Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen

Brandschutz Hochhaus-Fassaden werden überprüft

Brandschutz bei Fassadendämmungen soll sichergestellt werden

Aufgrund des Hochhausbrandes in London haben die Feuerwehr Hamburg und die Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen vereinbart, die Fassadendämmung aller Hochhäuser in Hamburg zu überprüfen. In den kommenden Tagen wird das Amt für Bauordnung und Hochbau daher alle  Eigentümer von Hochhäusern anschreiben und bitten, die am Gebäude verbaute Fassadendämmung im Hinblick auf die Nichtbrennbarkeit zu überprüfen und innerhalb von vier Wochen eine Rückmeldung zu geben.

Hochhaus-Fassaden werden überprüft

Senatorin Dr. Dorothee Stapelfeldt: „Der schreckliche Brand in London hat uns alle erschüttert. Viele Menschen mit Wohnungen in Hochhäusern sind besorgt, ob ihre Hochhäuser insoweit sicher sind. Für Hochhäuser gilt in Deutschland seit langem der Grundsatz, dass Fassaden und Fassadendämmungen nicht brennbar sein dürfen. Gleichwohl wollen wir alles dafür tun, dass ein solches Unglück wie in London in Hamburg nicht geschehen kann. Um solche Fälle ausschließen zu können, werden wir alle Besitzer von Hochhäusern kontaktieren und, wo dies nötig ist, auch die Hochhäuser kontrollieren. Nur so können wir eine Gefährdung ausschließen und auch den Bewohnerinnen und Bewohnern die Sicherheit geben, die sie brauchen.“

In den kommenden Tagen werden alle Besitzer von Hochhäusern in Hamburg angeschrieben und gebeten, innerhalb einer Frist von vier Wochen die Fassaden an ihren Hochhäusern auf Nichtbrennbarkeit zu prüfen und dies schriftlich der Behörde zu melden.

Falls sich dabei herausstellt, dass bei einzelnen Gebäuden brennbare Materialien an der Außenwand verbaut sind, wird die Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen mit der  Feuerwehr das Brandschutzkonzept des Gebäudes erneut überprüfen. Sollten entweder bei der Rückmeldung der Eigentümer oder vor Ort Mängel im Brandschutz festgestellt werden, wird die jeweils zuständige Bauaufsichtsbehörde die notwendigen Maßnahmen zur Gefahrenabwehr ergreifen.

Insgesamt gibt es in Hamburg 611 Hochhäuser. 230 davon sind reine Wohnhäuser, 285 Bürogebäude und 96 haben eine Mischnutzung aus Wohnen und Gewerbe.

 

Brandschutz bei Hamburger Hochhäusern

Als Hochhäuser werden nach § 2 der Hamburgischen Bauordnung Gebäude bezeichnet, bei denen der Fußboden des obersten Geschosses mehr als 22 Meter über der Geländeoberfläche liegt (ab neun Geschossen).

Die 611 Hamburger Hochhäuser werden alle fünf Jahre nach der Brandverhütungsschauverordnung von der Feuerwehr geprüft. Außerdem werden die technischen Anlagen in Hochhäusern alle drei Jahre nach der Prüfverordnung durch Prüfsachverständige geprüft.

Die Anforderungen, die in Hamburg regelhaft an alle neu zu errichtenden Hochhäuser gestellt werden, orientieren sich an der auf Bundesebene erarbeiteten Musterhochhausrichtlinie. Danach müssen u.a. alle tragenden und aussteifenden Bauteile eines Hochhauses (wie z.B. Wände, Stützen, Decken) feuerbeständig ausgebildet sein. Außenwände müssen in allen ihren Teilen aus nichtbrennbaren Baustoffen bestehen. Hinsichtlich der Führung von Rettungswegen müssen in Hochhäusern bis zu 60 m Höhe zwei Treppenräume, in Hochhäusern mit mehr als 60 m Höhe müssen Sicherheitstreppenräume ausgebildet werden, in die kein Feuer und Rauch eindringen kann. Für zügige Rettungs- und Löschmaßnahmen müssen Hochhäuser mit einem Feuerwehraufzug und Wandhydranten in jedem Geschoss ausgestattet werden.

 

Rückfragen der Medien

Dr. Magnus-Sebastian Kutz | Pressestelle

Telefon: (040) 428 40 – 2051

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