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Klimaforschung Neuer Rückenwind für Klimasimulationen am DKRZ

Der Hochleistungsrechner Mistral, das neue Arbeitspferd für die deutsche Klimaforschung, wurde am 5. Oktober von Bürgermeister Olaf Scholz und zahlreichen Ehrengästen aus Politik und Forschung am Deutschen Klimarechenzentrum mit einem Festakt eingeweiht.

Neuer Rückenwind für Klimasimulationen am DKRZ

Gegenüber seinem Vorgänger, dem Hochleistungsrechner Blizzard, bietet Mistral heute die etwa neunfache Rechenleistung, und wird im Endausbau im Sommer 2016 sogar zwanzigfach mal so leistungsfähig sein – bei etwa gleichem Energiebedarf. Dann schafft das System bis zu 3 Billiarden Rechenoperationen pro Sekunde, eine unvorstellbare Zahl. Wofür so viele Rechenoperationen? Der Zuwachs an Rechenleistung ermöglicht es den Forschern, mehr Prozesse in Klimamodellen zu berücksichtigen, feinere Rechengitter zu verwenden – um regionale Unterschiede besser aufzulösen – sowie die Unsicherheiten in Klimasimulationen zu reduzieren.

In der Top500-Liste der schnellsten Rechner der Welt vom Juli 2015 liegt Mistral auf Platz 56. Um die besonders datenintensiven Anforderungen der Klimamodellierer zu erfüllen, unterscheidet sich das System von den meisten anderen durch einen besonders großen und leistungsfähigen Festplattenspeicher - eine Größe, die allerdings nicht in die Top500-Bewertung eingeht. Heute stehen 20 Petabyte, ab 2016 sogar 50 Petabyte Plattenplatz zur Verfügung. Das entspricht dem Speicherplatz von 50.000 gut ausgebauten Notebooks, und wird für die erste Speicherung und Auswertung der umfangreichen Modellergebnisse benötigt, die Mistral kontinuierlich produziert.

Für das Gesamtprojekt, welches neben einer erheblichen Aufrüstung des Datenarchivsystems und umfangreichen Ergänzungen und Anpassungen der Infrastruktur ebenfalls eine Forschungskooperation mit dem Rechnerhersteller Atos/Bull zur Entwicklung effizienterer Rechenalgorithmen für die Klimaforschung umfasst, stehen 41 Millionen Euro zur Verfügung, die zu zwei Dritteln vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und zu einem Drittel von der Helmholtz-Gemeinschaft finanziert werden.


Deutsches Klimarechenzentrum DKRZ