Familienfreundlichste Wohnquartiere
Familie gewinnt! 2007
(bsu)
In jedem Bezirk hat eine Jury über die Preisvergabe entschieden. Sie setzte sich aus Vertretern des Bezirksamtes, der Bezirksversammlung, der Hamburger Fachbehörden und einem ehrenamtlichen Bürgervetreter zusammen.
Die Jurys haben folgende Projekte ausgezeichnet:
Hamburg-Mitte: Spielplatzgruppe Dahrendorfweg
Wie Familienfreundlichkeit und funktionierende Nachbarschaft ineinander greifen, zeigt die Spielplatzgruppe Dahrendorfweg. Auf Initiative von Anwohnerinnen und Anwohnern wurde ein neuer Spielplatz geschaffen. Das Besondere: Eine Gruppe von Aktiven aus der Nachbarschaft füllt ihn dauerhaft mit Leben, indem sie nicht nur die Ausgabe von Spielgeräten an die Kinder, sondern auch regelmäßig vielfältige Freizeitangebote organisiert. Der Jury hat das große Engagement der Initiatoren imponiert. Die Spielplatzgruppe ist ein gelungenes und vorbildliches Beispiel dafür, wie es mit persönlichem Einsatz gelingen kann, nicht nur Infrastruktur zu verbessern, sondern diese auch nachhaltig gemeinschaftlich zu nutzen.
Altona: Max-B / Arbeiten Wohnen & Kultur GbR
In Altona gewann das Projekt Max-B / Arbeiten, Wohnen & Kultur. Es wird damit ein Bauprojekt prämiert, das familienfreundliches Wohnen beispielhaft möglich gemacht hat. Die Max-B / Arbeiten, Wohnen & Kultur GbR als Träger ist ein Zusammenschluss verschiedener Baugemeinschaften, die gemeinsam an der Max-Brauer-Allee neun Häuser gebaut haben. Diese gruppieren sich um drei miteinander verbundene Innenhöfe und werden mittlerweile von rund 230 Personen bewohnt. Entstanden sind Miet- und Eigentumswohnungen in zentraler Lage und mit guter Infrastruktur, die das gemeinschaftliche Leben verschiedener Generationen ermöglichen. Hinzu kommen Praxen, Büros und ein Café. Die Innenhöfe werden von den Kindern vollständig als Spielfläche genutzt und sind stets belebt. Die Jury überzeugte besonders der gemeinschaftliche Ansatz gegenseitiger Hilfe und Unterstützung, das Zusammenleben verschiedener Generationen und Kulturen, die Freizeitmöglichkeiten und die familien-, behinderten- und kindgerechte Gestaltung.
Eimsbüttel: Lenzsiedlung e.V. - „Berti Buddel braucht Hilfe“
Orte der Begegnung und gemeinschaftlicher Aktivitäten sind wesentlicher Bestandteil familienfreundlicher Quartiere. Mit „Berti Buddel braucht Hilfe“ wird im Bezirk Eimsbüttel ein Projekt des Stadtteilvereins Lenzsiedlung e.V. zum Anbau des Bürgerhauses in der Lenzsiedlung ausgezeichnet. Der Anbau wurde nötig, weil die bestehenden Räumlichkeiten für das große Angebot und die vielen Aktivitäten im Quartier nicht mehr ausreichen. Das Projekt aktivierte die Familien und motivierte sie, sich in die Planung und Umsetzung einzubringen, die jetzt anläuft. Aus Sicht der Jury sind die Organisation und die Möglichkeiten dieser Beteiligung an den Planungen und Umbauten beim Bürgerhausanbau vorbildlich.
Hamburg-Nord: ella Kulturhaus Langenhorn - „Auf die Plätze – fertig – Kunst!“
Den Preis erhält das ella Kulturhaus für „Auf die Plätze – fertig – Kunst!“. Bei diesem Projekt haben Kinder und Jugendliche die Möglichkeit, den öffentlichen Raum kreativ und aktiv mit zu gestalten. Dazu erstellen sie mit Unterstützung von Künstlern verschiedenste Objekte und Beiträge aus den Bereichen Bildende Kunst, Theater und Literatur, Fotografie und Film. Die Jury bewertete das Projekt als innovativ, generationsübergreifend und multiplizierend. Es fördert die Identifikation mit dem Wohnumfeld und schafft über das Medium Kunst eine Verknüpfung zwischen Räumen, Menschen und Kulturen. So trägt es zur Familienfeundlichkeit im Quartier bei.
Wandsbek: Spielwohnung 3 - „Garten der Bewegung“
Familienfreundliches Wohnen ist ohne Unterstützung von Eltern und deren Kindern bei der Betreuung und Freizeitgestaltung nicht denkbar. Das Spielhaus 3, dessen Initiatoren seit 35 Jahren auf ehrenamtlicher Basis gemeinsam ein- bis fünfjährige Kinder betreuen, erhält den Preis im Bezirk Wandsbek für sein Projekt „Garten der Bewegung“. Die ehrenamtlichen Akteure des Spielhauses nutzen und gestalten eine angrenzende Freifläche künftig als Spielgarten für die Kinder und Eltern. Die Jury hat überzeugt, dass die Spielwohnung 3 insbesondere jüngeren Müttern durch ein unkonventionelles Betreuungsangebot Raum zur Begegnung und zum Austausch mit Nachbarn gibt, das Projekt verschiedene Nationalitäten und Generationen über die Begegnung mit Kindern zusammenführt und es relativ einfach übertragbar ist.
Bergedorf: Verein für Kinder- und Jugendförderung in Neu-Allermöhe e.V. - „SpielScheune der Geschichten“
Das Siegerprojekt aus dem Bezirk Bergedorf, „Spielscheune der Geschichten“, hat sich konsequent und klug eines aktuellen Themas angenommen: der Begegnung von Menschen unterschiedlicher religiöser und kultureller Herkunft. Ort dieses Dialogs soll eine SpielScheune in Neu-Allermöhe werden, die auf gemeinnütziger Basis ein Indoor-Spielangebot für Familien und Gruppen machen wird. Bei diesem Projekt des Vereins für Kinder- und Jugendförderung in Neu-Allermöhe e.V. geht es noch um viel mehr: Erzähl-, Bildungs- und künstlerische Angebote, das Wiederentdecken, Nachspielen und Nachempfinden von Geschichten aus Judentum, Christentum und Islam sollen Austausch und interkulturelle Begegnung von Kindern, Jugendlichen und Familien fördern. Die Jury wertet den Ansatz, religiöse Unterschiede und Gemeinsamkeiten in den Mittelpunkt von Integrationsbemühungen zu stellen, als Beispiel gebend.
Harburg: Arbeitskreis Sandbek / Mietercafe Sandbek e.V.
Im Bezirk Harburg wird der Arbeitskreis Sandbek, ein Zusammenschluss von Bewohnern und ansässigen Institutionen, ausgezeichnet. Seit seiner Gründung 1992 hat er sich für Familienförderung und ein familienfreundliches Umfeld, verbesserte Lebensqualität im Quartier und ein besseres Image eingesetzt. Wichtige familienorientierte Projekte wurden im Quartier auf den Weg gebracht oder gefestigt. Beispiel: das Mietercafé ist ein offener Ort der Kommunikation und Begegnung, der Isolation und Anonymität entgegen wirkt. Mit einem Projekt für jugendliche Spätaussiedler konnte Konflikten im Quartier begegnet werden. Eine Kindertierwiese bietet Kindern eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung und bringt ihnen den verantwortungsvollen Umgang mit Tieren und Natur nahe. Die Jury zeigte sich beeindruckt, wie der Arbeitskreis als Ort fungiert, an dem Probleme des Quartiers thematisiert werden, um in gemeinschaftlicher Verantwortung aller Akteure zu einer Lösung zu gelangen.
Sonderpreis der WK: Jesus Center e.V. - .„Bollerwagen-Spielmobil“
Den Sonderpreis der Hamburgischen Wohnungsbaukreditanstalt erhält das Projekt „Bollerwagen – Spielmobil“ des Jesus Center e.V. Mitarbeiter des Vereins gehen seit 1997 mit einem Bollerwagen voller Spielzeug auf die Spielplätze und in Hinterhöfe in St. Pauli, um Kindern ein Spielangebot zu unterbreiten und ihren Eltern Möglichkeiten zum Kontakt und zum Gespräch zu bieten. Mit dem Bollerwagen gelingt es, die Stadträume zwischen den Häusern gezielt zu beleben und Kindern abwechslungsreiche Aktivitäten zu ermöglichen. Die Jury honorierte darüber hinaus auch den Ansatz, an den Erstkontakt mit dem Bollerwagen-Spielmobil weitere Angebote wie z.B. Hausaufgabenhilfen, Musik- und Lernangebote in Verbindung mit weiteren Kooperationspartnern anzuschließen.
(hu)

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