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Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt

Familienfreundlichste Wohnquartiere

Familie gewinnt! 2006

Die Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt hatte im August erstmals den Wettbewerb „Familie gewinnt!“ ausgelobt. 26 Teilnehmer aus allen Bezirken haben sich beworben. Pro Bezirk wurde ein Sieger ermittelt. Sie werden mit jeweils 10.000 Euro Preisgeld belohnt. Zusätzlich hat die Hamburgische Wohnungsbaukreditanstalt (WK) einen Sonderpreis in Höhe von 5.000 Euro vergeben. 

Familie gewinnt!

(bsu)

Senator Dr. Michael Freytag: „Die Lebensqualität für Familien in einer Metropole beginnt im direkten Wohnumfeld. Eine Stadt ist darauf angewiesen, dass ihre Bürgerinnen und Bürger sich engagieren und Initiative zeigen. Nur so können die Maßnahmen der öffentlichen Hand erfolgreich sein und angenommen werden. Die Preisträger leben dieses Engagement mit ihren Ideen vor. Sie sind damit Vorbild für alle Hamburger.“ 

 In jedem Bezirk hat eine Jury über die Preisvergabe entschieden. Sie setzte sich aus Vertretern des Bezirksamtes, der Bezirksversammlung, der Hamburger Fachbehörden und einem ehrenamtlichen Bürgervertreter zusammen. 

Die Jury hat diese Projekte ausgezeichnet:

Hamburg-Mitte: Elisabeth-Kleber-Stiftung / Baugenossenschaft freier Gewerkschafter (BGFG)

"Die Vielfalt nutzen - Das Zusammenleben der Kulturen - ein Gewinn für alle. 

Die Jury bewertete den Wettbewerbsbeitrag als beispielhaft weil deutlich wurde, wie Integration praktisch gelebt werden kann. Türkisch-deutsche Veranstaltungen wie "zwischen Apfel- und Ostfriesentee" oder "Kochen mit Habibe", Alphabetisierungskurse und Sprachförderung zeigen, wie deutsche und ausländische Bewohner Integrationsprozesse praktisch gestalten und leben. Die präsentierten Beispiele und Kursangebote zeigen, wie Nachbarschaften gefördert werden und funktionieren. Das Leben im Stadtteil und der Familien mit unterschiedlichem kulturellem Hintergrund wird bereichert. Die Jury hat auch gewürdigt, dass mit relativ geringen finanziellen Mitteln, viel auf den Weg gebracht und bewirkt werden konnte." 

 

Altona: "Der Born blüht auf" 

Die Jury lobte den ganzheitlichen Ansatz und die Nachhaltigkeit, die bei diesem Projekt im Vordergrund steht. Eine Gruppe von Anwohnerinnen und Anwohnern betreut den interkulturellen Garten am Osdorfer Born. Die Familien und die Kinder mit unterschiedlichen Kulturen planen, gestalten und verwalten im ehrenamtlichen Miteinander die Verschönerung des 300 m² Grundstücks.  Der Austausch und die gemeinsame gestalterische Arbeit fördern die Integration und das Verständnis füreinander. Das Projekt hat einen hohen Anteil an Bewohnern und Familien mit Migrationshintergrund.

 

Eimsbüttel: „Schnelsen-Süd Center – familienfreundliche Nahversorgung“ 

Die Jury überzeugte der neu entstandene Mix von Geschäften und sozialen Einrichtungen in der Quartiersmitte von Schnelsen-Süd. Damit ist die Nahversorgung für die Menschen, insbesondere für die Familien, im Umkreis gesichert. Nach der Schließung des Schnelsen-Süd Centers ist die Versorgung für viele ein Problem. Die Wege zu den Geschäften sind lang und teilweise umständlich zu erreichen. Mit der Neugestaltung des Zentrums und der Eröffnung von mehreren kleineren Ladeneinheiten, die alle von Existenzgründern aus dem Wohngebiet geführt werden, hat sich die Situation erheblich verbessert. Die Gründer kommen überwiegend aus der Arbeitslosigkeit. Für sie ist es eine Chance, die Existenz ihrer eigenen Familie zu sichern. Mit der geplanten Konzentration von sozialen Angeboten in den restlichen Flächen des Zentrums wird das Konzept abgerundet. Wenn das neue Zentrum gut angenommen wird, kann es zu einem Ort der Begegnung und Nachbarschaft werden. Da der überwiegende Teil der Gründer Menschen mit Migrationshintergrund sind, leistet das Projekt auch einen wichtigen integrativen Beitrag.

 

Nord: „Schulhof Adolph-Schönfelder-Schule“ 

Hier haben viele Akteure großes bewirkt: Der Schulhof Adolph-Schönfelder-Schule wurde umgestaltet und bereichert das Quartier. Die Nutzung orientiert sich jetzt nicht mehr ausschließlich an den Pausen der Schüler. Auch außerhalb der Schulzeiten ist er für alle zugänglich und bietet durch unterschiedlich gestaltete Zonen viele Möglichkeiten, seine Freizeit zu verbringen. Dieses Konzept ist hervorragend gelungen und vorbildlich für weitere Schulen in Hamburg, ihren Beitrag zu mehr Lebensqualität im Stadtteil zu leisten.

 

Wandsbek: Mietergenossenschaft Gartenstadt Farmsen e.G. (mgf) 

Die Jury honoriert, dass die mgf sich aus einer Bewohnerinitiative zu einem Unternehmen entwickelt hat, das ihren Mietern ein preisgünstiges, hochwertiges und familienfreundliches Wohnumfeld bietet. Die Bewohner haben aus eigener Initiative eine Genossenschaft gegründet und diesen schwierigen Prozess über viele Jahre durchgehalten. Ihr Ziel ist es, ein nachhaltig familienfreundliches Wohnumfeld zu entwickeln. Im Vergleich zu anderen Wohnungsbaugenossenschaften bieten sie deutlich preisgünstigere Genossenschaftsanteile. Ihre Unternehmensphilosophie ist besonders stark auf die Bedürfnisse von Familien ausgerichtet. Die mgf stimmt ihre Bau- und Modernisierungsmaßnahmen mit Vertretern der Mieter ab und ermittelt die Mieterbedürfnisse über Befragungen.

 

Bergedorf: Wohnungsbauprojekt Greves Garten GbR 

Die Jury hat das Engagement der Gemeinschaft überzeugt. Die Kooperation aller Beteiligten in diesem Projekt ist einzigartig, generationsübergreifend, nachbarschaftlich und ganzheitlich. Das Projekt ist ausschließlich privatem Engagement zu verdanken. Es handelt sich um ein Wohnprojekt: Familien mit Kindern, Jung und Alt, Menschen verschiedener Einkommensschichten sowie unterschiedlicher Herkunft und Menschen mit Bedarf an barrierefreien Räumen verwirklichen gemeinsam ihre Vorstellungen von nachbarschaftlichem Wohnen. Ziel ist es, bezahlbaren Wohnraum mit geeigneten Grundrissen und Größen für Familien mit Kindern, mit Gemeinschaftseinrichtungen versehen, innenstadtnah, im Grünen, verkehrsberuhigt, ökologisch und bei guter sozialer Durchmischung zu schaffen. Durch das große ehrenamtliche Engagement, konnten die Kosten sehr niedrig gehalten werden. Altbausubstanz und Neubau wurden so miteinander verbunden, dass ein kinder- und familienfreundliches Leben in der Innenstadt Bergedorfs möglich ist.

 

Harburg: Treffpunkthaus Heimfeld 

Das Treffpunkthaus ist aus der Förderung des Gebiets durch die Soziale Stadtteilentwicklung entstanden. Auch Jahre danach sind die Strukturen der Einrichtung so  tragfähig, dass es sehr gut eigenständig funktioniert. Das Treffpunkthaus ist mit den unterschiedlichen Institutionen im Umfeld eng verzahnt (Mütterberatung, Kinderschutzzentrum, Kita, Schule, Familienbildungsstätte, Stadtteildiakonie). So wird unter anderem das gemeinsame Ziel der Gesundheitsförderung erreicht. Viele ehrenamtliche Kräfte engagieren sich mit unterschiedlichen Angeboten. Das Spektrum reicht von Arbeitszeit und –kraft über Know-how, Materialien und  Finanzmittel. Die gemeinsame Spielgruppe für türkische und deutsche Kinder leistet einen Beitrag zur Integration. Die vorhandenen Netzwerke ermöglichen unkomplizierte und schnelle Reaktionen zum Wohle der Kinder und zur Unterstützung der Familien. Alle Angebote orientieren sich flexibel an den im Quartier auftretenden Problemen.

 

Sonderpreis der WK: Wohnprojekt Epiphanien in Winterhude 

Mit dem Wohnprojekt Epiphanien in Winterhude wurde ein besonders familienfreundliches Wohnquartier geschaffen, in dem sich heute 20 Familien mit inzwischen 42 Kindern zu Hause fühlen. Ermöglicht wurde das Projekt durch eine vorbildliche Kooperation zwischen den Wohnprojektlern und der Kirchengemeinde Epiphanien. Die Gemeinde hat zwei Ziele kombiniert: zum einen musste ein Grundstück verwertet werden, zum anderen wollte man junge Familien im Quartier halten. So wurden familiengerechte Wohnungen geschaffen, die kostensparend und in ökologischer Bauweise errichtet wurden. Die Verbindung von Kirche als Initiator und vertrauensvoller Begleiter des Projekts mit motivierten, engagierten Familien, hat sich hier als innovativ und beispielgebend erwiesen. Das Wohnprojekt hat außerdem eine lebendige und Kinderbejahende Ausstrahlung, die in den Stadtteil Winterhude hineinwirkt. Die Jury empfindet es als eine nette Geste, das sich das Wohnungsbauprojekt und die Kirchengemeinde Epiphanien den Preis teilen wollen.

Preisverleihung im Fernsehen

Der Fernsehsender Hamburg1 berichtete über die Preisverleihung am 26.12.  um 17.45; 18.45 und 19.45. sowie am Montag, 18.12., in den Nachrichtensendungen 17-17.30; 18-18.30; 19-19.30 und 20-20.30 Uhr.