Judo: Echte Hamburger auf „sanftem Weg“
Siegen durch Nachgeben
Maximale Wirkung bei einem Minimum an Aufwand. Klar und bestechend sind sie, die Grundprinzipien des Judo (wörtlich übersetzt „sanfter Weg“). Auch für die Hamburger zahlt sich diese Philosophie aus.
„Eigengewächse“ werden gepflegt
Seit 2003 bildet der Hamburger Judo-Verband systematisch eigene Kämpfer aus. Dazu wurde in Wandsbek das Landesleistungszentrum mit vielen Trainingsmöglichkeiten und qualifizierten Trainern eingerichtet und mit der Förderung des Nachwuchses an der Eliteschule des Sports (Gesamtschule Alter Teichweg) begonnen. Last but not least gründete man das Hamburger Judo-Team. Die HJT-Damen sind seit 2004 in der 1. Bundesliga vertreten, die Herren seit 2006. Die Männermannschaft kam 2009 sogar ins Finale, aus dem sie – nach Niederlage gegen den TSV Abensberg, das „Bayern München des Judo“ – als Vizemeister hervorging.
Besonderen Wert legt das HJT darauf, Hamburger Topsportlern die Perspektive zu geben, in der Bundesliga zu kämpfen – in und für die Stadt, in der sie leben und trainieren. Statt die Mannschaften aus ganz Deutschland (oder der ganzen Welt) zusammenzuwürfeln, wird also vorrangig auf Hamburger Jungs und Deerns gesetzt. Der hohe Anteil von „Eigengewächsen“ spiegelt auch die gute Arbeit in den Vereinen wider.
Es bleibt spannend
Zu den besonderen Höhepunkten des Hamburger Judosports 2011 zählte der Doppel-Heimkampf der Frauen und Männer am 10. September in Norderstedt. Während die Frauen um ihren größten Erfolg seit der Bundesligazugehörigkeit kämpften, ging es für die Männer um den Klassenerhalt. Letztlich konnten beide Mannschaften vor rund 400 Zuschauern wichtige Punktgewinne einfahren: Die Frauen siegten 6:1 (55:10) gegen den TSV Bayer 04 Leverkusen, landeten damit aber leider nur auf dem undankbaren 4. Platz in der saisonabschließenden Tabelle. Die Männer lagen zunächst gegen den 1. JC Mönchengladbach zurück, kämpften sich nach der Pause aber in einen wahren Siegesrausch. Endergebnis: 9:4 (82:37) für Hamburg.
Ab der Saison 2012 wird das Starterfeld in der Bundesliga von acht auf sechs Teams je Gruppe reduziert. Eine Herausforderung, der sich die Hamburger zuversichtlich stellen. Um mit dem klassischen „Fangt an!“-Ruf der Judoka zu schließen: Hajime!
Judo für Blinde
Auch dieser Sport bietet Möglichkeiten für behinderte Sportler. Durch die Bedeutung des Körperkontaktes ist Judo ideal für Blinde und Sehbehinderte Menschen. Sie spüren die Bewegungsrichtung ihres Gegenübers und können dem entsprechend reagieren. Für die Paralympics in London ist Dominik Zillian vom Eimsbüttler Turnverein (ETV) nominiert.

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