Mehr Autonomie für die SUB
Adäquate Rechtsform sichert Leistungsfähigkeit
Um der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg Carl von Ossietzky (SUB) eine ihrem Status und ihren Aufgaben angemessene Organisationsform zu geben, hat der Senat beschlossen, die SUB in die Form eines Landesbetriebs zu überführen. Damit sollen der Bibliothek weitergehende Autonomierechte eingeräumt und deren Eigenständigkeit weiter ausgebaut werden. Die Überführung greift rückwirkend zum 1. Januar 2011.
Wissenschaftssenatorin Dr. Dorothee Stapelfeldt: „Mit der Umwandlung der Staats- und Universitätsbibliothek in einen Landesbetrieb sorgen wir dafür, dass ihre faktisch schon seit Jahren bestehende Selbständigkeit nun in eine entsprechende Rechtsform gegossen wird. Damit kann sie ihre Aufgaben als Serviceeinrichtung für die Universität Hamburg und die anderen Hochschulen wie auch als wissenschaftliche Allgemeinbibliothek und Archiv der Stadt noch leistungs- und zielorientierter wahrnehmen.“
Prof. Dr. Gabriele Beger, Direktorin der SUB: „Wir freuen uns sehr über die rechtlich ausgestaltete Selbständigkeit. Sie ist für uns nicht zuletzt Ausdruck des Vertrauens, das der Senat in die Leistungsfähigkeit und Dienstleistungsorientierung der SUB für die gesamt Stadt setzt – und eine Würdigung und Anerkennung unserer Arbeit."
Im Jahr 1996 wurde der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg Carl von Ossietzky (SUB) von der Behörde für Wissenschaft und Forschung (BWF) die Personalverwaltung, die Stellenwirtschaft und das Baumanagement zur eigenverantwortlichen Wahrnehmung übertragen. Im Jahr 2003 wechselte die SUB zur doppisch-kameralen Haushaltswirtschaft im Verbund mit den Hochschulen. Die faktisch zugestandene Eigenständigkeit der SUB im operativen Handeln wurde rechtlich jedoch nicht näher ausgestaltet. Die SUB blieb formal eine unselbständige Einrichtung der Wissenschaftsbehörde.
Im Rahmen einer Projektorganisation haben die Wissenschaftsbehörde und die SUB die Frage untersucht, welche Ausgliederungsformen des öffentlichen Rechts für die SUB geeignet sein könnten. Die Prüfung auf der Grundlage von Bewertungskriterien ergab, dass die Rechtsform „Landesbetrieb“ für die SUB am besten geeignet ist.
Die Rechtsstellung der rund 240 Beschäftigten der SUB bleibt auch nach Überführung in einen Landesbetrieb unberührt. Dienstherr der Beamtinnen und Beamten, Arbeitgeberin der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sowie Ausbildende der Auszubildenden bleibt unverändert die Freie und Hansestadt Hamburg. Der Status der SUB als Dienststelle mit eigenem Personalrat bleibt unberührt.
Über die SUB:
Die Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg Carl von Ossietzky (SUB) ist aus der 1479 gegründeten Ratsbibliothek Hamburg hervorgegangen. 1696 beschloss der Senat eine Ablieferungspflicht für Verleger und Drucker, auf die das heutige Gesetz zur Pflichtabgabe von Medien (Novelle von 2009) zurückgeht. Die SUB gehört ausweislich dieser rechtlichen Erwähnung und der vorhandenen Urkunden zu den ältesten Landesbibliotheken in Deutschland.
Mit Gründung der Universität Hamburg wurde ihr 1919 zusätzlich zur Funktion der Staatsbibliothek die Aufgabe der zentralen Universitätsbibliothek übertragen. Nach dem Hamburgischen Hochschulgesetz ist sie die zentrale Bibliothek der dort genannten Hochschulen. Für die Freie und Hansestadt Hamburg versieht sie die Aufgaben einer Landes- und Archivbibliothek. Die SUB leitet zudem den Hamburger Bibliotheksverbund (HBV), dem auch außeruniversitäre Bibliotheken angehören, sowie den Leihverkehr in ganz Norddeutschland.
Mit rund 4,5 Millionen Medien – darunter 3,6 Millionen Büchern, 6.800 laufend gehaltenen Zeitschriften und 51.500 E-Zeitschriften – ist die SUB heute die größte Bibliothek in Norddeutschland. Sie stellt die Literatur- und Informationsversorgung von Wissenschaft, Kultur, Presse, Wirtschaft und Verwaltung sicher. Soweit Ablieferungspflicht besteht, sammelt die SUB das Schrifttum der Region und erschließt dieses regionalbibliographisch. Elektronisch erschienene Werke sind hierbei einbezogen. Ferner pflegt, erschließt und ergänzt die SUB ihre historischen und Sondersammlungen mit Objekten, die für Hamburg von besonderer Bedeutung sind.
Für Rückfragen:
Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg Carl von Ossietzky
Dr. Marlene Grau
Tel.: 040 42838-5857
E-Mail: grau@sub.uni-hamburg.de

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