Behörde für Inneres und Sport

Beistand in der Not Notfallseelsorge in Hamburg

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Notfallseelsorge in Hamburg

Seit 2000 sind Seelsorgerinnen und Seelsorger in Notfällen rund um die Uhr über die Leitstelle der Feuerwehr Hamburg 112 zu erreichen.

 

In ökumenischer Zusammenarbeit bieten die Nordelbische Evangelisch – Lutherische Kirche mit der Römisch - Katholischen Kirche eine ständige Erreichbarkeit von Kirche für alle Bürgerinnen und Bürger der Stadt Hamburg an, unabhängig von ihrer Herkunft, Kultur oder Religionszugehörigkeit.

Jedes Jahr übernehmen an die 100 überwiegend evangelische und auch katholische Seelsorger und Seelsorgerinnen eine Woche Notfallseelsorge - Bereitschaft.

Sie sind mit einem Meldeempfänger (DME) ausgestattet und werden über die Leitstelle der Feuerwehr Hamburg gerufen, wenn Menschen angesichts von Sterben und Tod die Begleitung durch sie wünschen.

Sie werden im Schnitt 4 Mal in der Woche gerufen und fahren zu deutschen und türkischen Familien, zu afghanischen und     polnischen, zu christlichen, islamischen und nicht religiösen Menschen und setzen damit die ständige Erreichbarkeit von Seelsorge um, für all die Bürgerinnen und Bürger in der Stadt Hamburg, die dies für sich in Anspruch nehmen möchten.

Um die Anfahrzeiten gering zu halten, ist Hamburg in zwei Regionen unterteilt worden, in denen je eine Seelsorge – Bereitschaft existiert.

So ist jeweils eine Seelsorge - Erreichbarkeit für die Bereiche westlich und eine weitere für die Bereiche östlich der Alster organisiert. Die Anfahrzeiten liegen üblicherweise zwischen 30 und 45 Minuten.

Zusätzlich besteht ein Hintergrunddienst, der primär für Einsätze im öffentlichen Raum verantwortlich ist.

Um diesen Hintergrunddienst zu gewährleisten ist eine sechs – wöchige Zusatz - Qualifikation erforderlich.

In Hamburg übernimmt in der Regel die Landesfeuerwehrpastorin gemeinsam mit der Pastorin für Notfallseelsorge Hamburg Ost, Margarethe Kohl und der Pastorin für die Notfallseelsorge Hamburg West, Elisabeth Waller oder in Vertretung ein Mitglied (von 12) der Gruppe der Leitenden Seelsorgerinnen und –seelsorger diese Funktion.

Indikationen für eine Alarmierung sind:

  • Begleitung von durch einen schweren Unfall betroffenen Menschen
  • Plötzlicher Tod eines Angehörigen
  • Plötzlicher Tod eines Kindes
  • Begleitung von Angehörigen bei einer versuchten oder auch erfolgten Selbsttötung
  • Begleitung von Angehörigen nach einer frustranen Reanimation
  • Begleitung bei der Überbringung von Todesnachrichten
  • Begleitung von Zeugen eines Unglücks

Aufgaben der Notfallseelsorge im Einsatz können sein:

  • Menschen zu stabilisieren und zu beruhigen
  • das Chaos durch Informationen zu strukturieren
  • den Bezug zu und die Wahrnehmung der Realität möglich zu machen
  • Worte für das Erlebte zu finden, ohne dass es zu einer Retraumatisierung kommt
  • den Abschied von den verstorbenen Angehörigen zu gestalten
  • für die Menschen dazusein: ihrer Emotionalität Raum zu geben,
    soziale Ressourcen zu entdecken und für den Einzelnen zu erschließen

Die sog. „Hilfe für Helfer“ ist in erster Linie durch die Einsatznachsorge in Form von Gesprächsangeboten der Kollegen der Feuerwehr Hamburg gewährleistet. Sie zählt nicht zu den Aufgaben der in Bereitschaft befindlichen Seelsorger und Seelsorgerinnen.

Notfallseelsorge versteht sich als „Erste Hilfe für die Seele“ für Betroffene. Sie ist kein therapeutisches Angebot und ersetzt auch derartige Möglichkeiten nicht. Sie ist aber ereignisnah und bietet den betroffenen Menschen umgehend Hilfe in einer akuten Krisensituation ihres Lebens.

In der Regel geht es bei der Notfallseelsorge um ein einmaliges Angebot. Wenn eine weitergehende Begleitung gewünscht wird, so wird an andere Institutionen, Selbsthilfegruppen usw. verwiesen.

Fort- und Weiterbildung

Die Notfallseelsorge baut auf der seelsorgerlichen und pastoralpsychologischen Ausbildung der Pastorinnen und Pastoren auf.

Darüber hinaus finden nach einem bundesweit einheitlichen Standard auch hier in Hamburg Angebote zur Fort- und Weiterbildung statt.

Sie dienen der Qualifizierung und Weiterentwicklung seelsorgerlicher Begleitung in Notlagen.

Zusammenarbeit mit verschiedenen Institutionen und Einrichtungen

Die Notfallseelsorge arbeitet in den Einsätzen eng mit der Feuerwehr Hamburg und ihrem Rettungsdienst zusammen, mit Selbsthilfegruppen wie den Verwaisten Eltern e.V., mit therapeutischen Einrichtungen wie der Suizidambulanz des Universitätskrankenhauses Eppendorf, wie auch mit Therapeuten und Bestattern, dem Rechtsmedizinischen Institut, der Polizei und dem Kriseninterventionsteam des DRK sowie den christlichen, islamischen und jüdischen Gemeinden vor Ort.

Zusätzlich zu den Pastoralrefenten und den Gemeindepfarrämtern wird innerkirchlich auch eine Vernetzung der verschiedenen Einrichtungen wie dem Beratungs- und Seelsorgezentrum an der Hauptkirche St. Petri, der Polizeiseelsorge und Krankenhausseelsorge, der Flughafenseelsorge und Bahnhofsmission angestrebt.

Ziel ist es, in einem Notfall das bestehende Netz der Seelsorgeangebote für Bürgerinnen und Bürger der Stadt nutzen zu können.

 

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