Weiterbildung Diplomstudiengänge

Diplom-Studiengänge sind im Rahmen der Bologna-Prozesse zunehmend durch Bachelor - und Masterabschlüsse ersetzt worden. Wer auf Diplom studiert, kann auf eine lange Tradition zurückblicken. 

Diplomstudiengänge

Mit zunehmender Globalisierung hat sich das deutsche Bildungssystem in den letzen Jahren verändert. Immer stärker werden Studiengänge und akademische Grade internationalisiert, um Akademikerinnen und Akademikern auch den Weg in ausländische Arbeitsmärkte zu erleichtern.

So wird das Diplomstudium im Rahmen der Bologna-Prozesses von 2010 zunehmend durch den Bachelor-Studiengang ersetzt. An vielen Hochschulen ist das Diplomstudium bereits ein Auslaufmodell.

Urkunde für besondere Leistungen 

Dabei kann es auf eine lange Tradition zurückschauen: Der Begriff „Diploma“ stammt aus dem Altgriechischen und bedeutet wörtlich übersetzt ein zweifach gefaltetes Schreiben. Schon bald verstand man unter Diplom eine Urkunde für besondere Leistungen. In Deutschland wurde das Diplom als Hochschulgrad 1899 eingeführt. An den technischen Hochschulen Preußens wurde das Diplom zunächst ausschließlich Ingenieuren verliehen.
Erst Ende der fünfziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts konnten Studierende in der Bundesrepublik ein Diplom als Hochschulabschluss auch in sozial- und wirtschaftswissenschaftlichen Studienfächern ablegen.

Aufbau des Diplomstudiums

Das praxisorientierte Diplom-Studium unterscheidet sich in Struktur und Abschluss vom „moderneren“ Bachelor-Studium. Ein Diplom-Studiengang ist zweigeteilt: Nach einem zweijährigen Grundstudium, das die Studierenden mit einem Vordiplom abschließen, beginnt ein Hauptstudium mit Praktika und Vorlesungen. Die Anwesenheit bei Vorlesungen wird nicht überprüft und auch der Wissensstand wird nicht in regelmäßigen Prüfungen abgefragt. Zur Diplomprüfung zugelassen sind die Studierenden, wenn sie alle erforderlichen Praktika absolviert haben. Die Diplomprüfung besteht aus vier mündlichen Prüfungen, die innerhalb einer bestimmten Frist abgelegt werden müssen. Anschließend müssen die Studierenden innerhalb von sechs Monaten eine Diplomarbeit in einem ausgewählten Fachgebiet anfertigen.  

Aufbau des Bachelorstudiums

Das Bachelor-Studium ist in der Regel kürzer und endet mit einem berufsqualifizierenden Abschluss. Erst nach weiterführendem Studium können die Studierenden einen Master erwerben, der dem akademischen Grad des Diploms entspricht. Das Bachelor-Studium ist modular aufgebaut. Die Studierenden können die einzelnen Module meist in beliebiger Reihenfolge abgeschlossen. Bei sämtlichen Lehrveranstaltungen gibt es Abschlussprüfungen, die mit Kreditpunkten (Credits) bewertet werden. Der Bachelor-Abschluss erfordert 180 Credits. Im Durchschnitt werden pro Jahr 60 Credits erreicht.

Trend

Während in den bisherigen Studiengängen (Diplom, Magister, Lehramt) ein erster Abschluss nach frühestens 8 bis 10 Semestern erworben wurde, erfordert der Bachelor-Abschluss nur eine Regelstudienzeit von 6 Semestern. Schon wegen der Zeitersparnis wird das Bachelor-Studium immer beliebter. Die Wahl für oder gegen ein Diplom-Studium wird den Studierenden womöglich in Zukunft abgenommen. Denn die meisten Studiengänge sind bereits auf Bachelor und Master umgestellt oder werden innerhalb der nächsten Jahre umgestellt. 

Einzelne Diplomstudiengänge, zum Beispiel der Architektur oder des Archiv- und Bibliothekswesen finden Sie an staatlichen Hochschulen und Fachhochschulen oder im Fernstudium zu finden. Zum Beispiel beim Wings-Fernstudium an der Hochschule Wismar oder an der FernUniversität in Hagen.