Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen

Was war hier früher? Die Geschichte des Ortes

Das Gebiet rund um den Diebsteich war bis zur zweiten Altonaer Stadterweiterung im Jahr 1890 eine grüne Wiese. Von West nach Ost schlängelte sich die Isebek, die damals den Diebsteich
speiste, der Ende des 17. Jahrhunderts aufgestaut wurde, um eine Mühle anzutreiben. Der Name „Diebsteich“ stammt wahrscheinlich von der plattdeutschen Bezeichnung für „tiefer See“.

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Die Geschichte des Ortes

Die Entstehung der Grünanlagen

Altona sicherte sich diese Ländereien frühzeitig und plante zunächst, großbürgerliche Villen zu errichten, vor allem um mehr Steuern zu beziehen. Diese Pläne wurden allerdings größtenteils nie umgesetzt. Einzig die großzügigen Straßen- züge und die Grünflächen zeugen noch heute davon. Eine der bedeutsamsten Grünflächen in dem Gebiet ist der Friedhof Diebsteich, der 1868 als Parkanlage angelegt wurde. Der Friedhof beeindruckt noch heute durch seine Formenvielfalt und durch die individuelle Grabmalkultur der Sinti und Roma im katholischen Bereich der Anlage.  

Arbeiterwohnen statt Villen

Anstelle der Villen entstanden rund um den Diebsteich in den 1920er-Jahren Arbeiter-wohnungen, das Industrie- und Gewerbegebiet sowie der grüne Ring für Sport, Naherholung und Gesundheit. Durch die zunehmende Versiegelung im Rahmen der städtischen Entwicklungen ver-siegte der Bach zunehmend bis der Diebsteich 1913 endgültig verschwand.

Kurzes Vergnügen im Lunapark

Dort, wo sich heute das Arbeitsamt und die Sportstätten befinden, entstand 1913 der Lunapark. Der Vergnügungspark sollte vor allem den einfachen Leuten eine Möglichkeit zur Freizeit- gestaltung geben. Es war allerdings nur ein kurzes Vergnügen, denn der Lunapark wurde im Ersten Weltkrieg geschlossen. Zwei Wiederbelebungsversuche nach Kriegsende sind gescheitert. In den 1920er-Jahren erfolgte schließlich die Überplanung.

Die Ansiedlung der Post

Neben den ehemaligen Arbeiterwohnungen, der Ansiedlung von Industrie und Gewerbe sowie den Sportplätzen prägen heute vor allem die Bahn und die Post das Gebiet. Bis 1962 befand sich auf dem Gelände der Post noch der Kaltenkircher Bahnhof. Anfang der 1970er-Jahre übernahm die Post den Standort und errichtete dort die Lagerhalle und das Paketpostamt. Sie nahm damals noch große Flächen in Anspruch, einschließlich des heutigen Metro-Geländes. 1973 wurde der Postbahnhof vom Hühnerposten an den Diebsteich verlegt, um von dort aus die Pakete und Post mit eigenen Waggons zu verschicken. 1997 wurde der Transport per Bahn schließlich eingestellt. Seitdem wurde der Standort immer weiter umgebaut. Teile wurden aufgegeben und an die Metro verkauft. Heute befinden sich am Diebsteich das Seepostamt sowie das Brief- und Paketverteilzentrum.