Behörde für Umwelt und Energie

UVP Scoping-Termin am 27.06.2017

Die Firma Vattenfall Wärme Hamburg GmbH beginnt wie angekündigt mit den Planungen zur Errichtung einer Fernwärmetransportleitung (FWT) von der MVR (Müllverwertungsanlage Rugenberger Damm)  und der geplanten Wärmepumpe Dradenau zum zentralen Fernwärmenetz Hamburg, Einspeisepunkt Trabrennbahn Bahrenfeld. Teil zum Beginn eines solchen Planungsprozesses ist ein sogenannter nicht-öffentlicher Scoping-Termin. Dieser soll am 27.6. stattfinden.

Scoping-Termin am 27.06.2017

Mittels dieser neuen Fernwärmetransportleitung sollen die Abwärme der Müllverbrennungsanlage Rugenberger Damm von 80 MW sowie die Abwärme des Klärwerkes Dradenau im Westen in das zentrale Fernwärmenetzes eingespeist werden. Diese Abwärmenutzung könnte  ein zentraler Baustein zur Fernwärmeversorgung des Hamburger Westens werden und damit ein wichtiger Beitrag zum Ersatz der Fernwärmeversorgung durch das Heizkraftwerk Wedel sein.
Parallel zum o.g. Vorhaben sind weitere Verfahren zur Fernwärmeanbindung  in Vorbereitung, z.B. die Abwärmenutzung vom Werk der Firma Aurubis zur HafenCity-Ost und weiter bis zum Einspeisepunkt Spaldingstraße, die Einbindung des geplanten Zentrums für Ressourcen und Energie Stellingen (ZRH), der Stadtreinigung (SRH) sowie die industrielle Abwärmenutzung z.B. von den Firmen Trimet und Arcelor.
Er liefert insofern auch  die Grundlage für eine Kosten- und Risikoabschätzung für den Bau der Fernwärmeleitungen für die Fernwärmesystemanbindung West und die Fernwärmeleitung in Stellingen zum Einspeisepunkt Haferweg, die Voraussetzungen für den Entscheidungsprozess Ende 2017 sind. Eine Vorwegnahme der Entscheidung für oder gegen die Anbindung der MVR ist damit nicht verbunden.
Das Vorhaben Fernwärmesystemanbindung West (FWS-West) fällt in den Anwendungsbereich des Gesetzes über die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVPG). Das Vorhaben ist in der Liste der UVP-pflichtigen Vorhaben (Anlage 1 des UVPG) der Ziffer 19.7.1 zuzuordnen. Dabei handelt es sich um die Errichtung und den Betrieb einer Rohrleitung zum Befördern von Dampf oder Warmwasser aus einer Anlage nach den Nummern 1 bis 10, die den Bereich des Werksgeländes überschreitet, mit einer Länge von 5 km oder mehr außerhalb des Werksgeländes.
Als Grundlage für die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) muss die Genehmigungsbehörde den voraussichtlichen Untersuchungsrahmen festlegen. Hierzu hat die Vorhabenträgerin bei der Genehmigungsbehörde beantragt, einen Scoping-Termin durchzuführen. Im Rahmen eines Scoping-Termins erhalten die zu beteiligenden Behörden sowie relevante Dritte und anerkannte Naturschutzverbände Gelegenheit, Inhalt, Umfang und Methoden und sonstige erhebliche Fragen zur Umweltverträglichkeitsprüfung und ihrem Untersuchungsrahmen zu besprechen.
Die beteiligten Behörden und Verbände sind aufgefordert, für die UVP zweckdienliche Informationen, die ihnen vorliegen, zur Verfügung zu stellen und die aus ihrer Sicht notwendigen Untersuchungen zu benennen.
Auf Basis dieses Scopings wird die Behörde für Umwelt und Energie, Amt für Immissionsschutz und Betriebe, als Genehmigungsbehörde den voraussichtlichen Untersuchungsrahmen der Umweltverträglichkeitsprüfung festlegen.