Tiefbunker Steintorwall
von Nina Klein
Der Bunker am Steintorwall ist ein beeindruckendes Bauwerk mit einer Fläche von mehr als 2700 qm die sich auf über 150 Räume verteilen. Aufgeteilt in Nord und Süd geht es drei Stockwerke in die Tiefe, der Abstand vom untersten Geschoss zum Gehweg beträgt 13 Meter. Die Betonwände sind bis zu 3,75 Meter stark. Hier könnte man sich sicher fühlen, wäre der Grund, in diese Tiefe zu steigen, nicht so furchtbar.
Offiziell durften 2700 Menschen in diesem Bunker Zuflucht finden, doch die Zahl während des 2. Weltkrieges lag oft bei ca. 6000 Personen. Nachdem Krieg wurde das Gebäude 1947 kurze Zeit als Reichsbahnhotel genutzt, stand anschließend aber viele Jahre leer. Eine Sprengung kam auf Grunde der Nähe zum Hauptbahnhof nicht in Frage.
Erst als der "Kalte Krieg" Deutschland bedrohte und somit die Bunker wieder zum Einsatz kommen könnten, fing 1964 der Umbau an, fertiggestellt wurde er 1969. Unglaubliche Kosten entstanden: Der ursprüngliche Bunkerbau kostete damals 20,5 Millionen Reichsmark, der Umbau nochmal 4,5 Millionen Deutsche Mark.
Neben einem Zählgerät für die Tür, damit auch wirklich nur 2700 Menschen im Notfall den Bunker betreten können, ist die gesamte heutige Einrichtung eingebaut worden. Dazu gehören 900 Liegen sowie 1800 Sitze mit Gurten um der Verletzungsgefahr bei Erschütterungen vorzubeugen. Zu Zeiten des 2. Weltkrieges standen nur Holzbänke in den kahlen Räumen. Da mit einer Verpestung der Luft durch die Bombenangriffe gerechnet wurde, ist der Bunker für einen 14tägigen Aufenthalt ausgestattet worden.
Jede Schutzperson sollte folgende Ausstattung erhalten: Trinknapf, Suppenschüssel, Metallöffel, 2 Rollen Klopapier, Handtuch, Decke und eine Plastiktüte um die Sachen zu Verstauen. Es gab auch Vorsichtsmaßnahmen: keine Türen vor den Toiletten, keine Messer oder Gabeln und statt Glasspiegel gab es Plastikspiegel um Suizidversuche zu vermeiden. Es sollte eine eigene Wasserversorgung durch einen 118 Meter tiefen Brunnen erfolgen.
Noch heute ist die Anlage als Schutzraum für den Katastrophenfall vorgesehen.
Führungen
Sie sollten es nicht verpassen dieses historische Gebäude zu besichtigen. Während der Führung erfahren Sie Wissenswertes über die Geschichte des Bunkers, des Zweiten Weltkriegs und des "Kalten Krieges" in Hamburg.
Termine Alle Infos finden Sie hier Hamburger Unterwelten
Treffpunkt am Eingang des Bunkers, neben der Bahnhofsmission
Kosten 7 Euro, ermässigt 5 Euro
Dauer 11/2 Stunden
Um Anmeldung wird gebeten
Der Verein
Hamburger Unterwelten wurde am 25.01.2006 als gemeinnütziger Verein gegründet. Ziel ist unterirdische Objekte zu erkunden und erforschen und anschließend öffentlich zu machen. Neue Mitglieder sind jederzeit herzlich willkommen. Der Jahresbeitrag beträgt 60 Euro, ermäßigt 30 Euro. Mehr Informationen unter dem weiterführenden Link.
Trackback URI für diesen Artikel


Mister Wong
Webnews
Yigg
Del.icio.us

