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Senat stärkt Infektionsforschung in Hamburg

Forschungseinrichtung auf dem DESY-Campus soll neue Maßstäbe setzen

31.05.2011, 18:07 Uhr

Der Hamburger Senat hat heute beschlossen, die Mittel für ein länderübergreifendes Zentrum für strukturelle Systembiologie (CSSB) auf dem Campus des Deutschen Elektronen-Synchrotrons (DESY) in Bahrenfeld bereit zu stellen. Damit soll unter anderem die Infektionsforschung in Hamburg gestärkt werden. Durch die enge Verzahnung der Teildisziplinen Physik, Biologie und Medizin sollen zudem wichtige Impulse für die neuen Deutschen Zentren für Gesundheitsforschung gegeben werden.

Das entsprechende  Abkommen zum Bau des Zentrums hatten die Länder Hamburg und Niedersachsen und der Bund bereits am 7. Januar 2011 unterzeichnet. Der Senat bittet die Bürgerschaft nunmehr, dem Abkommen zum Bau des CSSB zuzustimmen und damit den Hamburger Finanzierungsanteil von 8,5 Millionen Euro zu bewilligen.

Wissenschaftssenatorin Dr. Dorothee Stapelfeldt betont die herausragende Bedeutung der neuen Forschungseinrichtung: „Das Zentrum für strukturelle Systembiologie CSSB wird einzigartige Möglichkeit bieten, gerade auch im hochaktuellen Forschungsfeld der Infektionsforschung neue Maßstäbe zu setzen. Mit dem CSSB erhält Hamburg die Chance, außeruniversitäre und universitäre Forschung im Bereich der Strukturbiologie als auch die  Erforschung von Infektionserkrankungen an einem Ort zu konzentrieren, Aktivitäten optimal zu bündeln und so Synergieeffekte zu erzielen. Das CSSB ergänzt die bisherigen Kooperationsprojekte von DESY, Universität und Forschungsinstituten in hervorragender Weise und erweitert die norddeutsche Zusammenarbeit um ein zukunftsweisendes und innovatives Gemeinschaftsprojekt.“

In Hamburg und Niedersachsen gibt es eine bundesweit überdurchschnittliche Konzentration von wissenschaftlicher Kompetenz im Bereich der Struktur- und Systembiologie, insbesondere in der Infektions- und Immunitätsforschung, die durch das CSSB noch weiter aufgewertet wird. Ziel des CSSB ist es, die diversen molekularen Wechselwirkungen innerhalb lebender Zellen zu verstehen. Dies erfordert die systematische Analyse der molekularen Bausteine, der Architektur und der Regulation biologischer Systeme. Das CSSB soll dabei die Synchrotronstrahlungsquelle PETRA-III als hochmoderne Röntgenlichtquelle nutzen. Sie ermöglicht es, Untersuchungen mit einer besonders hohen Auflösung durchzuführen.

Gleichzeitig eröffnen der ebenfalls am DESY angesiedelte Freie-Elektronen Laser FLASH und der noch im Bau befindliche Röntgenlaser European XFEL erstmals die Möglichkeit, dynamische biologische Prozesse sehr detailliert in ihrem Verlauf zu beobachten. So verstehen die Forscher, wie Wechselwirkungen von Krankheitserregern mit ihren Wirten ablaufen und sie finden Angriffspunkte für neue Wirkstoffe, Anti-Infektiva und Impfstoffe.

Das geplante CSSB-Forschungsgebäude soll in unmittelbarer Nähe zur PETRA III-Messhalle auf dem DESY-Campus entstehen und die Arbeitsgruppen aller am CSSB beteiligten universitären und außeruniversitären Forschungseinrichtungen aus Hamburg und Niedersachsen unter einem Dach vereinen. Insgesamt werden für das neue Zentrum 50 Millionen Euro bereitgestellt. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung übernimmt 73 Prozent der Kosten, 17 Prozent kommen von der Freien und Hansestadt Hamburg und 10 Prozent übernimmt das Land Niedersachsen. Die konkreten Bauplanungen für das CSSB sollen unmittelbar nach dem Bürgerschaftsbeschluss beginnen. Die Eröffnung ist für Mitte 2016 geplant. Nach Fertigstellung wird das CSSB auch ausländischen Forscherinnen und Forschern offen stehen und dadurch einen wichtigen Beitrag zur Stärkung internationaler Kooperationen leisten.

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