Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation

Flugbetrieb Einsatz von Drohnen in Hamburg

Der Einsatz von Flugmodellen und unbemannten Luftfahrtsystemen/ UAV * („Drohnen“) darf die Flugsicherheit nicht gefährden.
Deshalb sind in einem Bereich rund um den Flughafen - dem sogenannten kontrollierten Luftraum – Flugmodelle und Drohnen ohne vorherige Genehmigung oder Freigabe (siehe Ziffern 1 und 2) nicht erlaubt. Bestimmte Nutzungen sind sogar stets verboten (siehe Ziffer 3).

Einsatz von Drohnen in Hamburg

* Englisch: unmanned aerial vehicle - Abkürzung: UAV

1. Genehmigungen

Es wird zwischen Flugmodellen und Drohnen unterschieden. Ob Sie eine Genehmigung für die Nutzung Ihres Flugmodells bzw. Ihrer Drohne benötigen, können Sie im Folgenden nachlesen:

1.1 Flugmodelle

Flugmodelle dienen ausschließlich der „privaten" Nutzung (nur „zum Zweck des Sports und der Freizeitgestaltung" analog §1 Abs. 2 letzter Satz Luftverkehrsgesetz [LuftVG]) und werden nicht für sonstige (z.B. wissenschaftliche), insbesondere gewerbliche Zwecke eingesetzt.
Einer Erlaubnis durch die Landesluftfahrtbehörde bedarf der Aufstieg von Flugmodellen

  • mit mehr als 5 Kilogramm Gesamtmasse (§ 20 Abs. 1 Nr. 1a Luftverkehrs-Ordnung [LuftVO])
  • aller Art in einer Entfernung von weniger als 1,5 Kilometern von der Begrenzung von Flugplätzen (Flughafen Hamburg, Sonderlandeplatz Finkenwerder, die Segelflugplätze Fischbek und Boberg sowie die Hubschrauberlandeplätze an Krankenhäusern)
  • aller Art auf Flugplätzen (§ 20 Abs. 1 Nr. 1d LuftVO )

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1.2 Drohnen/ UAV

Wird ein Fluggerät nicht ausschließlich zum Zweck der fliegerischen Sport- oder Freizeitgestaltung eingesetzt, handelt es sich automatisch um eine Drohne/ UAV (§1 Abs. 2 letzter Satz LuftVG), für deren Betrieb unabhängig von ihrem Gewicht gemäß § 20 Abs. 1 Nr. 7 LuftVO grundsätzlich eine Erlaubnis der zuständigen Luftfahrtbehörde unter drohnen-aufstiege@bwvi.hamburg.de einzuholen ist.

2. Flugverkehrskontrollfreigabe im kontrollierten Luftraum

Der kontrollierte Luftraum erstreckt sich auf folgendes Gebiet (siehe blau gestrichelte Linien):

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Nach § 21 LuftVO ist für einen Aufstieg eines Flugmodells oder einer Drohne innerhalb des kontrollierten Luftraumes eine Flugverkehrskontrollfreigabe von der zuständigen Flugverkehrskontrollstelle (Deutsche Flugsicherung GmbH/ DFS) einzuholen. Die DFS hat jedoch in der NfL I 437-15 eine Allgemeinfreigabe für Flugmodelle bis zu einer Höhe von 30 Meter über Grund und für Drohnen/UVA bis zu einer Höhe von 50 Meter über Grund erteilt. Allgemeinfreigaben gelten jedoch nur dann, wenn Sie beim Aufstieg von Drohnen und Flugmodellen folgende Auflagen der DFS berücksichtigen:

  • Der Aufstieg von Flugmodellen und Drohnen ist nur bei Sichtwetterbedingungen erlaubt (siehe hierzu SERA-DVO 923/2012).
  • Die DFS stellt dem Steuerer keine Verkehrsinformationen zum Luftverkehr zur Verfügung.
  • Nachts darf der Aufstieg nur stattfinden, wenn das Fluggerät mit einer für andere Luftverkehrsteilnehmer gut sichtbaren Beleuchtung (nach Anlage 1 zur LuftVO) ausgerüstet ist.

Nähere Informationen zu Flugverkehrskontrollfreigaben für Flugmodelle und Drohnen erhalten Sie außerdem von der DFS.
In Hamburg muss die Freigabe für Flugmodelle per Email unter ballon.hamburg@dfs.de mindestens 5 Tage vor dem Aufstieg beantragt werden. Bei Drohnenaufstiegen beinhaltet die Erlaubnis der Luftfahrtbehörde Einzelheiten zur Flugverkehrskontrollfreigabe.

3. Verbote

Der Betrieb von Drohnen und Flugmodellen ist immer verboten, wenn

  • sie über Menschenansammlungen gesteuert werden sollen
  • diese sich außerhalb der Sichtweite des Steuerers befinden (§ 19 Abs. 3 LuftVO)
  • die Gesamtmasse des Geräts mehr als 25 Kilogramm beträgt (§ 19 Abs. 3 LuftVO)

Ausnahmen können nach Prüfung im Einzelfall zugelassen werden.
Die Nichteinhaltung der o.g. Vorschriften führt zur Einleitung eines Ordnungswidrigkeitsverfahrens (Bußgeld). Die Polizei beschlagnahmt i.d.R. das eingesetzte Fluggerät. Bei einer Gefährdung Dritter oder bei einer Verletzung datenschutzrechtlicher Bestimmungen kann ein Strafverfahren eingeleitet werden.

4. Anträge auf eine Aufstiegserlaubnis

Zuständig für die Erteilung von Erlaubnissen ist in Hamburg die Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation als Landesluftfahrtbehörde (§ 31 Abs. 2 Nr. 17 i.V.m. § 20 LuftVO).
Um einen Antrag erstmalig bearbeiten zu können, muss der Eigner der Drohne (siehe 1.2) bzw. des Flugmodells (siehe 1.1) bei der Luftfahrtbehörde Hamburg registriert werden. Hierfür ist ein Daten-/Leistungsblatt des Fluggerätes vorzulegen. Sodann muss eine Haftpflichtversicherung für Drittschäden abgeschlossen sein (eine Privathaftpflichtversicherung genügt in der Regel nicht!) und der Vertrag in Kopie eingereicht werden. Die Unterlagen können per E-Mail eingereicht werden. Im Weiteren muss der Steuerer benannt werden und einen Nachweis erbringen, dass er das Fluggerät in allen Situationen sicher beherrscht (Vorflug vor einem Mitarbeiter der Luftaufsicht Hamburg).
Der Nachweis für den Steuerer sowie die Vorführung der Drohne bzw. des Flugmodells bei der Behörde können entfallen, wenn eine Durchschrift einer bereits erteilten Erlaubnis seitens einer anderen Luftfahrtbehörde eingereicht wird.
Nach erfolgter Registrierung sind folgende Unterlagen zur Erteilung Aufstiegserlaubnis per E-Mail unter drohnen-aufstiege@bwvi.hamburg.de einzureichen.

4.1 Antragsformular

Das Antragsformular „Drohnenaufstieg“ ist vollständig auszufüllen und per E-Mail einzusenden. Es enthält folgende Daten:

  • Angaben zum Antragsteller
  • Angaben zum eingesetzten Gerät
  • Aufstiegstag und -Uhrzeit
  • Zweck des Aufstiegs
  • geplante Höhe

4.2 Weitere Unterlagen

  • ein aktueller Versicherungsnachweis zur Absicherung von Drittschäden (Haftpflicht) beim Aufstieg des UAV (gemäß §37 und §43 LuftVG
  • Kartenausschnitt (z. B. Google Maps etc.) zur Beurteilung des Aufstiegsortes
  • Einverständniserklärung des Grundeigentümers oder Verfügungsberechtigten
  • Datenblatt zum eingesetzten Gerät

5. Hinweise

  • Die Bearbeitungsdauer von Anträgen beträgt mindestens 3 Werktage
  • Es werden nur Einzelerlaubnisse (für jeden Aufstiegsort) und keine Allgemeinerlaubnisse erteilt.
  • Die Gebühr beträgt je nach Bearbeitungsaufwand mindestens 40 € für eine Einzelerlaubnis.
  • Bei mehr als einem Aufstiegsort/Tag erhöht sich die Gebühr um jeweils 10 €
  • Aus Sicherheitsgründen können keine Erlaubnisse für einen Zeitraum von mehreren Tagen erteilt werden. Sollte der Aufstieg am o.g. Tag (etwa aus Wettergründen) nicht stattfinden können, kann eine Verschiebung des Vorhabens beantragt werden. Die erste Terminänderung ist kostenfrei. vergrößern 1,5 km Grenze um Flugplätze und Landeplätze an Krankenhäusern 1,5 km Grenze um Flugplätze und Landeplätze an Krankenhäusern (Bild: BWVI)

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