Tiefbunker Hachmannplatz Karge Welt unter dem Hauptbahnhof

Es ist eine bedrückende Stimmung, wenn man den Tiefbunker am Hachmannplatz betritt. In den kalten, leeren Räumen findet sich nur das Nötigste für bis zu 1500 Menschen, die dort Zuflucht finden. Zwar kann der Bunker nicht besichtigt werden, doch unsere Bilder geben einen guten Eindruck der Kargheit unter dem Hauptbahnhof.

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Tiefbunker am Hachmannplatz in Hamburg

Tiefbunker Hachmannplatz

Adresse
Hachmannplatz, 20099 Hamburg

Zwei Stockwerke für 1500 Menschen

Kalt, kahl, leer – so präsentiert sich der Raum, der 2,50 Meter neben dem Gewusel des U-Bahnausgangs Hauptbahnhof Nord liegt. Dort, wo täglich tausende Menschen vorbeilaufen, befindet sich der Eingang zum Tiefbunker Hachmannplatz. Die beeindruckende Welt unter dem Hauptbahnhof erstreckt sich über zwei Stockwerke.

In den Räumen war Platz für knapp 1500 Menschen. Diese wurden durch die Dosieranlage am Eingang fein säuberlich abgezählt. Dennoch fanden während der Fliegerangriffe des Zweiten Weltkrieges drei- bis viermal so viele Menschen im Bunker Zuflucht.

Die Räume sind dabei mit dem Nötigsten, jedoch gut ausgestattet. Es gibt Schlafräume mit zahlreichen Feldbetten, Stühle mit Gummipolsterung für den Kopf, falls Bombenangriffe die Erde erschüttern, getrennte Waschräume für Frauen und Männer, eine Küche mit Herd und sogar einen gefüllten Vorratsraum. Dort findet man auch heute noch Reisedecken, Müllsäcke, Klopapier, Damenbinden, Strampelanzüge, Geschirr und andere nützliche Dinge.

Kühle Leere im Bunker

Tief unter der Erde ist es sehr kühl. Wäre der Bunker jedoch voll belegt, wäre es durch die Körperwärme der Menschen schnell über 30 Grad warm. Aus diesem Grund ist anstatt einer Heizung eine Kühlung vorhanden. Für den Fall, dass der Strom ausfällt, ist auch gesorgt: dann müsste ein Lüfter von Hand betätigt werden, um für Kühlung und frische Luft im Bunker zu sorgen. Die Wasserversorgung ist durch einen 187 Meter tiefen Brunnen sichergestellt.

Erbaut wurde der Tiefbunker Hachmannplatz in den Jahren 1941/42 und sollte den Menschen Schutz vor den Angriffen im Zweiten Weltkrieg bieten. Nach Kriegsende sollte der Bunker eigentlich zerstört werden, was jedoch durch den beginnenden Kalten Krieg Anfang der 1960er-Jahre wieder verworfen wurde.

In dieser Zeit drohte der Bunker noch einmal gebraucht zu werden, als die Bundesrepublik erneut ein Schutzprogramm für die zivile Bevölkerung plante und den Bunker als öffentlichen Schutzraum in Betrieb hielt. In den Jahren 1962 und 1963 wurde der Bunker umgebaut und erneuert, die Möbel und der Vorrat angeschafft. Eine Vorsichtsmaßnahme, um das Bauwerk während des Kalten Krieges nutzen zu können.

14 Tage hätten die Menschen im Bunker ausharren können, wäre es zum Schlimmsten gekommen. Dabei hätte sich das Leben den extremen Widrigkeiten anpassen müssen. Schlafen wäre beispielsweise nur im Schichtsystem möglich gewesen, da nur für knapp ein Drittel der Menschen Betten vorhanden wären. 

Im Tiefbunker unter dem Hachmannplatz finden leider keine Führungen statt. Die Bildergalerie gibt jedoch einen guten Eindruck der kargen Räumlichkeiten des Bunkers. Wer die bedrückende Atmosphäre trotzdem einmal hautnah erleben will, hat im Tiefbunker Steintorwall, nicht unweit vom Hachmannplatz, die Chance dazu. Führungen dort bieten die Vereine unter hamburg e.V. sowie Hamburger Unterwelten e.V. an. 

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Karge Welt unter dem Hauptbahnhof
Es ist eine bedrückende Stimmung, wenn man den Tiefbunker am Hachmannplatz betritt. In den kalten, leeren Räumen findet sich nur das Nötigste für bis zu 1500 Menschen, die dort Zuflucht finden. Zwar kann der Bunker nicht besichtigt werden, doch unsere Bilder geben einen guten Eindruck der Kargheit unter dem Hauptbahnhof.
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