Institut für Hygiene und Umwelt

Infektionsepidemiologie Meldepflichtige Infektionskrankheiten in Hamburg 2009

Jahresbericht Zentrum für Impfmedizin und Infektionsepidemiologie Hamburg

2009 war ein Jahr infektionsepidemiologischer Ausnahme- und Sondersituationen. Das Auftreten einer neuen Variante des Influenza-Virus A (H1N1) in Nordamerika führte zur ersten Influenza-Pandemie des 21. Jahrhunderts. Allein in Hamburg dürften an der Pandemischen Influenza mehr als 6.000 Menschen erkrankt sein, vier davon verstarben an den Folgen der Erkrankung. Ihren Höhepunkt erreichte die Pandemiewelle im November 2009. In dieser Phase wurden in Hamburg zeitweilig mehr als 1.000 Neuerkrankungen in einer Woche gezählt. In der Rückschau kann es als glücklicher Umstand gewertet werden, dass die Pandemische Influenza (H1N1) 2009 nicht mit einem höheren Anteil an schweren und lebensbedrohlichen Krankheitsverläufen einher ging. Andere Subtypen und Varianten des Influenza-Virus haben sich da in der Vergangenheit schon als wesentlich aggressiver und gefährlicher erwiesen. Daher gibt es im Vorfeld bzw. zu Beginn einer solchen Pandemie für Gesundheitspolitik und Gesundheitswesen keine Alternative dazu, sich zu wappnen und sich auf das Schlimmste vorzubereiten.

Während die Pandemische Influenza im Großen und Ganzen die zweite Jahreshälfte 2009 beherrschte, waren Hamburg und Teile des Hamburger Umlandes in der ersten Jahreshälfte von einem der größten Ausbrüche von Masern der letzten Jahrzehnte betroffen. Über einen Zeitraum von 6 Monaten wurden allein in Hamburg 216 Erkrankungsfälle gezählt, davon waren ein Drittel Erwachsene über 20 Jahre. Todesfälle an Masern waren zwar nicht zu beklagen, jedoch weist die Tatsache, dass 40 Prozent der Erkrankten in Krankenhäusern stationär behandelt werden mussten, deutlich darauf hin, dass die Masern alles andere als eine harmlose Erkrankung sind. Die epidemiologischen Details und Charakteristika dieses Ausbruchs vermitteln wichtige Lehren, zum Beispiel hinsichtlich der Rolle von Gemeinschaften und Bevölkerungsgruppen mit unzureichend geimpften Kindern aber auch hinsichtlich der Rolle von empfänglichen Erwachsenen bei der Dynamik derartiger Ausbrüche, die bei den Überlegungen zur künftigen Ausgestaltung von Impfempfehlungen und -strategien von Nutzen sein dürften.

Den ausführlichen epidemiologischen Jahresbericht "Meldepflichtige Informationskrankheiten in Hamburg 2009" des Zentrums für Impfmedizin und Infektionsepidemiologie - eine Abteilung des Instituts für Hygiene und Umwelt der Behörde für Soziales, Familie, Gesundheit und Verbraucherschutz - können Sie unter "Downloads" herunterladen.

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