Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen

Geplanter Neubau Aktueller Stand zum Deutschlandhaus vorgestellt

In zentraler Lage am Gänsemarkt soll ein Neubau das Bestandsgebäude des  Deutschlandhauses ersetzen. Der ursprüngliche Bau wurde im Laufe der Jahre stark umgestaltet und weicht von der ursprünglichen Gestaltung von 1929 deutlich ab. Umfangreiche Prüfungen haben 2015 gezeigt, dass heutige Anforderungen an die Arbeitsplatzqualitäten im Bestandsgebäude nicht realisierbar sind. Das heutige Gebäude soll deshalb durch einen Neubau ersetzt werden. Der orientiert sich dabei an den städtebaulichen und architektonischen Themen des historischen Deutschlandhauses von 1929, ohne es aber zu kopieren. Es entstehen Flächen für Büros, Wohnungen sowie Einzelhandel und Gastronomie. Der Baubeginn ist für Anfang 2019 geplant.

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Aktueller Stand zum Deutschlandhaus

Oberbaudirektor Franz-Josef Höing: „Ganz ohne Zweifel war das Deutschlandhaus von 1929 ein für Hamburg und darüber hinaus bedeutsames Gebäude: Es gehörte zu den Bauten, die sich am ‚Neuen Bauen‘ orientierten und es entsprach in seiner Konzeption und Nutzung den damals modernsten Ansprüchen. Es prägte die Eckansicht vom Gänsemarkt zum Dammtor und Valentinskamp. Der Neubau des Gebäudes greift das Konzept und die Proportionen des Deutschlandhauses erneut auf, betont die Horizontalität mit einer starken Bänderung, staffelt sich nach oben zurück und reagiert wieder mit einer markanten Eckausrundung auf das benachbarte Gebäude der Finanzbehörde von Fritz Schumacher.“Damit die Qualität des Bauvorhabens sichergestellt ist, hat der Eigentümer ein Workshopverfahren durchgeführt, das das Architektenbüro Hadi Teherani Architects für sich entscheiden konnte. Der vorgelegte Entwurf wurde in mehrfachen Arbeitsschritten noch einmal qualifiziert. Dabei wurden die wesentlichen Elemente des originalen Deutschlandhauses in einen Neubau übersetzt, der vergleichbare Qualitäten hinsichtlich der Gestaltung und Nutzung aufweist. 

Die Weiterentwicklung haben Oberbaudirektor Höing und Landeskonservator Andreas Kellner mit dem  Bezirksamt Hamburg-Mitte eng begleitet und gemeinsam mit den Architekten wieder an die Qualitäten des Ursprungsbaus anknüpfen können, ohne dass der Neubau zu einer Rekonstruktion des Originals wird.

Hadi Teherani, geschäftsführender Gesellschafter des Architekturbüros Hadi Teherani Architects: „Zwei Aspekte waren uns besonders wichtig: Den Geist des Ortes zu erhalten und gleichzeitig ein neues Gebäude im Sinne der Tradition der Hamburger Kontorhäuser, welches den Anforderungen unserer Zeit entspricht, zu entwerfen.“ 

Das Denkmalschutzamt hatte seit den massiven Umbauten von 1978/1983 die Frage einer Denkmaleigenschaft für das Deutschlandhaus mehrfach zu prüfen. Auch Fragen des Umgebungsschutzes wurden dabei betrachtet. Im Ergebnis konnte eine Denkmaleigenschaft nicht festgestellt werden. 

Andreas Kellner, Leiter des Denkmalschutzamts: „Zu einer Zeit, als der neuzeitliche Denkmalschutz in Hamburg wie auch woanders noch in den Kinderschuhen steckte, wurde das Gebäude durch Entkernung und Austausch seiner kompletten Fassade weitgehend seiner Originalsubstanz beraubt. Spätere Überprüfungen haben deshalb regelmäßig dazu geführt, dass keine Eintragung in die Denkmalliste erfolgte. Dem Erinnerungsbedürfnis der Hamburgerinnen und Hamburger an die außerordentlich schöne und prägende Gestalt des Ursprungsbaus wird mit diesem Entwurf für einen Neubau aber auch ohne Denkmalschutz eine große Referenz erwiesen." 

Seit 2014 gehört das Deutschlandhaus der ABG-Unternehmensgruppe, die den Neubau entwickelt.

Thomas Hohwieler, Sprecher der ABG-Geschäftsführung: „Wir wollen die charakteristische städtebauliche
Situation des Deutschlandhauses in seiner anfänglichen Gestaltung an dieser prominenten Stelle Hamburgs erhalten. Der Entwurf von Hadi Teherani nimmt die einstige Anmutung des im Krieg teilweise zerstörten Gebäudes auf und setzt auf höchste Qualität. Wir sind daher überzeugt, dass das neue Deutschlandhaus einen wichtigen Impuls an diesem prominenten Standort setzen kann.“ 

Hintergrund: Deutschlandhaus

An prägnanter Stelle am Gänsemarkt errichteten die Architekten Fritz Block und Ernst Hochfeld im Jahre 1929 das Deutschlandhaus. Mit seinem Ausdruck einer funktional orientierten Architekturauffassung stand es in der Reihe von Gebäuden des „Neuen Bauens“. Mit einem Kino, Geschäftsflächen und flexiblen gestaltbaren Räumlichkeiten in den oberen Stockwerken setzte das Deutschlandhaus Maßstäbe für eine moderne Architektur in Hamburg. 

Während des Zweiten Weltkriegs wurde das Gebäude, insbesondere das Kinotheater schwer beschädigt. In den 1950er Jahren erfolgten Umbauarbeiten nach der Rückgabe durch die britische Besatzungsmacht. Zwischen 1978 und 1983 ist das Gebäude durch Grundsanierungen erneut stark verändert worden. So wurden beispielsweise sämtliche Fassaden an den Straßen- und Hofseiten abgebrochen und erneuert. Innerhalb der Stockwerke blieb nur die Stahlskelettkonstruktion mit Teilen der dazwischenliegenden Deckenfelder erhalten. Das äußere Erscheinungsbild und die innere Struktur sind deutlich verändert worden und stehen damit in einem Widerspruch zu dem Entwurfgedanken des „Neuen Bauens“. 

Der geplante Neubau greift die traditionellen Strukturen des ursprünglichen Gebäudes stärker auf und betont gleichzeitig seine Eigenständigkeit und Innovationskraft. Der Neubau umfasst rund 40.000 Quadratmeter Bruttogrundfläche. Diese teilen sich auf in rund 29.000 Quadratmeter Bürofläche, knapp 30 Wohnungen am Valentinskamp sowie Einzelhandelsflächen, Gastronomie mit möglicher kultureller Nutzung im Erdgeschoss. Ein Atrium sowie eine Tiefgarage mit rund 175 Stellplätzen sind ebenfalls vorgesehen. Der Beginn der Bauarbeiten ist für Anfang 2019 geplant. Die Fertigstellung könnte dann bis Mitte 2021 erfolgen.

 Visualisierungen können unter folgendem Link heruntergeladen werden:
  t.hh.de/10983382


Rückfragen der Medien

Pressestelle der Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen
Telefon: (040) 428 40 – 2056 
E-Mail: pressestelle@bsw.hamburg.de
 


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