Geothermie-Projekt Hamburg-Allermöhe
Geothermie-Projekt Allermöhe Hamburg
Im Südosten Hamburgs steht in Tiefenlagen von 2500 bis 3300 Metern der Mittelrhät-Hauptsandstein an. Er führt je nach Teufe 80 bis 125°C heiße, salzhaltige Tiefenwässer, die für Heizzwecke genutzt werden können und dabei eine geringe Belastung des Klimas mit Kohlendioxid verursachen. Hierzu muss die Energie aus dem geförderten Thermalwasser über Wärmetauscher in ein Fernwärmenetz übertragen werden. Wegen des hohen Salzgehalts ist es erforderlich, das ausgekühlte Wasser über eine Versenkbohrung wieder in den Speicherhorizont zurückzuführen.
Um zu klären, ob das geothermische Nutzungspotential des Mittelrhät-Hauptsandsteins in einer wirtschaftlich verwertbaren Größenordnung liegt, wurde im Sommer 1997 die ehemalige Erdölförderbohrung Allermöhe 1 von 2178 auf 3305 Meter vertieft. Der angetroffene Sandstein ist mit 73 Metern unerwartet mächtig und führt 125°C heißes Thermalwasser. Wider Erwarten konnte das Thermalwasser aber nur mit geringen Raten gefördert werden, die weit unterhalb einer wirtschaftlichen Verwertbarkeit liegen. Wie sich herausgestellt hat, ist dies zum einen darauf zurückzuführen, dass sich der ursprünglich vorhandene Porenraum des Sandsteins infolge geologischer Prozesse mit dem Mineral Anhydrit weitgehend zugesetzt hat, und zum anderen auf technische Defekte beim Ausbau der Bohrung.
Den Ergebnissen der Bohrung Allermöhe 1 zufolge kann im südöstlichen Bereich Hamburgs mit dem Mittelrhät-Hauptsandstein als geothermischem Speicherhorizont gerechnet werden. Bislang ist aber unklar, ob und in welchem Umfang Bereiche vorliegen, in denen dieser Sandstein nicht zementiert und damit ausreichend ergiebig ist. Bei einem vergleichbaren Fall in Neuruppin, wo eine Bohrungen eine ähnliche Anhydritzementation wie in Allermöhe 1 aufweist, wurde in einer zweiten, nur 1,3 km entfernt liegenden Bohrung, bereits keine Zementation mehr angetroffen.
Weiterführende Untersuchungen des Geologischen Landesamts lieferten detaillierte Informationen zur Verteilung und zum Lösungsverhalten der Anhydritzemente in den Bohrkernen (s. u. Poster und Downloads).
Da eine wirtschaftliche Nachnutzung der Bohrung Allermöhe 1 nicht möglich war, ist sie im September 2000 verfüllt worden.
Die veröffentlichten Ergebnisse zum Geothermie-Projekt Hamburg-Allermöhe finden Sie als Download-Dateien.

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