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Behörde für Schule und Berufsbildung Behörde für Schule und Berufsbildung

Ein Fallbeispiel

Mirko stört

 

Kind mit Heft
(Bild: © Paul-Georg Meister /pixelio.de)

Wie REBUS arbeitet, wollen wir an einem Beispiel zeigen.

Mirko Meier (Name geändert) geht in die 6. Klasse einer Barmbeker Schule. Die Klassenlehrerin hat den 12-jährigen bei REBUS gemeldet: Mirko ist ein leistungsschwacher Schüler, kann Verhaltensregeln nicht einhalten, mischt die Klasse ständig auf, begeht in letzter Zeit kleine Diebstähle. Mirko droht, aus dem Klassenverband zu fallen

Eine Beratungslehrerin hat versucht, ihn zu fördern. Jetzt ist Schule mit ihren Möglichkeiten am Ende. Ein Mitarbeiter des REBUS- Teams Barmbek-Winterhude spricht mit der Klassen- und Beratungslehrerin, um die Probleme des Kindes genauer kennen zu lernen und mit der Schule das weitere Vorgehen zu klären: was ist los, und wer kann was tun, was ist das Ziel?

"Keine Maßnahme ohne Diagnose," so lautet das Motto des REBUS-Teams.

Eine REBUS-Mitarbeiterin erstellt bei Mirko eine Leistungs- und Intelligenz-Diagnose, setzt sich mit den Eltern zusammen und sieht nach Absprache ärztliche Untersuchungsergebnisse ein.

Es stellt sich heraus, dass Mirkos Verhalten seit längerer Zeit schwierig ist. Beide Eltern müssen arbeiten, das Kind kommt zu kurz. Der Junge hat keine Freunde in der Klasse gefunden. Mirko ist körperlich gesund und von durchschnittlicher Intelligenz. Die Eltern sind mit seiner Erziehung überfordert. Dem Jungen fehlt es an regelmäßiger Betreuung und Zuwendung.

Anschließend lädt die REBUS-Kollegin die Eltern, Lehrerin und einen Mitarbeiter des Jugendamtes an einen Runden Tisch. Ziel ist zu organisieren, dass der Junge weiter in seiner Klasse beschult werden kann. Deshalb wird geklärt, welche Unterstützungsmöglichkeiten Schule, Eltern, REBUS und evtl. andere Institutionen im Stadtteil erbringen könnten.

Der Runde Tisch beschließt:

  • REBUS nimmt Kontakt zu den Allgemeinen Sozialen Diensten (ASD) auf, um Möglichkeiten für außerschulischen familiären Unterstützung der Eltern im Erziehungsalltag abzuklären.
  • Die Eltern kümmern sich, dass Mirko künftig nachmittags einen Hort besucht- auch wg. Hausaufgabenhilfe. Dadurch muss er nicht allein auf der Straße herumlungern

REBUS- Mitarbeiter beraten nicht nur, sondern sind auch tätig in Unterstützung-und Entwicklungsförderung

  • REBUS bietet an, in enger Absprache mit der Schule für zwei Monate den Jungen im Unterricht drei Stunden pro Woche zu fördern.

Mirko soll das Lernen lernen, soll ermutigt werden, Versäumtes aufarbeiten, soll Selbstvertrauen gewinnen, Regeln in der Klasse einzuhalten. Gleichzeitig soll er den angemessenen Umgang mit anderen Kindern lernen - vor allem bei Konflikten.

Zwei Monate später werden sich die Beteiligten erneut treffen, ergänzt durch einen Familienhelfer, den der ASD zwischenzeitlich der Familie zur Seite gestellt hat. Gemeinsam wird überprüft, was sich verändert hat und wo nachgebessert werden muss. (Evaluation )

Wenn Mirkos Verhalten sich verbessert hat, kann REBUS den "Fall" abschließen. Zu hoffen ist, dass der Junge besser in der Schule klar kommt - durch die schulergänzende Förderung und weil der Familienhelfer Mirkos Alltag mit ihm ein Stück weit strukturiert hat.