Rettungskarte hilft Leben retten !
ADAC und Feuerwehr Hamburg setzen gemeinsam auf einheitliche Informationen
Untersuchungen der ADAC-Luftrettung und ADAC-Unfallforschung belegen: je neuer das Fahrzeug, desto länger dauert die Personenrettung bei nach Unfällen erheblich beschädigten Kraftfahrzeugen. Damit gerät die „Goldene Stunde“ immer mehr in Gefahr, die für eine erfolgversprechende Rettung von Unfallopfern maximal zur Verfügung steht.
ADAC Hansa und die Feuerwehrakademie Hamburg haben dies am 14. September 2010 mit einer eindrucksvollen Demonstration zur personengerechten Unfallrettung aus einem stark zerstörten Auto anschaulich belegt. Karosseriestrukturen, Sensorik und Pyrotechnik von Airbags und Gurtstraffern werden immer komplexer. Was gut für die Sicherheit der Insassen ist, wird für Rettungsdienste, welche die Insassen teilweise unter Einsatz schweren Gerätes aus dem Fahrzeug befreien müssen, eine immer größere Hürde.
Unschwer zu erkennen: Dieses Fahrzeug hatte soeben einen Unfall. Die Fahrerin ist in ihrem stark deformierten Fahrzeug eingeklemmt und wartet auf ihre Rettung.
Die Einsatzkräfte haben schon das Rettungsgerät (Schere und Spreitzer) aus dem HLF geholt und abgelegt.
Gleichzeitig wurde das verunfallte Fahrzeug gegen Wegrollen gesichert. Dazu werden Holzkeile und Pallhölzer verwendet.
Der Einsatzleiter hat während der Erkundung der Lage diesen Aufkleber an der Frontscheibe entdeckt. Er weiß nun, dass sich in dem Auto eine Rettungskarte befindet.
Anhand der Informationen auf dieser Rettungskarte ist sehr schnell ersichtlich, an welchen Fahrzeugteilen eine erhöhte Gefahr für die verletzte Person und die Einsatzkräfte besteht. Airbags, Gurtstraffer, Gasdruckdämpfer, usw. sind genau eingezeichnet.
Inzwischen wurde auch die Seitenscheibe abgeklebt. Umherfliegende Glassplitter sollten natürlich vermieden werden. Zusätzlich wurde die verletzte Person durch eine Decke geschützt.
Die Rettungsschere in Aktion.
Auch der Rettungsspreitzer kommt zum Einsatz.
Selbstverständlich wurde sich während der Rettungsarbeiten am PKW schon um die verletzte Person gekümmert. Das passiert zeitgleich.
Nachdem das Dach des PKW vollständig abgetrennt und entfernt wurde, kann nun die verletzte Person sehr schonend und behutsam aus ihrem Fahrzeug befreit werden. Die weitere Versorgung erfolgt dann im Rettungswagen.
Bei Unfällen mit Autos der Baujahre 1990 bis 1992 lag die Rettungszeit in 40 Prozent der Fälle unter 50 Minuten. Bei Pkw der Baujahre 2005 bis 2007 werden in 80 Prozent der Einsätze mehr als 50 Minuten benötigt. Für Verletzte zählt jede Minute, um nach einer Erstversorgung möglichst schnell ins Krankenhaus zu kommen.
Der ADAC fordert daher, dass sämtliche für Rettungsdienste wichtigen Informationen nach einem standardisierten Schema auf einer Rettungskarte im DIN-A4-Format für alle Fahrzeugmodelle mit Airbagausrüstung dargestellt werden müssen. Diese kann an der Sonnenblende auf der Fahrerseite untergebracht werden. Der schnelle Griff der Retter nach dem Datenblatt erspart im Ernstfall kostbare Minuten, die bei schweren Verletzungen die Überlebenschance der Insassen erhöhen.
Der ADAC stellt allen Autofahrern ab sofort das Rettungskarten-Set, bestehend aus Informationsbroschüre, Rettungskarte für den individuellen Fahrzeugtyp und Hinweisaufkleber für die Frontscheibe in seinen Geschäftsstellen in Hamburg, Harburg, Bergedorf und Lüneburg unentgeltlich zur Verfügung.
Eine Vorlage zum Ausdrucken steht ebenfalls unter www.rettungskarte.de zur Verfügung.

Mister Wong
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