Behörde für Umwelt und Energie

Power to Gas Hier weht bald die Windkraft ins Gasnetz

Zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen: Wenn man Windenergie in Gas umwandelt, wird sie problemlos speicherbar und verfügbar, soweit das Erdgasnetz reicht.

Hier weht bald die Windkraft ins Gasnetz

Eines der ehrgeizigsten Projekte der Hamburger Energiewende hat Hansewerk auf seinem Betriebsgelände in Reitbrook realisiert. Eine Power-to-Gas-Anlage wurde hier im Oktober 2015 in Betrieb genommen. Die Anlage wandelt mittels Elektrolyse Windstrom in Wasserstoff um, das dann ins Erdgasnetz eingespeist wird. Die Technologie könnte zur Lösung von zwei zentralen Problemen beim Umstieg auf die erneuerbaren Energien beitragen: Den Mangel an Speichermöglichkeiten und die Kapazitätsengpässe in den Höchstpannungs-Stromnetzen.

 

Erneuerbare Energien gehen neue Wege: durchs deutschlandweite Erdgasnetz

 

Wenn im Norden mal wieder eine steife Brise weht, ist zeitgleich der Strombedarf nicht immer hoch. An kalten Wintertagen hingegen regt sich oft kein Lüftchen. Doch gerade dann braucht Hamburg viel Energie für Licht und Heizung. Statt überschüssigen Windstrom für solche Tage zu speichern, werden aktuell Anlagen abgeschaltet, weil ihr Ertrag aufgrund von Engpässen in den Stromnetzen nicht mehr vollständig abtransportiert werden kann. Das kostet viel Geld und wertvolle Energie.

Die Lösung bietet Power-to-Gas durch das Umwandeln in Wasserstoff: So lässt sich die Windenergie als Beimischung im Erdgas beliebig speichern und bei Bedarf per BHKW wieder als Strom und Wärme nutzen. Und das geht überall, wo ein Erdgasanschluss möglich ist – also praktisch in ganz Hamburg und fast überall in Deutschland. Weil Hamburg am Energiedrehkreuz zwischen windreichem Norden und den Energieleitungen in Deutschlands Industrieregionen liegt, ist hier der richtige Standort: Hamburgs Energiewende setzt Impulse.