der zeitlichen Differenz zwischen Erteilung der Baugenehmigung, dem Ausfüllen beziehungsweise Versand der Statistikbögen und deren statistischer Erfassung. Diese Abläufe beanspruchen oft mehrere Monate. Darum sind die Zahlen der Bezirke verfahrensbedingt automatisch aktueller als die des Statistikamts, dessen Ergebnisse im Jahresverlauf deutlich später vorliegen.

Zusammenfassend lässt sich sagen: Praktiziert werden bei der Erfassung der neu geschaffenen Wohnungen zwei unterschiedliche Zählweisen, die beide ihre Berechtigung haben.

  • Die Zahlen der Bezirke und des Senats beschreiben das Gesamtvolumen des Wohnungsbaus in Hamburg. 
  • Die Zahlen der amtlichen Statistik hingegen berücksichtigen die Veränderungen des Wohnungsbestands, zum Beispiel entfallender Wohnungen (bei Baumaßnahmen an bestehenden Gebäuden). Sie eignen sich besonders für eine Einschätzung der zu erwartenden Entwicklung des Wohnungsbestands.