Emil Nolde
| Adresse: | Baron-Voght-Straße 50a, 22609 Hamburg |
|---|---|
| Telefon: | 040 826085 |
| Datum: | So, 22.01.2012 bis Mo, 28.05.2012 |
| Öffnungszeiten: | Dienstag bis Sonntag (an Feiertagen auch Montag) 11–18 Uhr |
| Preise: | Erwachsene 6 € | Ermäßigt 4 € Familienkarte 7 € I Jahreskarte 18 € freien Eintritt erhalten Kinder bis 12 Jahre |
Weltenbummler
Die Ausstellung, die zum 50. Geburtstag des Ernst Barlach Hauses präsentiert wird, zeigt den berühmten Maler Emil Nolde (1867-1956) als einen passionierten Menschen, der erst die Welt bereiste und im Nachhinein kunstgewerbliche Objekte in leuchtende und magisch belebte Bilder umwandelte.
Gemälde und Farbstiftzeichnungen
Neben rund einem Drittel von Noldes Stillleben, zeigt die Ausstellung zusätzlich etwa 30 Farbstiftzeichnungen. Die Blätter zeigen zumeist Objekte aus der Sammlung des Berliner Völkerkundemuseums, dessen Abteilungen Nolde eingehend studierte. Insgesamt fertigte der Künstler mehr als 150 Zeichnungen nach Museumsstücken an, und er nutzte sie ausgiebig als Fundus für seine Gemälde.
Puppen, Masken und Idole
Die Mehrzahl der von Nolde „porträtierten“ Objekte stammt aus der Figuren-, Puppen- und Maskensammlung, die der Künstler nach 1910 anlegte.. Die Sammlung zeigt ihn als einen Liebhaber schöner Gegenstände, dessen Sammlung weit gefächerte Wertschätzung und einen bemerkenswert egalitären Ansatz verrät: Antikes koexistiert mit Zeitgenössischem, Östliches mit Westlichem, Manufakturware mit kostbaren Unikaten.
Emil Nolde: Der Missionar, 1912, Öl auf Leinwand, 79 x 65,5 cm
Ozeanische Objekte aus der Sammlung von Emil Nolde
Emil Nolde: Stillleben (Kuh, japanische Figur und Kopf), 1913, Öl auf Leinwand, 73,5 x 89 cm
Emil Nolde: Exotische Figuren I (Fetische), 1911, Öl auf Leinwand, 64,5 x 78 cm
Porzellanfiguren aus der Sammlung von Emil Nolde
Emil Nolde: Masken und Georginen, 1919, Öl auf Leinwand, 89 x 73,5 cm
Afrikanische und ozeanische Objekte aus der Sammlung von Emil Nolde
Emil Nolde: Blumen und Wajangfiguren, 1928, Öl auf Leinwand, 74 x 79 cm
Javanische Puppenspielfiguren aus der Sammlung von Emil Nolde
Emil Nolde: Stillleben E (Hirschgruppe, Kissen, Tamburan), 1914, Öl auf Leinwand, 72,5 x 77 cm
Neue kosmopolitische Kunst
Mit seinen Stillleben überschritt Nolde malerische Konventionen und Grenzen und schuf somit eine neue kosmopolitische Kunst. So schien er von dem paradoxen Impuls getrieben worden sein, mit fremden Vokabeln eine eigene Sprache zu entwickeln: Über die Darstellung vornehmlich außereuropäischer Objekte wollte sich Nolde den Weg zu einer Kunst bahnen, die nicht nur europäisch sein sollte, sondern entschieden deutsch.
Hinwendung zur Ursprünglichkeit
Solch „nordische, starke, herbe, innerliche Kunst“ (so Nolde) erwächst für ihn aus der Hinwendung zu einer Ursprünglichkeit, die er in zivilisationsferner „Urvölkerkunst“ sieht. Doch auch den Erzeugnissen fremder und vergangener Hochkulturen begegnet Nolde mit Respekt und Ehrfurcht: Sie avancieren zu würdevollen Protagonisten seiner „nordischen“ Stilllebenkunst, die sich damit als eine multikulturell engagierte Malerei erweist.
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