Tiefbunker Steintorwall Riesiger Tiefbau

Der riesige Tiefbunker am Hauptbahnhof wurde im Frühjahr 1941 für die Zivilbevölkerung und durchreisende Bahngäste gebaut. Er sollte 2.700 Menschen Schutz vor Luftangriffen bieten. Nur wenige Bunker in Hamburg konnten so viele Menschen auf einmal beherbergen.

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Tiefbunker Steintorwall Hamburg

Tiefbunker Steintorwall

Adresse
Steintorwall, 20095 Hamburg


Schutz für durchreisende Bahnfahrer

Der Bunker am Steintorwall ist ein beeindruckendes Bauwerk und eine der größten Schutzanlagen in der Hansestadt. Mit seiner Lage direkt am Hauptbahnhof sollte der Bunker vor allem Durchreisenden Schutz bieten, aber auch der Hamburger Zivilbevölkerung. Offiziell war in der mehr als 2.700 Quadratmeter großen Anlage Platz für 2.460 Menschen. Während des Zweiten Weltkrieges hielten sich jedoch oft bis zu 6.000 Personen im Tiefbunker auf. 

Die Anlage, die in den Jahren 1941 bis 1944 gebaut wurde, besteht aus zwei verbundenen, aber voneinander unabhängigen Teilen, die sich jeweils über drei Stockwerke in die Tiefe erstrecken. Im untersten Geschoss, knapp 13 Meter unter dem Gehweg, befinden sich die technischen Anlagen wie Stromgeneratoren oder Luftfilteranlagen. Die zwei weiteren Geschosse waren der Bevölkerung sowie den Offiziellen vorbehalten, die von bis zu 3,75 Meter dicken Wänden geschützt waren. Für die Wasserversorgung ist sogar ein eigener Tiefbrunnen vorhanden, mit dem Wasser aus einer Tiefe von 160 Metern hinaufbefördert werden kann.

Aufgrund seiner Lage unter dem Hauptbahnhof überlebte der Tiefbunker Steintorwall bis heute. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden viele Bunkeranlagen auf Veranlassung der Alliierten gesprengt, was bei diesem Schutzraum jedoch nicht möglich war. Zu groß war die Gefahr, dass der anliegende Hauptbahnhof in Mitleidenschaft gezogen werden könnte. So diente der Bunker nach dem Krieg unter anderem als Reichsbahnhotel, als Wohnraum im zerstörten Hamburg und als Lagerraum.

Umbau für den Kalten Krieg

Der Bunker geriet schließlich lange in Vergessenheit. Erst als der Kalte Krieg Deutschland bedrohte, geriet der Schutzraum wieder in den Fokus. 1964 begann die Modernisierung des Bunkers, der bei einem möglichen Atomangriff für Schutz sorgen sollte. Bis 1969 wurden Drucktüren, Lüftungs-, Filter-, Notstrom- und andere Versorgungsanlagen ausgetauscht und auf den neuesten technischen Stand gebracht. Der Umbau kostete 4,5 Millionen D-Mark. Für den ursprünglichen Bunkerbau wurden bereits 20,5 Millionen Reichsmark verwendet.

Mit den neuen Versorgunsanlagen wurde auch ein Zählgerät für die Tür eingebaut. Die Anlage war nun auf die bestimmte Anzahl von 2.702 Personen ausgelegt, die sich bis zu 14 Tage im Bunker hätten aufhalten können. Mit der Dosieranlage am Eingang sollte eine Überbelegung verhindert werden. Die gesamte, noch heute im Bunker zu findende Einrichtung, wurde in dieser Zeit eingebaut. Dazu gehören 900 Liegen sowie 1.800 Sitze mit Gurten, um der Verletzungsgefahr bei Erschütterungen vorzubeugen. Zur Zeit des Zweiten Weltkrieges standen lediglich Holzbänke in den kargen Räumen. 

Führungen im Bunker

Der Verein Hamburger Unterwelten bietet Führungen durch den Tiefbunker Steintorwall an. Dabei lässt sich die Atmosphäre in der Tiefe selbst erleben. Termine finden zweimal im Monat statt. Führungen werden auch auf Englisch angeboten.

Weitere Informationen und Termine unter: Hamburger Unterwelten 

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Riesiger Tiefbau
Der riesige Tiefbunker am Hauptbahnhof wurde im Frühjahr 1941 für die Zivilbevölkerung und durchreisende Bahngäste gebaut. Er sollte 2.700 Menschen Schutz vor Luftangriffen bieten. Nur wenige Bunker in Hamburg konnten so viele Menschen auf einmal beherbergen.
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