Behörde für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung

Modernisierung Gutachten zur baulichen Situation der Universität Hamburg liegt vor

Experten sprechen Empfehlungen für Modernisierungsplan aus

Das Gutachten zur baulichen Qualität der Gebäude der Universität Hamburg liegt vor. Ziel des Gutachtens ist es, für alle von der Universität Hamburg genutzten Gebäude im Verwaltungseigentum der Behörde für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung eine Einschätzung über den Sanierungs- und Modernisierungsbedarf sowie eine Kosteneinschätzung zu erhalten. Die Institutionen der Universität Hamburg sind auf rund 272.000 Quadratmeter Hauptnutzfläche in rund 170 Gebäuden untergebracht, die sich im Eigentum der Freien und Hansestadt Hamburg befinden. Gegenstand des Gutachtens sind 93 Objekte mit rund 201.200 Quadratmeter Hauptnutzfläche. Mietobjekte und Objekte, für die bereits ein Modernisierungsplan vorliegt, wie beispielsweise der Philosophenturm am Vom-Melle-Park oder das Geomatikum an der Bundesstraße, wurden nicht berücksichtigt. Die Gutachterinnen und Gutachter haben insgesamt ein sehr heterogenes Bild der Bausubstanz festgestellt. Von Gebäuden, die erst kürzlich neu gebaut oder modernisiert wurden und als „state of the art“ gelten, bis hin zu Hörsälen, Büros und Laboren, die nicht mehr zeitgemäß sind. Um alle Gebäude auf den Stand der Technik (Modernisierung) zu bringen, müssen in den kommenden Jahren und Jahrzehnten laut Gutachten bis zu 500 Millionen Euro (zuzüglich Baunebenkosten, Preissteigerungen und Interimslösungen) investiert werden.

Gutachten zur baulichen Situation der Universität Hamburg

Katharina Fegebank, Senatorin für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung: „Gute Wissenschaft braucht nicht nur kluge Köpfe, sondern auch Gebäude, die zum Forschen einladen, Labore, die auf dem neusten Stand der Technik sind und Seminarräume, in denen man sich wohl fühlt. Der Senat hat in den vergangenen Jahren bereits viel dafür getan, dass der jahrzehntelange Sanierungsstau abgebaut wird. Mit dem Haus der Erde an der Bundesstraße und den vielen kürzlich eingeweihten Forschungsbauten am Campus in Bahrenfeld sind erste wichtige Schritte getan. Wir verfolgen den Plan konsequent weiter, die baulichen Infrastrukturen der Universität als Ganzes flott zu machen. Das Haus der Erde für die Klimaforschung und die Geowissenschaften ist bald fertig, jetzt beginnen wir mit dem MIN-Forum und dem Neubau für die Informatik an der Bundesstraße.“

Prof. Dr. Dieter Lenzen, Präsident der Universität Hamburg: „Nun belegen Zahlen, was alle Mitglieder der Universität seit Langem wissen und jeden Tag spüren: Bei vielen Universitätsgebäuden besteht ein erheblicher Sanierungsbedarf! Schon damit Forschung, Studium, Arbeit und Alltag in angemessener Umgebung stattfinden können, bedarf es umfangreicher und zügiger Maßnahmen. Darüber hinaus hoffe ich sehr, dass die Stadt den Instandsetzungsbedarf zur Kenntnis nimmt und gemäß den Empfehlungen – nicht im Sinne einer Minimallösung – in die Bausubstanz dieser Universität investiert, die schließlich exzellent werden soll.“

Gute bauliche Grundsubstanz am Von-Melle-Park

Auf dem Campus Von-Melle-Park haben die Gutachterinnen und Gutachter 17 Gebäude mit einer Hauptnutzfläche von 65.894 Quadratmeter bewertet. Das sind rund 32,7 Prozent der untersuchten Gesamtquadratmeterfläche aller betrachteten Objekte. Der Von-Melle-Park ist damit der größte flächenmäßige Uni-Standort, der in dem Gutachten berücksichtigt wurde. Die Bewertung erfolgte ohne Berücksichtigung des Philosophenturms, da für dieses Gebäude bereits ein Modernisierungsplan vorliegt. Laut Gutachten befinden sich beispielsweise die Gebäude der Erziehungswissenschaft (VMP 8), das Rechtshaus und die Bibliothek der Rechtswissenschaften (Schlüterstrasse 28) und das WiWi-Gebäude (VMP 5) in einem guten Zustand. Handlungsbedarf besteht beispielsweise im Büro- und Seminargebäude VMP 9 sowie beim Audimax. Das 1957-1959 erbaute und unter Denkmalschutz stehende, 1.864  Quadratmeter große Audimax, benötigt eine energetische Optimierung der Gebäudehülle, eine Eindichtung der Einfachverglasung des Foyers, neue Heizkörper sowie eine neue Abwasserführung. Um alleine das Gebäude auf den neusten Stand der Technik zu bringen, rechnen die Gutachterinnen und Gutachter mit einer Investitionssumme von rund fünf Millionen Euro.

Handlungsbedarf am Martin-Luther-King-Platz / Bundesstraße

Auf dem Campus Martin-Luther-King-Platz/ Bundesstraße haben die Gutachterinnen und Gutachter 16 Gebäude mit 54.887 Quadratmeter Hauptnutzfläche analysiert. Das sind 27 Prozent der gesamten Fläche, die untersucht wurde. Der Campus ist damit der zweitgrößte in der Betrachtung. Hier sind die Investitionsbedarfe am größten. Aus diesem Grund wurde für diesen Standort 2012 auch die erste umfassende Modernisierungskonzeption mit einem städtebaulichen Funktionsplan sowie konkreten Neubauten (Haus der Erde, MIN-Forum) und Modernisierungsmaßnahmen (Geomatikum) entwickelt. Der Neubau für das Haus der Erde soll 2019 fertig gestellt werden und der Baubeginn für das MIN-Forum sowie die Informatik sind für 2018/2019 geplant. Sobald diese beiden Gebäude fertiggestellt sind, wird das Geomatikum – voraussichtlich ab 2023 – modernisiert. Neben diesen umfangreichen Maßnahmen hat ein Ersatz der Gebäude der Chemie (Martin-Luther-King-Platz 6) die höchste Priorität.

Vision zur Campusentwicklung der Universität Hamburg

Um den räumlichen und baulichen Bedürfnissen von Wissenschaft, Studium und Lehre dauerhaft gerecht zu werden, entwickelt die Universität Hamburg in Abstimmung mit der Behörde für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung ein Konzept zur gesamten Campusentwicklung. Das Konzept berücksichtigt sowohl den Sanierungsbedarf als auch die aktuellen und künftigen Anforderungen an die Ressource Fläche sowie eine bestmögliche Vernetzung der Campi. Eine wichtige Rolle spielt dabei auch die weitere Erschließung des Campus Bahrenfeld.

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Merel Neuheuser
Pressereferentin des Präsidenten, Universität Hamburg
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