Erdbeben am 8. April 2000
Am Sonnabend, d. 8. April 2000, sind von den Anwohnern in Bahrenfeld/Gr. Flottbek gegen 21:30 Uhr im Bereich Notkestraße, Seestraße, Windmühlenstraße starke Erschütterungen in Verbindung mit explosionsähnlichen Geräuschen gespürt worden, die dazu führten, dass Geschirr in den Vitrinen klirrte. Die Erschütterungen waren besonders in den oberen Stockwerken der Wohnungen spürbar.
Das Geologische Landesamt ist der Auffassung, dass es sich um ein lokal begrenztes Erdbeben, ein sog. Einsturzbeben handelte. An derselben Stelle sind schon früher Beben aufgetreten (s. Karte). Diese Beben werden durch Einstürzen unterirdischer Hohlräume verursacht. Solche Hohlräume sind in Hamburg auf das Gebiet des Salzstockes Othmarschen-Langenfelde begrenzt. Sie sind mit tektonischen Beben, die durch Spannungsabbau von Gebirgsschollen entstehen, hinsichtlich ihrer wesentlich größeren Stärke und weiteren Ausdehnung nicht vergleichbar. Das Einsturzbeben vom 8. April wurde auch deshalb auf den benachbarten seismischen Stationen (Segeberg, Gorleben) nicht registriert. Dem Geologischen Landesamt sind Schäden aus diesem Beben bisher nicht bekannt.
(Pressestelle des Senats)
Aus historischer und jüngerer Zeit sind ähnliche lokale Einsturzbeben überliefert (nach Angaben der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe in Hannover und Literaturhinweisen (Grube, 1970: "Baugeologie der Lockergesteine im weiteren Hamburger Raum")):
- 22. Januar 1760
- 8. August 1771
- 7. Dezember 1904
- 16. Januar 1907
- 29. September 1929
- 6. Oktober 1929
- 7. Januar 1938*
- 1947
- 1955
- 19. März 1960
*bei diesem Beben sind angeblich sogar Mauerwerksschäden entstanden
(Pressestelle des Senats)
Nach der sog. MSK- Skala (Medvedev- Sponheuer- Karnik) wird die Intensität eines Bebens in 12 Stärkegraden angegeben:
- nur von Erdbebenmessgeräten (Seismographen) registriert
- nur vereinzelt von ruhenden Personen gespürt
- nur von wenigen Personen gespürt
- von vielen Personen gespürt; Geschirr und Fenster klirren
- viele Schlafende erwachen; hängende Gegenstände pendeln
- leichte Verputzschäden an Gebäuden
- Risse im Verputz, in Wänden und an Schornsteinen
- große Risse im Mauerwerk, Giebelteile und Dachsimse stürzen ein
- an einigen Gebäuden stürzen Wände und Dächer ein; es werden Erdrutsche beobachtet
- Einsturz vieler Gebäude; Spalten im Boden
- zahlreiche Spalten im Boden; Erdrutsche in den Bergen
- starke Veränderungen an der Erdoberfläche
(Pressestelle des Senats)
zum Seismologischen Observatorium der Universität Hamburg ...

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