Fernsehturm Hamburg Der Hamburger Tele-Michel

Der Fernsehturm als höchstes Gebäude der Hansestadt Hamburg prägt das Stadtbild als allgegenwärtiger Gigant. Die Aussichtsplattform und das Dreh-Restaurant sind seit dem Jahre 2001 geschlossen. Die Pläne zur Wiedereröffnung werden immer konkreter.

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 Fernsehturm Hamburg

Adresse
Lagerstraße 2, 20357 Hamburg
Öffnungszeiten
Die Aussichtsplattformen sind derzeit geschlossen.
Öffentliche Verkehrsmittel
U2 Haltestelle Messehallen
S21, S31 Haltestelle Sternschanze
Parkplätze
Parkhaus Mitte, Lagerstraße
Tiefgarage CCH, Marseiller Straße

Wiedereröffnung für die Öffentlichkeit?

Seit Jahren gibt es immer wieder verschiedene Ideen die Aussichtsplattform des Heinrich-Hertz-Turmes mitsamt Restaurant der Öffentlichkeit erneut zugänglich zu machen. Ein großer Schritt in Richtung Wiedereröffnung erfolgte Mitte November 2016, als der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages entschied, finanzielle Mittel im Rahmen der Denkmalförderung zur Verfügung zu stellen. Diese würden sich auf maximal 50 Prozent der Gesamtkosten belaufen, was momentanen Berechnungen zufolge 18,5 Millionen Euro entspricht. Die übrigen Kosten wären durch die Stadt Hamburg zu tragen.

Im nächsten Schritt kann die Telekom-Tochter Deutsche Funkturm nun einen konkreten Zuwendungsantrag stellen. Wird dieser bewilligt, wäre die öffentliche Förderung des Bundes gesichert. Gleichzeitig ist man derzeit auf der Suche nach einem Betreiber, der Erfahrungen mit derartigen Objekten vorweisen kann. Die Deutsche Funkturm würde dafür ein solches erfahrenes und idealerweise international agierendes Unternehmen auswählen, das die öffentlichen Flächen des Heinrich-Hertz-Turms als Pächter langfristig in Eigenregie betreiben wird. Weitere Voraussetzung ist, dass eine solide Planung erfolgt und die Hamburgische Bürgerschaft der Finanzierung zustimmt.

Der Fernsehturm als Orientierungspunkt in Hamburg

Der im Volksmund als Tele-Michel bekannte Fernmeldeturm im Stadtteil St. Pauli ist als Blickfang aus der Hansestadt nicht mehr wegzudenken. Mit einer Gesamthöhe von 279,2 Metern überragt er alle anderen Gebäude in der Stadt und ist zudem der sechsthöchste Fernsehturm Deutschlands. Nicht nur vom unmittelbar gegenüber liegenden Park Planten un Blomen, sondern auch aus vielen weiteren Ecken der Hansestadt kann die Turmspitze gesehen werden und dient dabei stets als willkommener Orientierungspunkt. Vom Turm aus sind die Messehallen, das Karolinenviertel, das Schanzenviertel und auch das Heiligengeistfeld fußläufig zu erreichen. 

Der Heinrich-Hertz-Turm und seine Aufgabe

Der Turm dient der Abstrahlung von Rundfunk- und Fernsehprogrammen. Benannt ist der Fernsehturm nach dem Hamburger Physiker Heinrich Hertz. Er war einer der wichtigsten Physiker des 19. Jahrhunderts. Berühmtheit erlangte Hertz mit seinen Arbeiten zum experimentellen Nachweis elektromagnetische Wellen. In Hamburg ist neben dem Fernsehturm auch eine Gesamtschule nach dem Physiker benannt worden.

Geschichte des Fernsehturms

Erbaut wurde der Turm aus Stahl und Beton in den Jahren von 1966 bis 1968 durch die Architekten Fritz Trautwein und Rafael Behn. Ihr Entwurf konnte sich in der Endrunde des ausgeschriebenen Architekturwettbewerbs gegen sechs andere Vorschläge durchsetzen. Bei der Planung des Fernmeldeturms in den 60er Jahren wurde von der Stadtplanung der Wunsch geäußert, den Turm mit einem Restaurant und einer öffentlichen Aussichtsplattform auszustatten. Die offizielle Eröffnung der Aussichtsplattform in rund 130 Metern Höhe erfolgte am 1. Mai 1968. Früher drehte sich zudem eine Gastronomieplattform binnen einer Stunde um die eigene Achse. Doch seit dem 1. Januar 2001 ist sowohl die Aussichtsplattform als auch die Gastronomie des Fernsehturms geschlossen. Nachdem der Turm unter anderem wegen Asbestbelastung grundsaniert werden musste, konnten keine neuen Investoren für die Räumlichkeiten gefunden werden. Der Turm steht unter Denkmalschutz. 

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