Behörde für Schule und Berufsbildung

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Landeszentrale für politische Bildung Hamburg

Alfons Pannek

(30. März 1907 Hamburg - 20. Februar 1995 Lübeck)
Informant der Gestapo
Adresse: Eppendorfer Weg 205,
Wirkungsstätte: Eppendorfer Weg 205, Wendloher Weg 13, Eppendorf, ab Anfang 1945 Müggenkampstraße

Alfons Pannek wuchs in Hamburg in einem Arbeitermilieu auf und trat 1924 dem Kommunistischen Jugendverband (KJVD) bei, 1930 wurde er KPD Mitglied und übernahm verschiedene Funktionen. Nach der Machtübergabe an die Nationalsozialisten 1933 wurde er wie viele politische Gegner im KZ-Fuhlsbüttel inhaftiert, verhört und gefoltert. Nach seiner Freilassung floh er in die Tschechoslowakei und setzte in Prag sein politisches Engagement im Kreise deutscher Emigrantinnen und Emigranten fort. 1937 unterstützte er die Internationalen Brigaden im Spanischen Bürgerkrieg, hier wurde ihm die Funktion des Polit-Kommissars eines Bataillons übertrage. Nach einer Verwundung und einem Lazarettaufenthalt kehrte er nach Prag zurück und übernahm weitere leitende Funktionen. Nach der Besetzung der sogenannten „Rest-Tschechei“ durch die Wehrmacht, wurde Pannek erneut verhaftet. Er wurde nach Hamburg überstellt, verweigerte zunächst die Aussage, wurde gefoltert, ging in den Hungerstreik und wurde im Frühjahr 1940 für drei Monate in die „Heil und Pflegeanstalt Langenhorn“ verlegt. Nachdem er aus Langenhorn ins Untersuchungsgefängnis zurückkam, war er zur Zusammenarbeit mit der Gestapo bereit. Über den Einwilligungsgrund kann nur spekuliert werden. Ab 1940 arbeitete Alfons Pannek als Spitzel und Informant für die Gestapo. Bis zum Sommer 1943 bespitzelte er Mithäftlinge und identifizierte Personen, danach wurde er der Leiter einer Organisation, die aus verschiedenen Informanten bestand und von der Gestapo finanziert wurde, dafür warb Pannek Freunde und Familienmitglieder an (siehe Georg Pannek, Alfred Arbatschat). Er verdiente überdurchschnittlich viel, um die 450-500RM wobei sich das Durchschnitt seinkommen auf 191 RM belief. Scheinbar im Widerstand gegen das NS-Regime, verriet er durch diese Tarnung Freunde und Menschen aus seinem Umfeld an die Gestapo, davon überlebten mindestens 15 die Gestapohaft nicht.

Im Jahr 1949 musste sich Pannek für die Zusammenarbeit mit der Gestapo und die Folgen seiner Opfer vor dem Landgericht Hamburg verantworten und wurde zu zwölf Jahren Haft verurteilt. Aus formalen Gründen wurde dieses Urteil nicht rechtskräftig. Ein erneutes Verfahren wurde 1951 eingestellt, da Pannek nicht gegen deutsche Strafgesetze verstoßen, sondern strafbare Handlungen zur Anzeige gebracht habe und bei erneuten Festnahme entflohener Häftlinge mitgewirkt habe.

Als "Übersetzungsbüro" getarnt hatte Pannek im Wendloher Weg 13 seine Nachrichtenzentrale eingerichtet. Hier befanden sich die Karteien der überwachten Frauen und Männer. Anfang 1945 zog Pannek mit seiner Nacfhrichtenzentrale in die Müggenkampstraße . Dieses Büro "lief" unter dem Namen "Hauptwirtschaftsamt" und tarnte sich somit, indedm es als ein e städtische Behörde ausgegeben wurded. [1]

Text: Katharina Tenti

Quellen:
Herbert Diercks: Der Einsatz von V-Leuten bei der Hamburger Gestapo, in: KZ-Gedenkstätte Neuengamme (Hg.): Polizei, Verfolgung und Gesellschaft im Nationalsozialismus. Beiträge zur Geschichte der nationalsozialistischen Verfolgung in Norddeutschland; 15, Bremen, 2013, S. 119-135; Herbert Diercks: Dokumentation Stadthaus. Die Hamburger Polizei im Nationalsozialismus. Texte, Fotos, Dokumente, KZ-Gedenkstätte Neuengamme, Hamburg 2012

1 Herbert Diercks: Der Einsatz von V-Leuten im Sachgebiet "Kommunismus" der Hamburger Gestapo 1943 bis 1945. In: Polizei, Verfolgung und Gesellschaft im Nationalsozialismus. Beiträge zur Geschichte der nationalsozialistischen Verfolgung in Norddeutschland. Hrsg. von der KZ-Gedenbkstätte Neuengamme. Heft 15. Hamburg 2013, S. 123f.
 

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