Grundstein für spektakulären Forschungsneubau gelegt
Center for Free-Electron Laser Science (CFEL) stärkt den Exzellenzstandort der Physik in Hamburg
Der Forschungscampus Hamburg-Bahrenfeld der Universität Hamburg wird um einen weiteren Neubau bereichert. Nach dem Baustart des Zentrums für Optische Quantentechnologien ist heute der Grundstein für den Neubau des Center for Free-Electron Laser Science (CFEL) gelegt worden.
Hamburgs Wissenschaftssenatorin Dr. Herlind Gundelach hat zusammen mit dem Vizepräsidenten Forschung der Universität Hamburg, Prof. Dr.-Ing. H.-Siegfried Stiehl, dem Kaufmännischen Direktor des Deutschen Elektronen-Synchrotrons (DESY), Christian Scherf sowie dem Vorsitzenden des CFEL Management Board und Direktor des Max-Planck-Instituts für Kernphysik (MPIK), Prof. Dr. Joachim H. Ullrich, traditionsgemäß eine Kupferröhre mit Zeitzeugnissen und symbolischen Gegenständen in das Fundament eingelassen.
Unter dem Dach des CFEL entsteht ein europaweit einmaliges Kompetenz- und Wissenszentrum für Forschung an und mit Lichtquellen der nächsten Generation. Grundlagen- und anwendungsorientierte Forschung im Bereich der Physik und der Chemie sowie insbesondere in den Material- und Lebenswissenschaften können so aufs engste miteinander verzahnt werden. Der kreisrunde und architektonisch spektakuläre Neubau, entworfen von hammes-
krause architekten aus Stuttgart, wird auf 8570 qm Hauptnutzfläche sowohl hochinstallierte Labore und schwingungs-entkoppelte physikalische Messräume als auch Räumlichkeiten für Büros, Konferenzen, Veranstaltungen, eine Experimentierhalle und eine Cafeteria beherbergen. Um ein hohes Maß an Synergien zwischen den unterschiedlichen Forschergruppen zu erzeugen, stehen offene Raumgefüge im Vordergrund, die die Kommunikationsprozesse der Wissenschaftler fördern sollen.
Die Kosten für die Errichtung des Forschungsneubaus belaufen sich auf knapp 49 Mio. Euro und werden von der Stadt Hamburg und dem Bund getragen. Die Hamburger Mittel werden aus dem Sonderinvestitionsprogramm „Hamburg 2010“ zur Verfügung gestellt. Wegen der herausragenden Forschungskonzeption des CFEL und auf Empfehlung des Wissenschaftsrats wird der Bund den universitären Anteil mitfinanzieren und sich mit Investitionsmitteln für Forschungsbauten in Höhe von rund 14 Mio. Euro beteiligen.
Die bauvorbereitenden Maßnahmen wurden im Dezember 2008 begonnen. Zunächst mussten ein Regenrückhaltebecken verlagert und massive Erdwälle beseitigt werden. Das Richtfest ist für Mai 2010 und die Fertigstellung für August 2011 geplant.
Das CFEL wird keine rechtlich eigenständige Einrichtung. Die Vertragspartner tragen die für sie entstehenden Kosten selbst. Ein Leitungsgremium erarbeitet das wissenschaftliche Konzept des CFEL und setzt es um.
Hamburgs Wissenschaftssenatorin Dr. Herlind Gundelach: „Mit der Gründung des CFEL hat Hamburg die Verpflichtung zur Errichtung eines Forschungsneubaus für das Center übernommen. CFEL wird die Position der Universität Hamburg weiter stärken und die Vernetzung universitärer und außeruniversitärer Forschung „unter einem Dach“ intensivieren. Durch die Bündelung fachlicher Kompetenzen über die klassischen Institutsgrenzen hinaus werden neue Wege beschritten. CFEL trägt erheblich dazu bei, dass der Standort Bahrenfeld der Universität Hamburg sich zum Exzellenzstandort der Physik entwickeln kann.“
Der Vizepräsident für Forschung, Internationales und Informationsmanagement der Universität Hamburg, Prof. Dr.-Ing. H.-Siegfried Stiehl: "Ich freue mich sehr, dass mit der Grundsteinlegung die Realisierung des Forschungsbaus für das CFEL einen großen Schritt näher rückt. In diesem Gebäude werden international hervorragende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus drei Forschungseinrichtungen und aus unterschiedlichen Disziplinen mit Hilfe modernster, weltweit einzigartiger Röntgenlaser gemeinsam forschen. Ich bin überzeugt davon, dass die so entstehenden Möglichkeiten des interdisziplinären und vernetzten Arbeitens herausragende wissenschaftliche Ergebnisse erwarten lassen. Unser Forschungsschwerpunkt „Materie und Universum“, der bei der Landesexzellenzinitiative bereits erfolgreich abgeschnitten hat, wird mit diesem Forschungsbau wesentlich unterstützt und weiter ausgebaut."
Christian Scherf, Kaufmännischer Direktor des DESY: „Gemeinsam mit starken Partnern wird die Forschung an Freie Elektronen Lasern mit CFEL eine neue Sichtbarkeit bekommen. DESY, die Max-Planck-Gesellschaft und die Universität Hamburg haben gemeinsam international herausragende Forscher nach Hamburg anziehen können. Der Bau dieses Gebäudes hat dabei geholfen. Dafür sei den Vertretern der Stadt Hamburg und des Bundesforschungsministeriums herzlich gedankt.“
Prof. Dr. Joachim H. Ullrich, Vorsitzender des CFEL Management Board und Direktor des MPIK: „Als Wissenschaftler ist man immer ungeduldig und es müsste alles schneller gehen, aber in Anbetracht der Herausforderungen auf allen Ebenen dringen wir doch in rekordverdächtiger Geschwindigkeit in das neue Terrain der Wissenschaft mit Freie Elektronen Lasern vor. Die MPG hat das Potential frühzeitig erkannt und sich daher maßgeblich am CFEL beteiligt. Hier wird nun ein helles und offenes Gebäude, das mit seiner klugen, ansprechenden Architektur geradezu dazu einlädt, über institutionelle und disziplinäre Grenzen hinweg, exzellente und innovative Wissenschaft auf höchstem Niveau zu betreiben!
Unter diesem Dach entsteht mit den Partnern Universität, DESY und der MPG und mit Hilfe der Stadt Hamburg eine einmalige Symbiose aus Grundlagenforschung, Technologieentwicklung und begleitender theoretischer Forschung durch Bündelung der Expertise aller Beteiligten. Diese neue, innovative, fast revolutionäre Form der Kooperation trägt bereits die ersten Früchte. Das CFEL ist, obwohl das Gebäude noch nicht steht, bereits zu einem Leuchtturm in der internationalen Wissenschaftslandschaft geworden und ist an die Weltspitze der Forschung mit Freie Elektronen Lasern vorgedrungen!“
Für Rückfragen:
Pressestelle der Universität Hamburg, Birgit Kruse,
Tel.: +49 (0)40 42838-4521, presse@uni-hamburg.de
Forschungskoordinator CFEL, Dr. Ralf Koehn,
Tel.: +49 (0)40 8998-5785, E-Mail: ralf.koehn@cfel.de
CFEL Management Board, Prof. Dr. Joachim H. Ullrich,
Tel.: +49 (0)6221 516-696, E-Mail: Joachim.ullrich@mpi-hd.mpg.de

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