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Mehr Naturschutz in der City Erweiterung des Naturschutzgebiets Eppendorfer Moor

Das Naturschutzgebiet „Eppendorfer Moor“ direkt an der Alsterkrugchaussee wurde am 30.12.2014 von 15,3 ha um gut zwei Drittel (10,7 ha) auf 26 ha erweitert. Die Erweiterung soll bereits bestehende, wertvolle Biotope und renaturierte Flächen in unmittelbarer Umgebung in das Schutzgebiet einbeziehen. Die Senatsentscheidung geht auf einen Beschluss der Bezirksversammlung Hamburg-Nord vom November 2012 zurück.

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Naturschutzgebiet Eppendorfer Moor

Abwechslungsreiche Moorlandschaft

Das Eppendorfer Moor zeichnet sich besonders durch einen vielgestaltigen, reich strukturierten Moorkomplex aus. Hier wechseln sich Schilfröhricht, Schlankseggen-Ried, Glockenheide-Gesellschaft mit Pfeifengras und Weiden-Faulbaum-Gebüsch auf engem Raum ab. Hier wachsen Sumpf- und Königsfarn, Wasserfeder, Sumpf-Blutauge, Glockenheide, Lungenenzian und Gagelstrauch. Das Moor bietet Lebensraum für viele Brutvogelarten. In den letzten zehn Jahren konnten Zwergtaucher, Eisvogel, Grauschnäpper, Grünspecht, Kleiber und Sumpfmeise als Brutvögel nachgewiesen werden: Auch Mäusebussard und Habicht wurden gesichtet.

Heimat für Fledermäuse, Schmetterlinge und Frösche

Im Bereich um den zentralen Teich wurden verschiedene Fledermausarten kartiert. Besonders für Schmetterlinge stellt das Eppendorfer Moor einen reich strukturierten Lebensraum dar: 1989 konnten hier 641 Arten, davon 78 der Roten Liste, nachgewiesen werden. Der zentrale Niedermoorbereich ist Lebensraum für 25 verschiedene Libellenarten. Vor Ort gibt es kleine, aber stabile Vorkommen vom seltenen Moorfrosch, vom Gras- und Wasserfrosch sowie der Erdkröte. Auch der Teichmolch ist hier schon beobachtet worden.

Geschichte

Auf der Weltausstellung im Jahre 1904 in St. Louis, Missouri, erhielt das Botanische Staatsinstitut Hamburg eine Goldmedaille für eine Ausstellung über die Flora des Eppendorfer Moores. Botanische Aufnahmen der letzten Jahrhunderte belegen eindrucksvoll den früheren Reichtum des Eppendorfer Moors an Moorpflanzen und Orchideen. Der Hamburger Botaniker Dreves und sein Berliner Kollege Hayne haben das Moor 1798 für die Botanik entdeckt. Der Mittlere Sonnentau (Drosera intermedia) wurde von Hayne als neu für die Wissenschaft beschrieben, mit dem Eppendorfer Moor als "locus classicus" dieser Art. Aber auch heute noch besitzt das Schutzgebiet einen hohen Stellenwert als Lebensraum moortypischer Tier- und Pflanzenarten - keine andere deutsche Großstadt hat ein so zentral gelegenes Naturschutzgebiet.

Übersichtskarte Natur- und Landschaftsschutzgebiete

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