Mikroalgen als Biomasse und CO2-Reduzierer – Herausforderungen
Redebeitrag von Wissenschaftssenatorin Dr. Herlind Gundelach
(motograf)
Durch die Nutzung von biologischen Rohstoffen als alternative Energiequelle (z.B. Biokraftstoffe) ist es zu einer ernsthaften Konkurrenzsituation zwischen Nahrungsmittelbreitstellung und Nutzung als alternative Energiequelle gekommen. Die Herausforderung für die Wissenschaft liegt nun darin, solche Biorohstoffquellen zu erschließen, die keine Nahrungsmittelkonkurrenz darstellen. Um dies in wirtschaftlich effizientem Maßstab in industriellen Anlagen betreiben zu können, ist Forschung im Labor und in Pilotprojekten erforderlich. Ein Ziel dieses Pilotprojektes ist es zu zeigen, dass Mikroalgen eine ernsthafte Alternative zu herkömmlichen Biomaterialquellen sein können und für den industriellen Maßstab einsetzbar sind. Der zusätzliche klimarelevante Effekt, der sich dabei einstellt – Algenwachstum unter Sonnenlicht erfolgt unter einem deutlich höheren CO2-Verbrauch als bei anderen Pflanzen –, zeigt das große Potenzial des Vorhabens.
Dieses Pilotprojekt macht die wichtige Verbindung zwischen Grundlagenforschung und angewandter Forschung deutlich. Thematisch reicht dies von der Grundlagenforschung in der Biologie zu den Algen, die als Biorohstoff zur Anwendung kommen, über Anlagentechnik, Verfahrenstechnik und Prozessoptimierung z.B. bei der CO2-Versorgung, Erntetechnik oder Koppelung der Mikroalgenanlage mit einer Biogasanlage bis hin zur Ökonomie des Gesamtverfahrens.
Mit TERM hat sich in Hamburg ein neues Teilthema der Energieforschung aufgetan. Denn hier geht es nicht wie bisher darum, Biomasse durch verschiedenste Verfahren immer besser zur Energiegewinnung nutzbar zu machen, sondern um eine neue, effizientere Art, Biomasse herzustellen. Dieses Vorhaben leistet damit einen maßgeblichen Beitrag zur Weiterentwicklung der Energieforschung und der Forschung zur CO2-Reduzierung in Hamburg. Auch aus diesem Grund wurde TERM in den Maßnahmenkatalog des Hamburger Klimaschutz-Konzeptes aufgenommen.
Zur gemeinsamen Pressemitteilung von BSU und BWF

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