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Bionik-Koffer macht Naturwissenschaft und Technik begreifbar

Netheler-Stiftung vergibt erstmals Preis für innovatives Bionik-Projekt

Bionik-Koffer macht Naturwissenschaft und Technik begreifbar

vergrößern Sie sehen 8 Personen im Gruppenfoto, sowohl Preisgewinnerin Dr. Speck als auch Wissenschaftsstaatsrat Reinert Stiftungsvorstand der Netheler-Stiftung,  Elisabeth von Loeper (1. v.l.); Preisgewinnerin Dr. Olga Speck (2. v.l.); Wissenschaftsstaatsrat Bernd Reinert (3. v.l.); Prof. Dr. Rolf Schmid (5. v.l.); Vorstandsmitglied Gabriele Weilandt (6. v.l.); Dr. Klaus Fink, Vorstandsvorsitzender der Eppendorf AG (8. v.l.). (Bild: BWF)  Aus Anlass des 100. Geburtstags ihres Namensgebers und Gründers der Eppendorf AG vergibt die Dr. Heinrich Netheler Stiftung erstmals ihren Preis für herausragende, innovative und in der Praxis bereits nachgewiesene Leistungen auf dem Gebiet der Material- und Energieforschung, die wesentlich zu einer nachhaltigeren Wirtschaftsweise beitragen.

Im Rahmen eines Senatsempfangs am Mittwoch, 27. Mai 2009 um 15 Uhr im Bürgermeistersaal des Hamburger Rathauses wurde die Biologin Dr. Olga Speck für ihr Projekt „Bionik-Koffer“ mit der Dr. Heinrich Netheler Gedenkmünze ausgezeichnet. Der mit 10.000 Euro dotierte Preis wird von Wissenschaftsstaatsrat Bernd Reinert zusammen mit Elisabeth von Loeper, Stiftungsvorstand und Enkelin Heinrich Nethelers, Prof. Dr. Rolf Schmid, Biochemiker aus Stuttgart, sowie Dr. Klaus Fink, Vorstandsvorsitzender der Eppendorf AG, übergeben.

Die in der Plant Biomechanics Group arbeitende Biologin Dr. Olga Speck erhält den Preis für die Idee und Konzeption eines neuartigen Bionik-Koffers. Mit dem federführend von ihr konzipierten und erprobten Koffer gelingt es Dr. Speck, mit Hilfe von einfachen Versuchen Schülerinnen und Schülern Zusammenhänge aus Naturwissenschaft und Technik begreifbar zu machen.

Wissenschaftsstaatsrat Bernd Reinert: „Wir alle wachsen heute in einer von Naturwissenschaften und Technik geprägten Welt auf. Naturwissenschaftlich-technisches Denken und Arbeiten ist daher ein wichtiger Bestandteil einer zeitgemäßen Bildung und Ausbildung. Der Bionik-Koffer unterstützt in vorbildlicher Weise den Lernansatz des experimentellen Begreifens. Ich gratuliere Frau Dr. Speck zu Ihrem innovativen Projekt und zur Auszeichnung mit diesem neuen Preis. Der Netheler-Stiftung danke ich für ihr großes Engagement zur Förderung von nachhaltigen wissenschaftlichen Projekten. Der Stiftungsgeber wäre - so denke ich - mit der heutigen Entscheidung sehr einverstanden.“

Der Bionik-Koffer enthält neben verschiedenen Experimenten auch Lehrmaterialien und Hintergrundinformationen zu sechs bionischen Produkten. Mit Hilfe von einfachen Versuchen werden Zusammenhänge aus Naturwissenschaft und Technik begreifbar: Wie viel Gewicht kann ein Klettverschluss tragen? Kann man mit Luft Gewichte heben?  Falten machen stabil – stimmt das? Neben dem Einsatz in Schulen kann der Bionik-Koffer auf Wissenschaftsmärkten und im Rahmen des lebenslangen Lernens verwendet werden. Der Bionik-Koffer wird während des Senatsempfangs ausgestellt. Weitere Infos gibt es unter: www.bionik-koffer.de

Bionik ist eine interdisziplinäre Wissenschaftsdisziplin. Sie ist die systematische Beobachtung und Untersuchung der Problemlösungen der Natur im Hinblick auf ihre Übertragbarkeit auf menschliche Technik und Materialien. Das deutsche Wort Bionik setzt sich aus Biologie und Technik zusammen.

Dr. Olga Speck studierte Biologie und Sport an der Universität Freiburg. Nach dem ersten Staatsexamen machte sie eine Ausbildung zur medizinisch-technischen Laboratoriumsassistentin. Im Anschluss an eine Familienpause promovierte sie in Biologie über die strukturellen und funktionellen Grundlagen der Schwingungsdämpfungen in Pflanzen. Seit 2002 ist sie als Managerin verantwortlich für Netzwerkaufgaben im „Kompetenznetz Biomimetik – Pflanzen und Tiere als Ideengeber für die Entwicklung neuer Materialien und Technologien“ und betreut mehrere bionische Forschungsprojekte. Im Rahmen des Wettbewerbs des Bundesministeriums für Bildung und Forschung „Bionik – Innovationen aus der Natur“  erhielt sie 2007 einen Preis für die Entwicklung selbstreparierender Materialien.

Die private und gemeinnützige Dr. Heinrich Netheler Stiftung setzt sich für den Erhalt der natürlichen Lebensgrundlagen auch für nachfolgende Generationen ein. Getreu dem Stiftungsgrundsatz „Fortschritt liegt in unserer Natur“ fördert die Stiftung die Forschung, Ausbildung und Fortbildung auf den Gebieten der Biotechnik, Molekularbiologie, Biomedizin und insbesondere der Bionik. Mit der Dr. Heinrich Netheler Gedenkmünze ehrt die Stiftung Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die einen fortschrittlichen Beitrag zu einer nachhaltigeren Wirtschaftsweise und Reduktion der Umweltbelastung in Deutschland leisten. Über die Vergabe entscheidet ein mit Unternehmern, Wissenschaftlern und Politikern hochrangig besetztes Kuratorium unter Vorsitz des Direktors des Instituts für Technische Biochemie an der Universität Stuttgart, Prof. Dr. Rolf D. Schmid. Der Preis soll jährlich, mindestens aber jedes zweite Jahr, vergeben werden. Mehr Informationen zur Stiftung und zum Preis gibt es unter: www.netheler-stiftung.de

Die Eppendorf AG wurde 1945 mit Hauptsitz in Hamburg gegründet und beschäftigt heute weltweit mehr als 2.000 Mitarbeiter. Das Biotechnologie-Unternehmen entwickelt, produziert und vertreibt Systeme für die Life Science-Forschung für den Einsatz in Laboratorien weltweit.

Für Rückfragen:

Dr. Heinrich Netheler Stiftung, Elisabeth von Loeper,

Tel.: 04541 802010, E-Mail: loeper@netheler-stiftung.de

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