Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen

Sprung über die Elbe Das Gebäude der Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen

Es war der erste große Behördenumzug seit 2001, als die Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt im Juli 2013 von der Stadthausbrücke in der Innenstadt an die Neuenfelder Straße in Wilhelmsburg zog. Gemeinsam mit dem Landesbetrieb Geoinformation und Vermessung (LGV) wagten damit rund 1.500 Beschäftigte den "Sprung über die Elbe" in eines der modernsten Gebäude der Stadt. Nicht nur optisch setzt der Bau dabei neue Standards: Auch in Sachen Energieeffizienz übernimmt das Behördengebäude eine Vorreiterrolle.

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Neubau der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt in Wilhelmsburg

Nachhaltiger Bau: Ökologie - Ökonomie - Funktionalität

Das neue Gebäude erreicht den sogenannten KW70-Standard, d.h. es verbraucht pro m² nur 70 Kilowattstunden Primärenergie im Jahr. Zum Vergleich: Ungedämmte Häuser benötigen bis zu 300 KW. Dieser Primärenergiebedarf ist für die Bewertung der Energieeffizienz eines Gebäudes besonders entscheidend: Neben der Energie, die für Heizung und Warmwasser benötigt wird, werden hierfür auch die Verluste berechnet, die von der Gewinnung des Energieträgers an seiner Quelle über die Aufbereitung in einem Kraftwerk oder einer Raffinerie und dem Transport bis zum Gebäude anfallen.

Viele Details tragen dazu bei, dass dieser hohe Standard erreicht werden kann: Das Gebäude hat ein ausgeklügeltes Be- und Entlüftungssystem mit Wärmerückgewinnung. In allen Räumen sind „Thermoaktivdecken“ eingezogen, die über eingelegte Leitungen sowohl wärmen als auch kühlen können. Die Beleuchtung der Büros kann entweder individuell gesteuert werden oder läuft über Präsenzmelder automatisch. Der Sonnenschutz ist in die Außenfassade integriert. Die Hälfte der rund 1.600 Bohrpfähle im weichen Untergrund der Elbinsel zapfen Geothermie an.

Für all das hat das Gebäude bereits im Vorfeld das Zertifikat in Gold der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen bekommen.

Symbol für Offenheit und Transparenz

Der Entwurf der Berliner Architekten Sauerbruch Hutton und der Ingenieursgesellschaft INNIUS RR aus Rosbach, die 2009 als Sieger aus dem europaweiten Wettberwerb herausgegangen waren, steht neben klimagerechtem Bauen auch für Transparenz und Offenheit. Alle Gebäude sind im Inneren durch eine sogenannte "Erschließungsstraße" miteinander verbunden, die die Kommunikation zwischen den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern erleichtern soll. Bis auf das Hochhaus verfügt jedes der sieben weiteren Häuser über ein offenes Atrium, das die Orientierung in der insgesamt 60.000 Quadratmeter großen Behörde erleichtert und viel Tageslicht hereinlässt.

Aber nicht nur im Inneren will die Behörde optimal vernetzt sein, sondern sich auch für den Stadtteil öffnen: Das zentrale Foyer am Fuß des Hochhauses ist als große Forum konzipiert und steht jedem offen. Das hier ausgestellte Stadtmodell zeigt die Hamburger Innenstadt. Auch das Personalrestaurant steht Besucherinnen und Besuchern offen.

Weitere Informationen zum Stadtmodell

Teil der Internationalen Bauausstellung 2013

Das Gebäude, das von der Hamburger Sprinkenhof AG realisiert wurde, war Teil der Internationalen Bauaustellung (IBA). In über 60 Projekten zeigte die Ausstellung auf den Elbinseln "Wege zur neuen Stadt" auf. Mit der neuen Wilhelmsburger Mitte wurde dabei aus einer ehemaligen Brachfläche ein neues Stadtquartier erschaffen, auf dem sich neben vielen IBA-Bauten auch das Gelände der internationalen gartenschau 2013 befindet.