Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration

Kita-Qualität Eckpunkte zur Durchführung der externen Evaluation der Qualität in Hamburger Kindertageseinrichtungen

Eckpunktepapier Kita-Qualität Hamburg

+++ Hinweis: Das Eckpunktepapier steht auch als Download-Datei (PDF, 1,7 MB) zur Verfügung. +++

Präambel

vergrößern Deckblatt des Eckpunktepapies mit den Logos der Unterzeichner (Bild: FHH) Mit der Vorlage der überarbeiteten Hamburger Bildungsempfehlungen für die Bildung und Erziehung von Kindern in Tageseinrichtungen wurden Qualitätsansprüche und -indikatoren erarbeitet, die den Orientierungsrahmen für die pädagogische Arbeit in den Kitas beschreiben. Sie bilden die Grundlage für die Qualitätsentwicklung und -sicherung in den Kitas und für die externe Evaluation.

Gemäß Beschluss der Vertragskommission vom 17. Oktober 2012 stellen künftig die überarbeiteten „Hamburger Bildungsempfehlungen für die Bildung und Erziehung von Kindern in Tageseinrichtungen“ eine verbindliche Orientierung für die pädagogische Arbeit in den Kindertageseinrichtungen dar. Sie beschreiben den Rahmen, innerhalb dessen die Träger eigene Konzeptionen umsetzen und fachliche Schwerpunkte bilden.

Auf der Grundlage der internen Evaluationsergebnisse haben die jeweiligen Träger und Verbände die Qualitätssicherung und -entwicklung der Kindertageseinrichtungen seit 2005 kontinuierlich verbessert. Die bereits von den Trägern und Verbänden hierzu entwickelten Verfahren und Instrumente zur externen Evaluation finden Eingang in das Akkreditierungsverfahren.

Die Vereinbarungspartner des Landesrahmenvertrages (LRV) sowie der Landeselternausschuss Kindertagesbetreuung (LEA) haben sich auf vorliegende Eckpunkte verständigt. Diese beschreiben Ziele, Aufgaben, Anforderungen und Verfahren zur Durchführung der externen Evaluation der Qualität von Kitas und bilden die Grundlage für die weitere gemeinsame Arbeit der AG Qualität sowie für den Abschluss einer Qualitätsentwicklungsvereinbarung bzw. zur Weiterentwicklung des LRV.

Die interne Qualitätsentwicklung und -sicherung und die externe Evaluation der Qualität von Kindertageseinrichtungen dienen der Reflexion der fachlichen Arbeit. Dabei besteht der zusätzliche Wert der externen Evaluation insbesondere darin, dass die interne Evaluation durch einen Blick von außen erweitert wird und passgenaue Empfehlungen für die Weiterentwicklung der Qualität gegeben werden.

Aufgaben der externen Evaluation

  • Stärkenorientierte, fachlich fundierte Einschätzung der erreichten Qualität
  • Fachlich fundierte Einschätzung von Entwicklungsbedarfen
  • Konkrete Empfehlungen für die Planung und Umsetzung weiterer Entwicklungsschritte und Maßnahmen
  • Grundlage für eine landesweite Qualitätsberichterstattung schaffen.

Rechtliche und fachliche Grundlagen

Die Grundlagen für die externe Evaluation sind:

  • Die in § 79a SGB VIII definierten Aufgaben des öffentlichen Trägers für die Qualitätsentwicklung in der Kinder- und Jugendhilfe
  • § 17 Hamburger Kinderbetreuungsgesetz (Qualitätsentwicklungsvereinbarung)
  • Landesrahmenvertrag (PDF, 300 KB) Kinderbetreuung in Tageseinrichtungen
  • Hamburger Bildungsempfehlungen für die Bildung und Erziehung von Kindern in Tageseinrichtungen
  • Trägerspezifische Fachkonzepte
  • Verbands- und trägerspezifische Verfahren und Instrumente zur externen Evaluation.

Eckpunkte

Die externe Evaluation von Kitas dient der fachlich fundierten Einschätzung der Qualität in Hamburger Kindertageseinrichtungen und deren Weiterentwicklung. Sie ist rechtlich und strukturell von der Kita-Aufsicht zu trennen.

  • Werden im Rahmen der externen Evaluation der Qualität in Kitas Sachverhalte bekannt, die auf eine Kindeswohlgefährdung hinweisen, ist die Kita-Aufsicht der BASFI zu informieren (1).
  • Werden im Rahmen der externen Evaluation der Qualität in Kitas gravierende Verstöße gegen Regelungen des Landesrahmenvertrags, des KibeG oder des SGB VIII bekannt, so sind diese der Kitaträgerberatung der BASFI zu melden (2).
  • Das Instrument der externen Evaluation der Qualität in Kitas dient nicht der Ressourcensteuerung durch die BASFI.
  • Die zuständige Fachbehörde beauftragt eine unabhängige wissenschaftliche Organisation mit der Konzeptentwicklung, der Planung und Akkreditierung der externen Evaluation von Kitas. Die Leistungsbeschreibung für ein entsprechendes Ausschreibungsverfahren wird unter Beteiligung der „AG Qualität“ gestaltet.
  • Es können unterschiedliche Verfahren zur externen Evaluation der Qualität in Kitas zugelassen werden. Voraussetzung ist die Erfüllung bzw. Anwendung noch zu definierender methodischer und fachlicher Standards. Die Zulassung erfolgt durch das von der BASFI beauftragte Akkreditierungsinstitut (siehe oben).
  • Der Kita-Träger beauftragt eine der akkreditierten Organisationen mit der Durchführung des Verfahrens der externen Evaluation. Die akkreditierte Organisation ist rechtlich und organisatorisch unabhängig vom Träger sowie seinem Dachverband.
  • Kita und Träger werden als komplexes System betrachtet. Dabei werden die Qualitätsdimensionen der Orientierungs-, Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität aus verschiedenen Perspektiven in den Blick genommen (Perspektive der Kinder, der Eltern, der pädagogischen Fachkräfte, der Kitaleitung, des Trägers).
  • Die externe Evaluation der Qualität von Kitas wird in einem mindestens vierjährigen Rhythmus durchgeführt. Anlassgebunden kann ein kürzerer Zeitabstand (z.B. zwei Jahre) festgelegt werden (3).
  • Die einrichtungs- bzw. trägerspezifischen Ergebnisse werden in geeigneter Form (4) veröffentlicht.
  • Die von der BASFI beauftragte Organisation erstellt in einem regelmäßigen Rhythmus übergreifende wissenschaftlich fundierte Berichte zur Qualitätsentwicklung in den Hamburger Kitas und ist zur Rechenschaft gegenüber der BASFI verpflichtet (5). Dieser Bericht wird in geeigneter Form veröffentlicht (6).
  • Die „AG Qualität“ trifft sich in einem regelmäßigen Rhythmus und begleitet den Prozess der externen Evaluation der Qualität von Kitas.
  • Alle zugelassenen Verfahren berücksichtigen einen Kanon von Qualitätsaspekten bzw. -bereichen, welcher im Rahmen der externen Evaluation der Qualität in den Blick genommen werden soll. Dieser Kanon basiert auf § 2 KibeG (Aufgabe von Tageseinrichtungen für Kinder) sowie § 8 LRV (Bildung und Sprachförderung) sowie den Kita-Bildungsempfehlungen. Er kann durch trägerspezifische Aspekte ergänzt werden (7).

Beschwerdemanagement

Für Fälle, in denen das interne Beschwerdemanagement der Kita nicht zu einer Lösung führt, wird ein transparentes und einheitliches Verfahren entwickelt, welches sicherstellt, dass elterliche Beschwerden im Zusammenspiel von Kita, Träger, BASFI und LEA bearbeitet werden.

Anmerkungen

(1) Hierzu wird ein Merkblatt entwickelt.
(2) Hierzu werden ein Merkblatt und ein entsprechendes Verfahren entwickelt.
(3) Die Definition relevanter Anlässe wird in der AG Qualität abgestimmt.
(4) Die Ausgestaltung wird in der AG Qualität abgestimmt.
(5) Die Ausgestaltung wird in der AG Qualität abgestimmt.
(6) Die Ausgestaltung wird in der AG Qualität abgestimmt.
(7) Die Entwicklung dieses Verfahrens erfolgt in der AG „Beschwerdemanagement“ unter Federführung der BASFI.

Schaubild: Struktur der zukünftigen externen Evaluation (Beziehungen, Rollen, Aufgaben)

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