Behörde für Umwelt und Energie

Immissionsschutz Neue Verordnung zum Schutz vor Legionellen

Wasserbakterien können in technischen Geräten eine Gesundheitsgefahr darstellen

Am 20. August trat die 42. Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes über Verdunstungskühlanlagen, Kühltürme und Nassabscheider in Kraft. Die Verordnung dient dem Schutz der Bevölkerung vor Legionellen, die beim Einatmen zu schweren Lungenentzündungen sogar mit Todesfolge führen können.

Neue Verordnung zum Schutz vor Legionellen

Legionellen sind natürlich vorkommende Wasserbakterien, die sich unter für sie günstigen Temperaturbedingungen vor allem in technischen Systemen stark vermehren können und so zu einer Gesundheitsgefahr werden. Die Anzahl der den Bestimmungen der Verordnung unterfallenden Anlagen wird deutschlandweit auf bis zu 50.000 geschätzt. Im Fokus steht dabei vor allem die große Anzahl an Kühlaggregaten zur Klimatisierung, wie sie im Handel, der Gastronomie, auf Hotels und Bürogebäuden sowie auf Rechenzentren zu finden sind, neben industriellen Kühltürmen und Nassabscheidern zur Abluftreinigung. Voraussetzung ist, dass die jeweiligen Geräte über einen offenen Wasserkreislauf verfügen, der im direkten Kontakt mit der Atmosphäre steht.
Die Verordnung stellt an die Errichtung sowie an den Betrieb derartiger Anlagen sowie an die hygienische Qualität des dort eingesetzten Wassers umfangreiche Anforderungen, die dem Ziel dienen, eine unkontrollierte Vermehrung und Verbreitung von Legionellen in die Umwelt zu verhindern, u.a. durch

  • eine regelmäßige Untersuchung des Nutzwassers auf Bakterien und speziell Legionellen durch zugelassene Labore,
  • eine Anzeigepflicht von Bestands- und Neuanlagen sowie deren Änderung,
  • eine regelmäßige Überprüfung durch zugelassene Sachverständige,
  • das Führen eines Betriebstagebuchs,
  • spezielle technische und organisatorische Maßnahmen und Meldepflichten beim Überschreiten der in der Verordnung genannten Anzahl an Bakterien insgesamt und besonders von Legionellen.

Auch, wenn die Pflicht zur Anzeige von Neu- und Bestandsanlagen um ein Jahr auf den 20. August 2018 verschoben wurde, gilt es für die Betreiber derartiger Anlagen schon jetzt, erste Maßnahmen zu ergreifen. Wurde beispielsweise bisher keine Laboruntersuchung des Nutzwassers durchgeführt, ist dies bis spätestens zum 16. September 2017 zu veranlassen.

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