Behörde für Umwelt und Energie

Klimaschutz Strom und Wärme aus dem Quartier

Mieterstrom-Pilotprojekt in Iserbrook zeigt, wie die Energiewende im Quartier funktioniert

Energie aus dem Quartier für das Quartier: Der Bauverein der Elbgemeinden und HAMBURG ENERGIE investieren in der Wohnanlage Heidrehmen in eine Energiezentrale mit Blockheizkraftwerk, in Solaranlagen und effiziente Wärmeleitungen. 800 Wohneinheiten bekommen dadurch dezentral und günstig Strom und Wärme. Dies wird von der Stadt mit einem neuen Programm und außerdem mit EU-Mitteln gefördert – und könnte beispielgebend sein für weitere Projekte in Hamburg. Denn: Unter dem Strich sparen die Genossenschaftsmitglieder Strom- und Wärmekosten, weil sie  Umlagen und Steuern des üblichen Strompreises sparen. Und: Das neue Wärmenetz vor Ort macht den Einsatz Erneuerbarer Energien deutlich leichter und bringt so die Energiewende voran.

Strom und Wärme aus dem Quartier

Das Projekt ist das erste, was aus dem Programm „Erneuerbare Energien“ der Behörde für Umwelt und Energie gefördert wird. Die Fördersumme liegt bei rund 450.000 Euro. Es geht dabei u.a. um die Erneuerung des lokalen Wärmenetzes, um Wärmeverluste zu reduzieren. Ein zusätzliches Blockheizkraftwerk (BHKW) mit bis zu 250 KW wird von HAMBURG ENERGIE projektiert und betrieben, dieses wird zusätzlich aus EFRE-Mitteln der EU gefördert in Höhe von rd. 100.000 Euro. Hinzu kommt eine Solarthermie-Anlage, die in das Wärmenetz einspeist.
Jens Kerstan, Senator für Umwelt und Energie, erklärt: „Das Projekt von BVE und HAMBURG ENERGIE zeigt vorbildlich, wie Energiewende im Quartier funktionieren kann. Dies beweist, dass es sich sowohl für Gebäudeeigentümer aber auch für Mieter lohnt, Wärme und Strom im Quartier zu erzeugen und über ein Wärmenetz die Potenziale erneuerbarer Energien zu erschließen. Ich freue mich, dass der BVE als erstes Hamburger Wohnungsunternehmen in Kooperation mit Hamburg Energie ein energetisches Quartierskonzept für die Siedlung Heidrehmen umsetzen wird. Das Konzept ist auch ein Erfolg unserer Förderprogramme. Ich hoffe, dass dieses Projekt Nachahmer auch an anderen Stellen in Hamburg finden wird.“
Dr. Michael Beckereit, Geschäftsführer HAMBURG ENERGIE, sagt: „Im Quartier Heidrehmen realisieren wir gemeinsam mit dem BVE mit über 800 Wohneinheiten unser bisher größtes Quartierstromprojekt. Mit einem erstmalig eingesetzten Strommarktgeführten Blockheizkraftwerk wird die Wärme unabhängig vom direkten Bedarf der Mieter produziert und in einem Speicher zwischen gelagert. Der Strom kann dann produziert werden, wenn er für Mieter und Energiewende benötigt wird. Die Mieter profitieren vor allem finanziell: Da durch die direkte Nutzung von Strom weniger Abgaben und Gebühren anfallen, können wir den Strom zu einem Preis pro Kilowattstunde anbieten, der zwei Cent unter dem Grundpreis liegt. Darüber hinaus hat das Projekt auch ökologische Vorteile, da durch die beschriebene Nutzung des BHKWs jährlich etwa 533 Tonnen CO2 eingespart werden.“
Axel Horn, Vorstand Bauverein der Elbgemeinden (BVE), erklärt: „Unser Ziel ist es hier am Heidrehmen, gemeinsam mit Hamburg Energie ein „Quartier der Zukunft“ zu schaffen, in dem auch die Hamburger Klimaschutzziele 2020 erreicht werden. Wir vollziehen aus Überzeugung einen Paradigmenwechsel, weg vom Gießkannen-Prinzip – ausschließlich energetischer Fassadenmodernisierungen - hin zu einer differenzierten, ganzheitlichen Betrachtung des Quartiers. Dabei sind intelligente haustechnische Lösungen ein bedeutender Baustein. Wir möchten mit einem langfristen, nachhaltigen Konzept einen bestmöglichen Einsatz der zur Verfügung stehenden Ressourcen erreichen. Zusammen mit dem vor Ort geplante Anwohnerstromkonzept minimieren wir die Belastung für unsere Mitglieder weiter. Wir haben die Hoffnung, dass dieses richtungsweisende Projekt künftig als Blaupause für viele weitere Quartiere in Hamburg dient.“   
Andreas Breitner, Verbandsdirektor des VNW (Verband Norddeutscher Wohnungsunternehmen), erklärt: „In Anbetracht des Kosten-Nutzen-Faktors müssen wir in der energetischen Sanierung weg vom einzelnen Bestandsgebäude hin zur Quartiersentwicklung. Statt bis zum Erstickungstod teuer zu dämmen, sollten wir lieber komplexe und moderne Heizungssysteme und Netze schaffen. Das kommt dann nicht nur der Umwelt zugute, sondern auch den Bewohnern. Denn clevere Energieversorgung im Quartier schont den Geldbeutel. Die Förderung ist daher sehr sinnvoll – so lässt sich eine klimafreundliche Zukunft schaffen. Der BVE wird hier sicherlich Vorbild für weitere Wohnungsunternehmen sein.“
Ralf Sommer, Vorstandsvorsitzender Hamburgische Investitions- und Förderbank (IFB Hamburg), erklärt: „Die Ende 2016 neu eingeführte Förderung von  Wärmenetzen und -speichern in unserem Förderprogramm Erneuerbare Wärme bietet eine sehr gute Ausgangsmöglichkeit, Quartiere gesamtheitlich energetisch zu entwickeln. Die Kombination mit anderen Elementen der Erneuerbaren Wärme und mit der Modernisierung der Gebäude ermöglicht eine zukunftsorientierte Herangehensweise zur energetischen Entwicklung der Quartiere.  Die IFB Hamburg unterstützt dabei mit Beratung und ihren vielfältigen Förderprogrammen für Wohn- und Nicht-Wohngebäude. Das Wärmenetz Heidrehmen ist ein hervorragendes Beispiel für diesen neuen Weg in der Modernisierung aus Quartiersperspektive.

Rückfragen: Behörde für Umwelt und Energie| Pressestelle | Jan Dube | (040) 428 40 – 8006 | Mobil: 0176.42853-406 | jan.dube@bue.hamburg.de