Senatskanzlei

Ehrenbürger seit 2007 John Neumeier

Der Chef des Hamburg Balletts ist der vierte Künstler und der erste Ehrenbürger, der im Ausland geboren wurde.

John Neumeier

"Herr Professor Neumeier genießt auf Grund seines weltweiten Rufs nicht nur die Anerkennung des Fachpublikums, sondern ist ohne Zweifel zum Kulturbotschafter Hamburgs und darüber hinaus der Bundesrepublik Deutschland geworden", heißt es in der Ehrenbürger-Urkunde für den 65-jährigen.

Der damalige Erste Bürgermeister Ole von Beust vor der Bürgerschaft: "Ich glaube, es ist nicht übertrieben, zu sagen: Die Hamburger und 'ihr Ballett', die Hamburger und 'ihr John Neumeier' - das ist eine große Liebe". Der Bürgermeister wies darauf hin, dass erst Neumeier das Hamburg Ballett zu Weltruhm geführt habe. Und trotz seiner Herkunft aus Milwaukee in den USA werde der Choreograph stets als der "Hamburger" wahrgenommen, nicht als "Amerikaner".

Bürgerschaftspräsident Berndt Röder teilte Neumeier den Beschluss des Landesparlaments zur Ehrenbürgerschaft im Festsaal des Rathauses förmlich mit. Und er wies darauf hin, dass es eine Öffnung hin zu Menschen aus Kunst und Gesellschaft bei der Auswahl der Ehrenbürger gebe. Früher habe man ausschließlich an Honoratioren und Politiker gedacht. Röder hob die besondere Schaffenskraft Neumeiers hervor. Er habe 125 Choreografien geschaffen, darunter als untanzbar geltende Kompositionen von Bach und Mahler fürs Ballett umgesetzt. "Im Zentrum ihres Wirkens stand und steht immer die Identität von Tänzer und Mensch", sagte der Bürgerschaftspräsident.

Bürgermeister Ole von Beust nannte "Ein Sommernachtstraum" nach Shakespeare mit der Musik Felix Mendelsohn-Bartholdys das "Chef d'Oeuvre" Neumeiers. Mit dem Sommernachtstraum sei des Neumeier immer wieder neu gelungen, das Publikum in eine Welt voller Schönheit und Anmut, voller Phantasie und Sehnsucht mitzunehmen. "Anders als Lysander, der im 'Sommernachtstraum' die Flüchtigkeit des Glücks beklagt, ist das Glück, ist John Neumeier, Hamburg stets treu geblieben - trotz zahlreicher, verlockender Angebote."

John Neumeier, Hamburgs 33. Ehrenbürger, beantwortete die Frage, warum er Hamburg seit 34 Jahren treu geblieben sei. Er fühle sich erstens immer noch "unterwegs" in Hamburg. Er habe zweitens die Gegenwartskunst in die Zukunft fortsetzen und deshalb mit Geduld eine Schule etablieren wollen. Und drittens sei er hier wegen seiner Tänzer. "Was ich nicht überall haben kann, ist täglich meine eigene Entwicklung in der ernsthaften Arbeit anderer Künstler - dem Hamburg Ballett - gespiegelt zu sehen, so hingebungsvoll, so intensiv wie nirgendwo sonst auf der Welt."

Und Neumeier gab ein Versprechen: "Ich fühle mich nicht im passiven Sinn geehrt, sondern inspiriert und aktiviert, dieser Stadt, die mir soviel gegeben hat, zu ehren, ihr soviel ich kann zurückzugeben."

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