Behörde für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung

Wissenschaftspolitik Wissenschaft im Ostseeraum: Baltic Science Network nimmt Formen an

Partner aus neun Ostseeanrainerstaaten entwerfen von Hamburg aus erstmals eine gemeinsame Wissenschaftspolitik

Welche Auswirkungen hat die Klimaerwärmung auf unsere Küsten, wie verändert der demographische Wandel die Ostseeregion, und wie lassen sich teure Großforschungsanlagen international finanzieren und betreiben? Diese Fragen lassen sich nur grenzüberschreitend beantworten. Wie zukünftig eine gemeinsame Wissenschaftspolitik für den Ostseeraum aussehen soll, darüber beraten heute und morgen im Senatsgästehaus fast 30 Vertreterinnen und Vertreter aus allen Ostseeanrainerstaaten.

Wissenschaft im Ostseeraum: Baltic Science Network nimmt Formen an

Vor zwei Jahren hatte der Hamburger Senat seine Initiative für das Baltic Science Network gestartet. Das Ziel: eine neue Netzwerkstruktur für Wissenschaftspolitik und Wissenschaftsmanagement im Ostseeraum zu schaffen. Im vergangenen Dezember gelang es ihm dann, dafür rund drei Millionen Euro aus dem EU-Förderprogramm INTERREG Vb Baltic Sea Region einzuwerben.

Jetzt geht es darum zu entscheiden, wie dieses Geld konkret zum Aufbau von staatenübergreifenden Netzwerkstrukturen eingesetzt werden soll. Denn Wissenschaftspolitik wird im Ostseeraum bislang separat auf nationaler, regionaler und lokaler Ebene betrieben.

Wissenschaftssenatorin Katharina Fegebank: „Wir haben eine hervorragende Hochschul- und Forschungsinfrastruktur im Ostseeraum. Um international wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen wir aber die Rahmenbedingungen für eine vertiefte internationale Kooperation unserer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler noch weiter optimieren. Mit dem Baltic Science Network werden wir unsere Stärken bündeln und erstmals eine gemeinsame, grenzüberschreitende Wissenschaftspolitik für den Ostseeraum entwerfen.“ Das erhöhe die Chancen, gemeinsam z.B. EU-Fördergelder einzuwerben. Das Baltic Science Network sei eine hervorragende Möglichkeit, Europa durch Wissenschaft zu stärken.

Zum ersten Mal in der Geschichte der Ostseekooperation sitzen dabei alle nationalen bzw. regionalen Wissenschaftsministerien an einem Tisch. Außerdem gehören dem Netzwerk alle bereits existierenden Hochschul- und Forschungsnetzwerke des Ostseeraums an. Damit verfügt das Baltic Science Network über die einmalige Fähigkeit, entwickelte Ideen und Konzepte nicht nur der Politik vorzuschlagen, sondern auch politisch durchzusetzen. Dies unterscheidet das Baltic Science Network von vielen anderen INTERREG-Projekten.

In den folgenden fünf Themenfeldern bietet sich eine stärkere internationale Zusammenarbeit zum Nutzen aller an:

- beim wissenschaftlichen Austausch (Austauschprogramme für Studierende/ Forschende)
- bei der Entwicklung transnationaler Forschungsstrategien, etwa in der naturwissenschaftlichen Strukturforschung (DESY, XFEL, Max Lab, ESS)
- bei der transnationalen Nutzung von Großforschungsanlagen
- bei der Überwindung des historisch bedingten Innovations- und Forschungsgap zwischen dem Südwesten und dem Nordosten der Region
- bei der Einwerbung von Fördergeldern zum Beispiel der Europäischen Union.

Folgende Organisationen sind im Baltic Science Network vertreten:

Deutschland:
• Behörde für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung Hamburg
• Ministerium für Soziales, Gesundheit, Wissenschaft und Gleichstellung des Landes Schleswig-Holstein
• Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur des Landes Mecklenburg-Vorpommern
• Senatskanzlei Hamburg

Estland:
• Ministry of Education and Research of the Republic of Estonia

Lettland:
• Ministry of Education and Science of the Republic of Latvia

Litauen:
• Ministry of Education and Science of the Republic of Lithuania
• Research and Higher Education Monitoring and Analysis Centre (MOSTA)

Polen:
• Ministry of Science and Higher Education of the Republic of Poland
• University of Gdansk (nominated by the Polish Ministry of Science and Higher Education)

Dänemark:
• Ministry of Higher Education and Research / Danish Agency for Science and Innovation
Schweden:
• Swedish Research Council
• Swedish Ministry of Education and Research

Finnland:
• University of Turku (nominated by the Finnish Ministry of Education and Culture)
• Abo Akademi University (as representative of the Baltic University Programme)
• Finnish Ministry of Education and Culture

Russland:
• St. Petersburg State University of Economics (UNECON – nominated by the Russian Ministry of Education and Science)

International:
• Council of Baltic Sea States (Ostseerat)
• BUP - Baltic University Programme (represented by the Abo Akademi University)
• BSRUN – Baltic Sea Region University Network
• BONUS - Baltic Organisations' Network for Funding Science EEIG
• STRING- political crossborder partnership between Hamburg and Schleswig-Holstein in Germany, the Capital Region of Denmark, Region Zealand, and the City of Copenhagen in Denmark, and Region Skåne in Sweden

Rückfragen der Medien:
Behörde für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung
Pressesprecherin, Julia Offen
Tel.: 040-42863 2322,
Mobil: 0170-2843292
Mail: julia.offen@bwfg.de
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