Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation

Öffentlich-Private Partnerschaft Autobahnausbau in Öffentlich-Privater-Partnerschaft

So werden aus vier Spuren sechs: Am 1. Oktober 2014 haben die ersten Baumaßnahmen für den Ausbau der A 7 zwischen dem Bordesholmer Dreieck in Schleswig-Holstein und der Hamburger Anschlussstelle Schnelsen-Nord begonnen. Während der gesamten Bauzeit stehen den Autofahrern alle vier Spuren zur Verfügung.

Autobahnausbau in Öffentlich-Privater-Partnerschaft

Der Ausbau

Die Autobahn wird in Schleswig-Holstein von 2015 bis 2018 in sechs Abschnitten verbreitert. In Hamburg wird die Autobahn auf einem siebten Abschnitt bis voraussichtlich zum 2. Halbjahr 2019 verbreitert. Das Prinzip: Auf jede Baustelle folgen rund zehn Kilometer „Erholungsstrecke“ ohne Bautätigkeit, um die Autofahrer zu entlasten.

Los ging’s im Januar 2015 an fünf Stellen gleichzeitig: Am Bordesholmer Dreieck (Bauabschnitt 1: Kilometer 85 bis 95), südlich der Anschlussstelle (AS) Großenaspe (Bauabschnitt 3: Kilometer 102 bis 112), im Bereich der AS Henstedt-Ulzburg (Bauabschnitt 5A: Kilometer122 bis 132), und im südlichsten Teilstück rund um die AS Schnelsen-Nord (Bauabschnitte 5B und 7: Kilometer 141 bis 149) einschließlich des Deckels Schnelsen.

Wenn die Autobahn auf den ersten vier Abschnitten um zwei Spuren verbreitert worden ist, folgen ab 2017 drei weitere: der Bauabschnitt 2 rund um Neumünster (Kilometer 95 bis 102), Bauabschnitt 4 an der AS Bad Bramstedt (Kilometer 112 bis 122) und bei Quickborn (Kilometer 132 bis 141).

vergrößern Bauabschnitte_A 7_Bordesholm bis Schnelsen (Bild: Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Technologie - Schleswig-Holstein)

So wird gebaut: Der Bauablauf

Zuerst erhält die Autobahn in Richtung Süden eine zusätzliche Spur. Dafür wird der gesamte Verkehr auf die Fahrbahnen in Richtung Norden verlegt. Den Autofahrern stehen während der gesamten Bauzeit weiterhin zwei – nun etwas schmalere – Fahrspuren pro Richtung zur Verfügung, die mit rund 80 km/h befahren werden können. Anschließend wird der Verkehr auf der Fahrbahn in Richtung Süden abgewickelt und die Fahrbahn Richtung Flensburg wird ausgebaut. Auf beiden Seiten werden Nothaltebuchten eingerichtet. Die Baumaßnahmen an einem Teilstück werden rund 18 Monate dauern.

Der erste Meilenstein

Seit dem 1. Mai 2015 betreibt Via Solutions Nord Service einen A 7-Abschnitt von rund 59 Kilometern zwischen dem Autobahndreieck Hamburg-Nordwest und der Anschlussstelle Neumünster-Nord. Für diesen Zweck hat die Projektgesellschaft eine eigene Autobahnmeisterei in unmittelbarer Nähe zur Anschlussstelle Kaltenkirchen gebaut, die seit Oktober 2015 genutzt wird. Auf 10.000 Quadratmetern stehen Räumfahrzeuge und eine Salzlager-Halle bereit. Auch die für die Autobahn-Versorgung notwendigen Gebäude sind auf dem Gelände untergebracht. Erste Winterdienste wurden bereits erfolgreich bewältigt.

Die Umsetzung in ÖPP

Der Ausbau der A 7 wird in Öffentlich-Privater Partnerschaft (ÖPP) realisiert. Das Vergabeverfahren für das ÖPP-Projekt A 7 – Ausbau Schnelsen ist im Dezember 2011 EU-weit bekannt gemacht worden und endete im August 2014 mit dem Financial Close. Das ausgeschriebene Projekt beinhaltet den sechs- bzw. achtstreifigen Ausbau des rund 65 Kilometer langen Teilstückes sowie den Erhalt und Betrieb eines Abschnittes von rund 59 Kilometern zwischen dem Autobahndreieck Hamburg-Nordwest und Neumünster-Nord.

Die Erfahrung zeigt, dass durch die Zusammenarbeit mit privaten Unternehmen ein schnellerer, wirtschaftlicherer und qualitativ höherwertigerer Ausbau der Autobahnen möglich ist. Der Bund schließt dabei einen langjährigen Vertrag mit einem privaten Auftragnehmer, hier beim A 7- Abschnitt Schnelsen über einen Zeitraum von 30 Jahren.

Das private Unternehmen baut die Autobahn aus, betreibt sie und hält sie instand. In der Ausschreibung für ÖPP-Projekte gibt der Bund das Ziel und die qualitativen Anforderungen vor – die genaue Ausführung bleibt dem Privatunternehmen überlassen. Das Unternehmen erhält vom Bund eine Anschubfinanzierung und ein so genanntes Verfügbarkeitsentgelt. Letzteres kann gekürzt werden, wenn die Straße nicht wie vereinbart verfügbar ist oder Mängel aufweist. Damit wird ein Anreiz geschaffen, qualitativ hochwertig zu bauen, um Entgeltkürzungen durch Verkehrseinschränkungen bei Erhaltungsmaßnahmen zu minimieren.

Mit der Planung und dem Vergabeverfahren des Autobahnausbaus hatten der Bund, die Freie und Hansestadt Hamburg und das Land Schleswig-Holstein die Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH (DEGES) beauftragt. Der Teilnahmewettbewerb endete im Oktober 2012. Anschließend wurde eine Auswahl der Interessenten zur Angebotsabgabe aufgefordert.

Den Zuschlag für den Auftrag hat am 23. Juni 2014 die Projektgesellschaft Via Solutions Nord GmbH & Co.KG erhalten – bestehend aus HOCHTIEF PPP Solutions, dem mittelständischen Unternehmen KEMNA Bau aus Pinneberg und der niederländischen Finanzierungsgesellschaft Dutch Infrastructure Fund (DIF). 

PROJEKT-WEBSITE

Via Solutions Nord stellt mit rund 600 Millionen Euro die Finanzierung des Gesamtprojekts sicher und wird nach der Fertigstellung der rund 65 Kilometer langen Gesamtstrecke ein 59 Kilometer langes Teilstück für die Dauer von 30 Jahren betreiben und erhalten.  

Die Fakten

  • Gesamtlänge des A 7-Teilstücks: rund 65 Kilometer
  • Baubeginn: Januar 2015 (vorbereitende Arbeiten ab Oktober 2014)
  • Anschlussstellen: 10
  • Brücken: 29
  • Tunnel: 1
  • Querungen über die Autobahn: 43
  • Deckel Schnelsen: 550 Meter
  • Lärmschutzwände: 100.000 m²
  • Bauende Bauabschnitt 1 – 6: Dezember 2018
  • Bauende Bauabschnitt 7 (Tunnel Schnelsen): voraussichtlich 2. Halbjahr 2019

Downloads