Internetanbieter In wenigen Schritten zum richtigen DSL-Tarif

Langsame Leitung, hoher Preis, schlechter Service: In vielen Fällen lohnt es sich, seinen Internetprovider zu wechseln. Wie Sie am besten vorgehen.​​​​​​​​​​​​​​ 

Internetanbieter

Warten vorm Bildschirm

Der Film ruckelt, die E-Ausgabe der Lieblingszeitung baut sich nur im Schneckentempo auf und das Herunterladen von Dateien dauert ewig: Oft ärgern sich Verbraucher darüber, dass das Internet nicht so schnell ist wie von den Anbietern vollmundig versprochen wird. Zudem sinken seit einiger Zeit die Preise, während man unter Umständen noch einen älteren Vertrag mit teurem Tarif hat. Untersuchungen zeigen, dass sich insbesondere bei Highspeed-Tarifen die Kosten im Fall eines Wechsels oft deutlich mindern lassen. Bei älteren Verträgen kommt es zudem vor, dass der Telefonanschluss zum Beispiel von der Telekom bereitgestellt wird und der Internetanschluss von einem anderen Anbieter. Dabei kann man durchaus mit dem gesamten Anschluss zu einem Anbieter wechseln – und erhält dann Telefon sowie Internet bequem aus einer Hand. Verbraucher sollten noch weitere Kriterien bedenken: Tests zufolge unterscheidet sich der Kundenservice von Anbietern deutlich, so bleiben etwa  E-Mails besonders häufig unbeantwortet. 

Telekom an der Spitze

Gründe genug, einen neuen Tarif zu wählen. DSL ist laut Bundesnetzagentur nach wie vor die am meisten verbreitete Verbindungsart und zählte 2017 rund 24 Millionen Anschlüsse. DSL steht für "digital subscriber line" (auf Deutsch: digitaler Teilnehmeranschluss). Wechselwillige haben die Qual der Wahl unter den Anbietern: Die Deutsche Telekom war im ersten Quartal 2017 größter DSL-Anbieter. Mehr als zwölf Millionen Verbraucher haben ihren DSL-Anschluss bei dem Unternehmen. Danach folgen 1&1 mit mehr als 4,2 Millionen Kunden und Vodafone mit knapp 2,9 Millionen Kunden.

Neben zahlreichen weiteren großen DSL-Anbietern wetteifern eine Reihe kleinerer, meist regionaler Anbieter um die Gunst der Kunden. Dazu zählt etwa EWE Tel im Nordwesten Deutschlands. Die größte Konkurrenz für klassische DSL-Anbieter sind die Kabel-Unternehmen, die den Internetzugang über das heimische TV-Kabelnetz ermöglichen und oft höhere Datenraten anbieten können.

So klappt der Wechsel in wenigen Schritten:

Rechtzeitig planen
Zunächst sollte man sich darüber informieren, wann der Vertrag ausläuft und welche Kündigungsfristen beim Internetanbieter zu beachten sind. Seit Juni 2017 muss eine Frist auf dem sogenannten Produktinformationsblatt stehen. Viele Verträge verlängern sich um ein weiteres Jahr, wenn man nicht drei Monate im Voraus kündigt. Daher sollte man einen Anbieterwechsel mehr als ein Vierteljahr vor dem potenziellen Vertragsende angehen. Ein Umzug bedeutet übrigens nicht, dass ein Provider einen Nutzer während der Vertragslaufzeit aus dem Vertrag entlassen muss.

Preise vergleichen
Die Unternehmen wetteifern aufgrund des Konkurrenzdrucks mit niedrigen Preisen um Kunden. Eine Untersuchung des Vergleichsportals check24 zeigt, dass die Preise in den vergangenen Jahren spürbar gesunken sind: Sie lagen 2016 durchschnittlich bei 21,54 Euro – das sind fünf Prozent weniger als 2015 (22,58 Euro). 2014 betrugen sie noch 23,66 Euro. Mit der Wahl des passenden Angebots lässt sich daher viel Geld sparen. Dafür können Sie unseren DSL-Servicerechner nutzen, der die Ergebnisse in wenigen Sekunden auflistet.

Geschwindigkeit
Ein wichtiges Kriterium bei der Wahl des Internetanbieters ist die Geschwindigkeit, die in Bits pro Sekunde angegeben wird. Die nächsthöhere Einheit sind Megabit pro Sekunde, danach folgen Gigabit. Durch den Ausbau von schnellem Internet sind in vielen Gebieten mehr Megabit verfügbar als noch vor wenigen Jahren. Gleichzeitig haben viele Verbraucher noch einen älteren Vertrag –  Zeit also, ihn auf leistungsfähigere Angebote hin zu prüfen. Dabei sollte man sich selbstkritisch fragen: Wie viel Datenvolumen brauche ich eigentlich wirklich? Dies hängt von der Anzahl der Nutzer und von den Surfgewohnheiten ab: Falls zum Beispiel zwei Personen im Haushalt leben, die intensiv Filme streamen, sollten sie mindestens 50 Megabit pro Sekunde wählen. Wer nur ab und zu seine E-Mails checkt, kann mit 6 Megabit pro Sekunde ausreichend bedient sein.

Vertragslaufzeit beachten
DSL-Tarife werden gern mit Laufzeiten von 24 Monaten angeboten. Für die Anbieter bedeutet das sicheres Geld vom Kunden. Für diesen wiederum kann die Laufzeit ärgerlich sein, falls er umzieht oder aus anderen Gründen den DSL-Anbieter vorzeitig wechseln will. In vielen Fällen muss der Kunde dann den DSL-Anschluss weiter zahlen oder eine Pauschale berappen, um aus dem Vertrag zu kommen. Das muss nicht sein: Es gibt auch DSL-Tarife ohne Mindestlaufzeit. Übrigens: Anbieter sind sogar verpflichtet, auch Verträge mit einer Mindestlaufzeit von zwölf Monaten anzubieten. Allerdings bedeuten kürzer laufende Angebote häufig höhere Grundkosten.

Kündigen
Die Kündigung wird vom neuen Anbieter beim alten Provider eingereicht – der Kunde muss also nur den Wechselauftrag an den neuen Anbieter senden. So kann man bei einem Wechsel von einem DSL-Anbieter zum anderen vorgehen. Wer einen Kabelanbieter wählt, muss seinem DSL-Anbieter selbst kündigen.   

Rufnummer behalten
Bei einem Wechsel des Anbieters haben Sie nach dem Telekommunikationsgesetz (TKG) einen Rechtsanspruch darauf, die Rufnummer zu behalten. Ein Wechsel liegt vor, wenn Sie einen Vertrag mit einem neuen Anbieter des Telefondienstes abgeschlossen haben und die Vertragsbeziehung mit dem bisherigen Anbieter beendet ist. Der Kunde muss die Beibehaltung der Nummer – Portierung genannt – beim neuen Anbieter beauftragen. Dieser stimmt dann die Portierung mit dem alten Anbieter ab. Die Mitnahme kostet – je nach Anbieter – bis zu 29,95 Euro. Achtung: Bei einem Tarifwechsel  ohne Wechsel des Anbieters besteht nach dem TKG kein Rechtsanspruch darauf, die Rufnummer zu behalten. Darüber kann der Anbieter dann entscheiden.

Vorgang abschließen
Die Umschaltung muss laut Telekommunikationsgesetz innerhalb eines Tages vollzogen sein – länger darf ein Kunde nicht ohne Anschluss sein. Andernfalls sollten Sie sich kurzfristig schriftlich oder per E-Mail an die Bundesnetzagentur wenden. Diese kann eine gesetzeswidrige Unterbrechung der Leitung mit einer Geldbuße bis zu 100.000 Euro ahnden.

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