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Röhrenbunker Tarpenbekstraße

von Nina Klein - 25.06.2008, 17:23 Uhr

Erbaut wurde der Bunker im Sommer 1940, als einer der ersten von zwei Röhrenbunkern in Hamburg. Viel ist seit dem passiert im Bunker. Früher als Altwarengeschäft genutzt gilt der Bunker heute als Mahnmal für Wolfgang Borchert.

 

Ausgang des Röhrenbunkers zur Tarpenbekstraße
Ausgang des Röhrenbunkers zur Tarpenbekstraße (Bild: hamburg.de)

Den Namen hat der Bunker durch seinen Aufbau erhalten, eine eher schlichte Bauweise; er besteht aus zwei parallel angelegten Röhren aus Beton. Die Gesamtlänge beträgt 20 Meter und je eine Röhre misst 16 Meter. Das Bauwerk sollte folgende Grundeigenschaften haben: feuersicher, gas/rauchsicher, splittersicher, trümmersicher und verschüttungssicher, da es einen Eingang und einen Notausstieg gab. Es gab allerdings keinen Schutz gegen einen "Volltreffer", dafür hatten die Mauern mit nur 60 cm eine zu geringe Stärke.

 

Röhrenbunker Tarpenbekstraße

Gänge in Hamburgs Zweiröhrenbunker / hamburg.de
So sieht der Bunker heute aus »
Sitzen in einer Röhre
Während des Krieges sollte für 50 Menschen pro Röhre Platz sein, also für insgesamt 100 Personen. In Extremsituationen waren es aber teilweise auch mehr. Zeitzeugen erzählen, dass 300-400 Personen oder mehr im Bunker gewesen sein sollen. Das ist aber eigentlich nicht möglich, denn mit 150 Personen wäre der Bunker voll, auch wenn die meisten stehen würden. Es nahmen vorwiegend Bewohner, hauptsächlich Frauen und Kinder, der umliegenden Häuser den Bunker in Anspruch. Juden hatten keinen Zutritt. Wärend des Krieges saß ein Bunkerwart in einer Öffnung und vermittelte Nachrichten und Anweisungen zwischen den zwei Räumen.

Die Einrichtung im Bunker war nur notdürftig. Es gab Bänke, auf denen die Menschen sich gegenüber saßen, bis der Angriff vorbei war, Trockenklosetts und Licht, aber kein Wasser. Wie in anderen Bunkern auch gab es bei Stromausfall zur Orientierung Phosphorstreifen an allen Wänden, da keine Kerzen angezündet werden durften auf Grund des zu hohen Sauerstoffverbrauchs.

Geschichte des Bunkers nach dem Krieg
1950 bis 1956 "Plünnhöker": Ein Altwarenhändler hat einen Kauf- und Verkaufsstand u.a. von  Trümmern aus dem Krieg
1960-1962 Partykeller und Übungsraum für Jazzmusiker
1962 Der Bunker wird offiziell für die Öffentlichkeit geschlossen, um als Reserve für den "Kalten Krieg" zu dienen
1990 Auf Grund seines schlechtes Zustands, da der Bunker seit Jahren unter Wasser steht und nicht mehr nutzbar ist, wird er wieder freigegeben
1995 Das Projekt "Subbühne" wird von den Künstlern Michael Batz und Gerd Stange ins Leben gerufen. Das Projekt gilt als Kunst im öffentlichen Raum und ist dem Hamburger Dichter Wolfgang Borchert gewidmet, dessen Geburtshaus 80 Meter entfernt steht. Das Mahnmal steht für die strikte antimilitärische Haltung des während der NS-Zeit verfolgten Schriftstellers.
Juni 1995 Stadtteilarchiv Eppendorf übernimmt die Trägerschaft
Juli 1996 Gerd Stange und Michael Batz installieren die "Rhythmische Babylonische Wasserskulptur" im Innenraum des Bunkers. Es soll den Fluss der Erinnerungen symbolisieren.
2002 Bunker wird als Denkmalobjekt anerkannt

Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage des Vereins "unter hamburg e.V.".

Adresse: Tarpenbekstraße 66, 20251 Hamburg

 
 
 
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