Der FC St. Pauli 1910: vom Underdog zum "Weltpokalsiegerbesieger"
| Adresse: | Heiligengeistfeld 0, 20359 Hamburg |
|---|---|
| Austragungsort: | Im Millerntor-Stadion finden die Heimspiele des FC St. Pauli statt. |
Sie nennen sich Freibeuter der Liga, FC Alternativ oder einfach nur „Der etwas andere Fußballclub". Die Abgrenzung von anderen Profivereinen gehört heute zum Selbstverständnis des FC St. Pauli. Dabei fristete der Verein, der 2010 seinen 100. Geburtstag feierte, 70 Jahre lang ein durchaus biederes Dasein.
Der Totenkopf gehört längst zur "Corporate Identity" des Vereins und ist ein Renner in den Fanartikelgeschäften. Nach einer Jacke oder einem T-Shirt ohne Totenkopfaufdruck muss man lange suchen.
Vereinsgründung
Offiziell gegründet wurde der FC St. Pauli am 15. Mai 1910, damals noch als Fußballabteilung des „Hamburg-St. Pauli Turnverein 1862“. Zu den Vereinsfarben wurde braun/weiß bestimmt. Als selbstständiger Verein existiert der Club seit 1924, als die Trennung vom Turnverein vollzogen wurde. Neben der Männer-Fußballabteilung hat der FC St. Pauli heute vom Bowling bis zum Schach 16 weitere Abteilungen für Breitensport. Die Mitgliederzahl liegt bei deutlich über 15.000.
Über Jahrzehnte geht es auf und ab
Bei Einführung der Bundesliga im Jahre 1963 spielte St. Pauli in der zweitklassigen Regionalliga Nord, bis diese 1974 aufgelöst wurde. Auch danach spielte der Verein meist in der 2. Bundesliga, manchmal sogar nur in der Amateurliga. Immerhin haben es die Kiezkicker aber geschafft, fünf Mal in die 1. Liga aufzusteigen und dort insgesamt sieben Jahre „Höhenluft“ zu schnuppern.
Am Ende der Zweitligasaison 2002/03 war St. Pauli abgestiegen. Zur sportlichen Talfahrt gesellten sich Schulden in Millionenhöhe. Der drohende Lizenzentzug konnte durch die „Retter-Kampagne“ – eine bundesweit Aufsehen erregende Spendenaktion - gerade noch abgewendet werden. Gemeinsam gelang es Anhängern und Verein unter anderem durch den Verkauf von 140.000 „Retter-" T-Shirts und einem „Retter-Spiel“ gegen den "Klassenfeind" FC Bayern, mehr als zwei Millionen Euro aufzutreiben. Beim Retter-Spiel spazierte Bayern-Manager Uli Hoeneß, bis dahin noch der "Lieblingsfeind" der St.-Pauli-Fans, im "Retter-Shirt" durchs Millerntorstadion und wurde dafür euphorisch gefeiert.
Unter Präsident Littmann saniert sich der Verein
Corny Littmann war von 2002 bis 2010 Präsident des FC St. Pauli und hatte bereits an der „Retter-Kampagne“ maßgeblichen Anteil. Der Schauspieler, Theater-Betreiber und Vorkämpfer für die Rechte der Homosexuellen sanierte den Verein Schritt für Schritt, erst finanziell, später auch sportlich. Heute ist der Klub gut aufgestellt und kann sich sogar ein neues Stadion leisten: Bereits 2008 wurde die neue Südtribüne offiziell eingeweiht, bis 2014 sollen alle Tribünen durch neue ersetzt werden. Dann wird das Stadion 27.000 Zuschauern Platz bieten.
Politisch engagierte Fans
Im Vergleich zu den Fans anderer Fußballvereine sind die Fans des FC St. Pauli politisch äußerst engagiert. Ab Mitte der 80er Jahre formierte sich im Millerntorstadion ein klarer Widerstand gegen Rechtsextremismus. Auch sexistische Äußerungen werden im Stadion nicht gerne gehört. St. Pauli war der erste Verein, der entsprechende Verbote in seine Stadionordnung einfügte.
Die größten Erfolge
1977, 1988, 1995, 2001, 2010: Aufstieg in die Fußball-Bundesliga
2002: "Weltpokalsiegerbesieger" durch einen 2:1 Sieg über den FC Bayern München
2006: Einzug als Regionalligist in das Halbfinale des DFB-Pokals gegen den FC Bayern München, welches mit 0:3 verloren wurde
Der aktuelle Kader
Tor: Benedikt Pliquett, Philipp Tschauner
Abwehr: Moritz Volz, Lasse Sobiech, Fabio Morena, Carlos Zambrano, Ralph Gunesch, Markus Thorandt, Sebastian Schachten, Carsten Rothenbach, Jan-Philipp Kalla, Davidson Drobo-Ampem,
Mittelfeld: Patrick Funk, Florian Bruns, Charles Takyi, Fabian Boll, Max Kruse, Dennis Daube, Deniz Herber, Petar Filipovic
Angriff: Rouwen Hennings, Marius Ebbers, Petar Sliškovic, Mahir Saglik, Fin Bartels, Deniz Naki, Kevin Schindler
Trainer: André Schubert
Mit Bratwurst und Bier vertreiben sich die Fans die Zeit auf dem Stadionvorplatz.
Dann geht es los! Das letzte Spiel kickt St. Pauli gegen Paderborn.
Jubel beim Einlauf der Mannschaft
Begeisterung auf den Rängen
You'll never walk alone
Trotz 2:1 -Schlappe ist die Begeisterung ungebrochen.
Nach dem Spiel sammeln sich die Zuschauer vor der Fan-Kneipe Jolly Roger.
In Hamburg herrscht Ausnahmezustand.
Die Straßen wurden abgesperrt.
Eine bengalische Flamme wird gezündet.
Die Fans stoßen auf ihre Kiez-Kicker an.
Auch in den Nebenstraßen wird gefeiert
Eng an eng: Die Fans drängen sich auf den Spielbudenplatz.
Alle warten gespannt auf die Mannschaft.
Ein bengalische Flamme schießt hinter der Menge in die Höhe.
Alle weiteren Informationen auf der Homepage des FC St Pauli.
Mehr über Fußball in Hamburg lesen Sie bei uns unter Ballsport.



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