Bezirk Eimsbüttel

Pressemitteilung Bürgerbeteiligung Entwicklung Stellingen

Bezirksamt Eimsbüttel - Entwicklung Stellingen - FHH - hamburg.de

Auf einer der letzten großen Liegenschaftsflächen in Eimsbüttel besteht am Sportplatzring im Bereich des Bebauungsplan-Entwurfs Stellingen 62 die Chance zur Entwicklung eines neuen Wohnquartiers.

Auf dem insgesamt rund 7,5 ha großen Gelände zwischen Sportplatzring, Basselweg und Stellinger Steindamm soll nun in zentraler Lage ein gemischtes innerstädtisches Quartier mit vielfältigen attraktiven Wohnungsangeboten entstehen.

Nutzungsschwerpunkt wird das Wohnen – auch das geförderte Wohnen – sein, zudem sollen Einzelhandel sowie ergänzende soziale und gemeinschaftliche Einrichtungen in einem neuem Stadtteilhaus für Stellingen und voraussichtlich ein neuer Standort für den traditionsreichen Sportverein TSV Stellingen von 1888 e.V. geplant werden. Außerdem sollen Freiflächen qualifiziert und erhalten werden. Perspektivisch sollen die Oberstufengebäude der Stadtteilschule Stellingen am Sportplatzring an den Hauptstandort

Brehmweg verlagert und das Schulgrundstück für den Wohnungsbau genutzt werden.

Hintergrund für dieses Vorhaben ist die Entscheidung der Universität Hamburg, den Fachbereich Informatik von der Vogt-Kölln-Straße zum Geomatikum an der Bundesstraße im Stadtteil Rotherbaum zu verlagern. Da auf dem Gelände an der Vogt-Kölln-Straße aufgrund des Fluglärms kein Wohnungsbau zulässig ist, sollen die Sportflächen vom Sportplatzring an die Vogt-Kölln-Straße verlagert werden. Dadurch steht die Fläche am Sportplatzring für die geplanten Nutzungen zur Verfügung.

 

Wettbewerb

Um die städtebauliche Qualität im Prozess zu sichern wurde im März 2014 ein städtebaulichfreiraumplanerischer Realisierungswettbewerb mit einer hochbaulichen Vertiefung ausgelobt, der die Grundlage für das Bebauungskonzept bieten soll. 10 Teilnehmer nahmen an dem Verfahren teil. Die Jurysitzung erfolgte am 18. Juni 2014.

 

Gewinner des Wettbewerbsverfahrens ist die Hamburger Arbeitsgemeinschaft aus coido architects mit den Freiraumplanern Breimann und Bruun. Ihr Entwurf wurde aus 10 Beiträgen ausgewählt und soll jetzt die Grundlage für die Aufstellung eines neuen Bebauungsplans werden.

Das Preisgericht unter Vorsitz von Prof. Dr. Franz Pesch aus Stuttgart überzeugte vor allem die klare städtebauliche Haltung und die sorgfältige Auseinandersetzung mit den Ergebnissen der Bürgerbeteiligung.

 

Bezirksamtsleiter Dr. Torsten Sevecke:

„Der robuste Grundansatz dieser Arbeit bietet viele gute Ideen und lässt Raum für Möglichkeiten.

Die Hinweise und Anregungen aus der Bürgerbeteiligung wurden zielgerichtet aufgegriffen und das Baugebiet kann so zu einem Bindeglied zwischen den angrenzenden Nachbarschaften in Stellingen werden. Vor allem die Idee, an einem Punkt öffentliche Nutzungen zu konzentrieren, hat uns alle überzeugt.“

 

Neben dem 1. Preis wurde ein 2. Preis an das Büro Rheinflügel Severin aus Düsseldorf mit Lavaland Landschafstarchitekten aus Berlin und ein 3. Preis an das Team Jan Derveaux, Berlin mit Franz Reschke Landschaftsarchitekt Berlin vergeben. Eine Anerkennung erhielt der Beitrag von cobe Architects Berlin mit Man Made Land aus Berlin.

 

Aus der Beurteilung des Preisgerichts:

„Insgesamt handelt es sich um eine gute maßstäbliche Arbeit, die sich in die umgebenden Strukturen einfügt. Der Bürgerwunsch nach Erhalt bzw. Schaffung von Grünflächen und öffentlichem Raum wurde bestmöglich erfüllt und die Zuordnung privater/öffentlicher Raum ist gut erkennbar. Besonders die Verortung des Bürgerhauses in Einheit mit dem TSV und in direkter Nähe zum öffentlichen Marktplatzentspricht den Vorstellungen vieler Stellinger.

[…]

Der "Stellinger Platz“ ist ein kleiner Stadtteilplatz, der in seiner Proportion dem neuen Quartier angemessen erscheint. Er ist durch seine Verortung im Kreuzungspunkt der Verlängerung des Dörpkamps sowie von Norden und vom Basselweg kommend hervorragend positioniert. Flankiert wird der Platz von attraktiven kleinteiligen Erdgeschoß-Gewerbezonen für Café und Shops und im Norden von Wohnungsbaumit grünen Vorzonen.

[…]

Der nördlich angrenzende Wohnungsbau ist in sich stimmig proportioniert. Die zwei Baufelder gliedern sich im Innenbereich nochmals und bieten private Wohnhöfe und Spielflächen für die Bewohner. Sie weisen eine gute Adressbildung auf und zeichnen sich durch einen hohen Grünanteil und gute Besonnung aus. Es wird ein Mix aus Townhouses, Baugruppen freifinanzierter und geförderter Wohnungsbau vorgeschlagen, wobei die Mischung zu diskutieren ist.“

 

Beteiligung der Öffentlichkeit

Um die Öffentlichkeit frühzeitig in diesen Prozess einzubinden wurde ab Herbst 2012 ein umfangreiches Beteiligungsverfahren durchgeführt. Neben Informationsveranstaltungen und Interviews mit Schlüsselpersonen im Stadtteil wurden in mehreren zum Teil halbtägigen Workshops frühzeitig vor dem geplanten städtebaulichen Wettbewerb Ideen und Anregungen der Bürger umfassend aufgenommen. Wichtige Themen wurden in Fokusgruppen vertiefend behandelt. Die ebenfalls geplante Jugendbeteiligung erfolgte im September 2013 in Form eines Modellbauwettbewerbs.

 

Die Ergebnisse der Beteiligung sind in die Auslobung für den städtebaulichen Wettbewerb eingeflossen.

Zudem wurden Bürgervertreter gewählt, die stimmberechtigt die Interessen der Bürger in der Jurysitzung vertreten.

 

Präsentation der Ergebnisse

Die Ergebnisse des städtebaulichen Wettbewerbs werden am

Montag, den 30. Juni 2014

ab 19 Uhr

in einer Informationsveranstaltung im Haus für Jugend, Kultur und Stadtteil, Sportplatzring 71 in

Stellingen der Öffentlichkeit präsentiert.

 

Bereits ab 18 Uhr haben die Bürger Gelegenheit, sich alle Arbeiten vorab im Haus für Jugend, Kultur und Stadtteil im Rahmen eines Infomarkts anzusehen. Anschließend werden die Wettbewerbsbeiträge in einer Ausstellung vom 1. Juli 2014 (ab 14 Uhr) bis 22. Juli 2014 im Sitzungsaal des Rathaus Stellingen (Basselweg 73, Raum 200) gezeigt. Die Öffnungszeiten sind von Montag bis Freitag von 8 bis 18 Uhr. Zusätzlich wird es an dem Wochenende vom 5. und 6. Juli 2014 eine Öffnung der Ausstellung von 11 bis 18 Uhr geben.