Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen

Partizipation Forschen für mehr Bürgerbeteiligung

Start des Verbundprojekts „Civitas Digitalis“ in Hamburg und Kassel

Seit Februar 2017 arbeiten die Freie und Hansestadt Hamburg und die Universität Hamburg zusammen mit der Stadt Kassel, der Universität Kassel und der fortiss GmbH (An-Institut der Technischen Universität München), am Projekt „Civitas Digitalis“. Ziel des Projekts ist es, Bürgerinnen und Bürger mit den technischen Möglichkeiten, die neue Medien bieten, besser an den Veränderungen und Entwicklungen in der Stadt zu beteiligen.

Forschen für mehr Bürgerbeteiligung

Immer mehr Hamburgerinnen und Hamburger möchten sich digital über die Angebote in der Stadt informieren und sich mit ihren Anregungen und Wünschen einbringen. Digitale Plattformen sind dabei eine Möglichkeit für die Verwaltung, die Bürgerinnen und Bürger direkt zu erreichen.

Das Forschungsprojekt „Civitas Digitalis“ setzt an dieser Stelle an: Die Bürgerbeteiligung soll durch das Projekt vor allem in der Stadtentwicklung besser mit digitalen Werkzeugen unterstützt werden. Dazu zählen interaktive Geodatenanwendungen zur Visualisierung von Plänen und Projekten, die durch sogenannte Open-Government-Daten (z.B. Geofachdaten, Statistiken, Messdaten) ergänzt werden. Interessierte können sich komfortabel und detailliert über Planungen und Bauvorhaben informieren und präzise und direkt ihr Feedback abgeben. Die Möglichkeit zur frühen Bürgerbeteiligung und aktiven Mitgestaltung der städtischen Umwelt wird so gestärkt, für Bürgerinnen und Bürger ebenso wie für Organisationen und Unternehmen.

Die Plattform „Civitas Digitalis“ soll die Ergebnisse des Forschungsprojekts in einer integrierten Internetplattform zusammenführen. Diese ermöglicht es, unterschiedliche Beteiligungsformate zur Entwicklung von Dienstleistungen für die Stadt der Zukunft durchzuführen und zu steuern.

Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen, Frau Dr. Dorothee Stapelfeldt: „Die Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger bei der Entwicklung unserer Stadt ist für mich sehr wichtig. Die Digitalisierung bietet der Verwaltung dabei neue Chancen, diese zu verbessern und zu erweitern – über die üblichen Beteiligungsformate wie Bürgerworkshops, Ideenwerkstätten und Plandiskussionen hinaus. Ich freue mich, dass wir durch das Forschungsprojekt Civitas Digitalis unser erfolgreich eingeführtes Online-Beteiligungswerkzeug der Stadtwerkstatt weiterentwickeln und fit machen können für eine Stadtentwicklung, in der bereits Vorhandenes neu miteinander kombiniert und vernetzt wird.“

Prof. Dr. Eva Bittner, Projektleitung, Universität Hamburg: „Wir erleben derzeit eine steigende Bereitschaft zur Mitgestaltung bei der Erstellung und Erbringung von Dienstleistungen (Ko-Kreation) sowie zur gemeinschaftlichen Nutzung von Ressourcen und Angeboten (Sharing) in der Gesellschaft. Mit Hilfe digitaler Vernetzung haben wir die Chance, mehr Bürger intensiver einzubinden, um neue und qualitativ hochwertige Dienstleistungen, Infrastrukturen und Projekte entstehen zu lassen, die die Bedürfnisse der Bürger befriedigen. Diese können die Gemeinschaft stärken, negativen Auswirkungen der demografischen Entwicklung entgegenwirken und somit lebenswertere und zukunftsfähigere Lebens-, Arbeits- und Aufenthaltsräume schaffen.”

Rolf-Werner Welzel, Geschäftsführer des Landesbetriebs Geoinformation und Vermessung: „Geodaten sind immer dann im Spiel, wenn Informationen einen Raumbezug haben. Auf ihrer Basis entstehen Bebauungspläne, Wettervorhersagen, Naturschutzprojekte und vieles mehr. Digitale Geodaten ermöglichen aber auch ganz neue Formen von digitaler Bürgerbeteiligung, von der Stadt und Bürger profitieren: Die Bürger bekommen mehr Möglichkeiten, die Stadt, in der sie leben, selbst mitzugestalten, und die Stadt kann das Wissen und die Kreativität von fast zwei Millionen Bürgerinnen und Bürgern besser für ihre Entwicklung erschließen.“

Hintergrund: „Civitas Digitalis“
Das Projekt „Civitas Digitalis“ wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Förderschwerpunkt „Smart Service Stadt: Dienstleistungsinnovationen für die Zukunftsstadt“ gefördert. Es umfasst eine Gesamtlaufzeit von drei Jahren und ein Forschungsvolumen von 2 Millionen Euro. Die Freie und Hansestadt Hamburg ist neben der Stadt Kassel Projektpartner – hier finden unter der Federführung der Universität Hamburg in Kooperation mit der Stadt die Entwicklung und Erprobung des Projekts statt. Die Ergebnisse werden direkt in digitale Applikationen wie beispielsweise das Online-Beteiligungstool integriert. Die Projektleitung liegt bei der Universität Hamburg, Prof. Dr. Eva Bittner.

 

Informationen und Ansprechpartner zum Projekt finden Sie online unter https://civitas-digitalis.informatik.uni-hamburg.de.


 

Rückfragen der Medien

Pressestelle der Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen

Constanze von Szombathely

Telefon: (040) 428 40 – 2051

E-Mail: pressestelle@bsw.hamburg.de

 

 

Universität Hamburg

Fakultät für Mathematik, Informatik und Naturwissenschaften

Prof. Dr. Eva Bittner

Telefon:  (040) 428 83 – 2409

E-Mail: bittner@informatik.uni-hamburg.de