Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration

Kind und Beruf Elterngeld

Das Elterngeld erhalten Mütter und Väter, die für die Betreuung ihrer Kinder die berufliche Tätigkeit unterbrechen oder einschränken.

Elterngeld Hamburg

Aktuell: ElterngeldPlus und flexiblere Elternzeit

vergrößern Euromünzen und Scheine (Bild: Claudia Hautumm / pixelio.de) Am 1. Januar 2015 ist das Gesetz zur Einführung des ElterngeldPlus mit Partnerschaftsbonus und einer flexibleren Elternzeit in Kraft getreten. Mit dem ElterngeldPlus wird es für Mütter und Väter einfacher, den Elterngeldbezug und Teilzeitarbeit miteinander zu kombinieren.

Eltern, die frühzeitig in Teilzeit wieder in den Beruf einsteigen, bekommen länger finanzielle Unterstützung und gewinnen so Zeit für die Familie: Aus einem Elterngeldmonat werden zwei ElterngeldPlus-Monate. Der Partnerschaftsbonus unterstützt Eltern zusätzlich, die sich für eine gemeinsame Teilzeitarbeit entscheiden, um mehr Zeit für die partnerschaftliche Erziehungsarbeit zu haben.

Entscheiden Mütter und Väter sich, zeitgleich mit ihrem Partner in Teilzeit zu gehen– beide für vier Monate lang parallel und zwischen 25 bis 30 Wochenstunden –erhalten sie mit dem Partnerschaftsbonus vier zusätzliche ElterngeldPlus-Monate. Auch die Elternzeit wird deutlich flexibler. Wie bisher können Eltern bis zum dritten Geburtstag eines Kindes eine unbezahlte Auszeit vom Job nehmen.

Künftig können 24 statt bisher zwölf Monate zwischen dem dritten und dem achten Geburtstag des Kindes genommen werden. Diese neuen Regelungen werden für Geburten ab dem 1. Juli 2015 gelten.

Für Mehrlingsgeburten wird ab dem 1. Januar 2015 klargestellt, dass Eltern von Mehrlingen einen Elterngeldanspruch pro Geburt und zusätzlich wie bisher den Mehrlingszuschlag in Höhe von 300 Euro monatlich für das zweite und jedes weitere Mehrlingskind erhalten.

Ausführlichere Informationen über die neuen Regelungen erhalten Sie unter www.elterngeld-plus.de.

Wer bekommt Elterngeld?

Anspruch auf Elterngeld haben grundsätzlich Eltern,

  • die ihre Kinder nach der Geburt selbst betreuen und erziehen,
  • nicht mehr als 30 Stunden in der Woche erwerbstätig sind,
  • mit ihren Kindern in einem Haushalt leben,
  • einen Wohnsitz oder ihren gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland haben und
  • im letzten Kalenderjahr vor der Geburt Ihres Kindes als Alleinerziehende ein zu versteuerndes Einkommen von unter 250 000 Euro erzielten. Für gemeinsam anspruchsberechtigte Eltern erhöht sich die Grenze auf unter 500 000 Euro.

Wer noch?
Das Elterngeld wird für Erwerbstätige, Selbstständige, Erwerbslose, für Studierende und Auszubildende, aber auch für Adoptiveltern und in Ausnahmefällen für Verwandte bis zum dritten Grad bezahlt.
Ehe- oder eingetragene Lebenspartner, die das Kind nach der Geburt betreuen, auch wenn es nicht ihr eigenes ist, können unter denselben Voraussetzungen ebenfalls Elterngeld erhalten.

Wie hoch ist das Elterngeld?

Für Geburten bis zum 30.06.2015:
Die Höhe des Elterngeldes (ab 01.07.2015 BasisElterngeld) richtet sich nach dem Einkommen der Eltern vor der Geburt des Kindes. Es ersetzt in der Regel 67 Prozent (65 bis 100 Prozent je nach Einkommenshöhe) des wegfallenden Nettoeinkommens. Für Monate nach der Geburt des Kindes, in denen der beantragende Elternteil ein Einkommen aus Erwerbstätigkeit hat, das durchschnittlich geringer ist als das Einkommen aus Erwerbstätigkeit vor der Geburt, wird Elterngeld in Höhe des Unterschiedsbetrages dieser Einkommen aus Erwerbstätigkeit gezahlt. Als Einkommen aus Erwerbstätigkeit vor der Geburt ist dabei höchstens der Betrag von 2.770 Euro anzusetzen. Das Elterngeld beträgt mindestens 300 und höchstens 1800 Euro. Für Geringverdiener, Mehrkindfamilien und Familien mit einer Mehrlingsgeburt wird das Elterngeld erhöht.

Für Geburten ab dem 01.07.2015:
Das Elterngeld kann weiterhin in seiner bisherigen Form von Eltern bezogen werden. Diese Leistungsvariante wird als BasisElterngeld bezeichnet. Als weitere Leistungsvariante kann das ElterngeldPlus bezogen werden. Das ElterngeldPlus ersetzt auch das wegfallende Einkommen abhängig vom Voreinkommen in der Regel zu 67 Prozent (65 bis 100 Prozent je nach Einkommenshöhe). Monatlich beträgt das ElterngeldPlus maximal die Hälfte des Elterngeldes, das den Eltern ohne Teilzeiteinkommen nach der Geburt zustünde.
 

Wie lange kann Elterngeld bezogen werden?

Für Geburten bis zum 30.06.2015:
Das Elterngeld (ab 01.07.2015 BasisElterngeld) kann in den ersten 14 Lebensmonaten des Kindes in Anspruch genommen werden. Ein Elternteil kann höchstens für zwölf Lebensmonate Elterngeld beziehen. Zwei „Bonusmonate“ kommen hinzu, wenn auch der Partner für mindestens zwei Lebensmonate Elterngeld beantragt und wenn in der gesamten Zeit mindestens zwei Lebensmonate lang eine Minderung des Erwerbseinkommens erfolgt ist.
Die Eltern können die Monatsbeträge im Übrigen frei untereinander aufteilen. Sie können Elterngeld nacheinander oder gleichzeitig erhalten. Bei Gleichzeitigkeit verringert sich die Zahl der Monate entsprechend. Alleinerziehende können 14 Monate Elterngeld erhalten. Lebensmonate mit Mutterschaftsleistungen gelten als Monate, für die Elterngeld bezogen wurde.


Für Geburten ab dem 01.07.2015:
Für das BasisElterngeld gelten die bisherigen Regelungen zur Bezugsdauer. Das ElterngeldPlus wird für den doppelten Zeitraum gezahlt. Das bedeutet konkret, dass ein Elterngeldmonat BasisElterngeld dann zwei ElterngeldPlus-Monaten entspricht. Dies lohnt sich besonders, wenn Eltern während des Elterngeldbezugs Teilzeit arbeiten (bis zu 30 Wochenstunden). Das Elterngeldbudget kann so flexibler genutzt werden. Auch Eltern, die nicht arbeiten, können ElterngeldPlus beziehen.
Das Elterngeld Plus kann über den 14. Lebensmonat des Kindes bezogen werden. Ab dem 15. Lebensmonat des Kindes muss es in aufeinander folgenden Lebensmonaten von zumindest einem Elternteil in Anspruch genommen werden. Lebensmonate mit Mutterschaftsleistungen gelten als Monate, für die BasisElterngeld bezogen wurde.

Partnerschaftsbonus

Für Geburten ab dem 01.07.2015:
Eltern, die gleichzeitig für vier Lebensmonate des Kindes zwischen 25 und 30 Wochenstunden arbeiten, erhalten jeweils vier zusätzliche ElterngeldPlus-Monate. Der Partnerschaftsbonus kann nur von beiden Eltern gemeinsam sowie in einem Block von vier Monaten genommen werden. Der Partnerschaftsbonus kann vor, während, nach oder ganz ohne Elterngeld(Plus)-Bezug genommen werden. Wird der Partnerschaftsbonus mit dem Elterngeld kombiniert, darf es nach dem 14. Monat keine Unterbrechung im Elterngeldbezug geben. Der Partnerschaftsbonus kann auch von Alleinerziehenden bezogen werden, wenn sie in vier aufeinanderfolgenden Monaten zwischen 25 und 30 Wochenstunden erwerbstätig sind.

Beratung, Antragstellung, Information

Die gesetzlichen Regelungen sind differenzierter, als wir es hier darstellen können. Lassen Sie sich deshalb bei der Elterngeldstelle Ihres Bezirkes beraten und nutzen Sie die unten aufgeführten Informationsangebote.

Für Geburten bis 30.06.2015:

Für Geburten ab dem 01.07.2015: