Forschungs- und Wissenschaftsstiftung fördert sechs neue Forschungsprojekte
Die Forschungs- und Wissenschaftsstiftung Hamburg wird sechs neue Forschungsprojekte fördern. Dies beschloss der Vergabeausschuss der Stiftung auf seiner Sitzung am 30. Juni 2011. In diesen koordinierten Forschungsvorhaben arbeiten mehrere Wissenschaftler – oft Orts- und fächerübergreifend – an aktuellen Forschungsfragen oder stärken den wissenschaftlichen Nachwuchs im Rahmen einer strukturierten Doktorandenausbildung. Dem Ausschuss lagen insgesamt 13 Anträge vor. Weiterhin beschloss der Ausschuss eine Weiterförderung der Core Facility HEXT am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf und die Unterstützung weiterer drei Doppelkarrierepaare. Insgesamt erhalten die Hamburger Hochschulen Mittel in Höhe von knapp 6,9 Mio. Euro über einen Zeitraum von bis zu drei Jahren.
Wissenschaftssenatorin Dr. Dorothee Stapelfeldt: „Ich freue mich, dass die Mittel der Stadt in der Stiftung dazu dienen, exzellente Hamburger Forschungsbereiche qualitätsorientiert zu fördern. Mit der Unterstützung der neuen Forschungsprojekte reagiert die Stiftung auf die besonderen Bedürfnisse der Hochschulen in Hamburg und gibt ihnen gezielt Schubkraft zur Weiterentwicklung ihrer Vorhaben. Die Hochschulen werde so in die Lage versetzt, sich zukünftig in bundesweiten Wettbewerben erfolgreich durchzusetzen.“
„Der Vergabeausschuss war beeindruckt von der großen Resonanz, auf die die Förderprogramme der Stiftung bei den Hamburger Hochschulen gestoßen sind“, ergänzt Dr. Carsten Klein, Vorstand der Stiftung. „Gemäß dem Selbstverständnis der Stiftung, nur exzellente Vorhaben zu fördern, die gute Chancen auf eine Anschlussfinanzierung bei Einrichtungen wie der DFG haben, wurden sehr hohe Maßstäbe an die Qualität der Projekte angelegt“.
In der Förderlinie „Anschubfinanzierung von Forschungsvorhaben“ wird die Anlaufphase von koordinierten Forschungsprojekten für bis zu drei Jahre unterstützt. In dieser Zeit können die nötigen Vorarbeiten geleistet werden, um erfolgversprechende Anträge bei nationalen oder europäischen Fördereinrichtungen zu stellen und auf diese Weise zusätzliche Drittmittel nach Hamburg zu holen. Mögliche Formate für eine Anschlussfinanzierung sind z.B. Sonderforschungsbereiche, Forschergruppen oder Graduiertenkollegs der DFG oder Verbundprojekte von BMBF oder EU.
Im Einzelnen werden folgende Projekte unterstützt:
Constitutionalism Unbound: Developing Triangulation for International Relations
Sprecherin: Prof. Dr. Antje Wiener, Universität Hamburg
Astroparticle Physics with Multiple Messengers
Sprecher: Prof. Dr. Günter Sigl, Universität Hamburg
Feto-Maternal Immune Cross Talk: Short- and Long-term Consequences for Mother and Child
Sprecherin: Prof. Dr. Petra Arck, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
Innovation and Product Development for Aging Users
Sprecher: Prof. Dr. Christian M. Ringle, Technische Universität Hamburg-Harburg
Soft Spaces, Spatial Planning and Territorial Management in Europe
Sprecher: Prof. Dr. Jörg Knieling, HafenCity Universität Hamburg
Die Förderlinie „Wissenschaftlich-künstlerische Graduiertenkollegs“ richtet sich an diejenigen Hamburger Hochschulen, die neben rein wissenschaftlichen auch wissenschaftlich-künstlerische Promotionsvorhaben betreuen. Bislang fehlt es in diesem Bereich an Fördermöglichkeiten für Programme der strukturierten Doktorandenausbildung. Diese Lücke schließt die Forschungs- und Wissenschaftsstiftung Hamburg mit ihrer Förderlinie.
In diesem Programm wird folgendes Projekt unterstützt:
Versammlung und Teilhabe: Urbane Öffentlichkeiten und performative Künste
Sprecherin: Prof. Dr. Gesa Ziemer, HafenCity Universität Hamburg
In der Förderlinie „Kooperative Graduiertenkollegs“, welche die Zusammenarbeit zwischen Universitäten und Fachhochschulen in der strukturierten Doktorandenausbildung unterstützt, wurden dieses Mal keine Förderungen bewilligt.
Die Förderlinie „Doppelkarrierepaare“ reagiert auf die Tatsache, dass Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler immer öfter mit Partnern zusammenleben, die ebenfalls in der Forschung tätig sind. In Berufungs- und Bleibeverhandlungen tritt daher zunehmend die Frage auf, ob eine Hochschule auch dem Partner eines Berufenen eine attraktive Karriereperspektive anbieten kann. Um die Hochschulen in Hamburg bei der Gewinnung exzellenter Wissenschaftlerpaare zu unterstützen, stellt die Forschungs- und Wissenschaftsstiftung Mittel bereit, um für ebenfalls in der Forschung tätige Partner eine dem jeweiligen Qualifikationsniveau angemessene Stelle für einen Zeitraum von maximal drei Jahren zu schaffen. Im Jahr 2011 konnten bisher fünf Förderungen an die Universität Hamburg vergeben werden, darunter zwei halbe Stellen. Damit ist das zur Verfügung stehende Kontingent für dieses Jahr ausgeschöpft.
Das Hamburg Zentrum für Experimentelle Therapieforschung (HEXT) bündelt als sogenannte Core facility die in den einzelnen Instituten und Arbeitsgruppen am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf vorgehaltenen Geräte und die damit verbundene wissenschaftliche Expertise und macht diese allen Wissenschaftlern zugänglich. Core Facilities helfen dabei, Ressourcen zu bündeln, Mittel nachhaltig zu investieren und die Effektivität in der Forschung zu steigern. Nachdem sich HEXT in einer durch die Behörde für Wissenschaft und Forschung finanzierten Anlaufphase positiv entwickelt hat, stellt die Forschungs- und Wissenschaftsstiftung für zwei weitere Jahre Mittel bereit.
Nähere Informationen zu den geförderten Projekten werden in Kürze auf der Homepage der Stiftung www.forschungsstiftung-hh.de verfügbar sein.
Kontakt:
Dr. Carsten Klein
Vorstand der Forschungs- und Wissenschaftsstiftung Hamburg
Hermannstraße 15, 20095 Hamburg
Tel.: 040 42831-2150
Carsten.Klein@bwf.hamburg.de

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