Behörde für Inneres und Sport

Sportlich Physischer Eignungstest der Feuerwehr Hamburg

Der neue Test ab Juni 2017

Physischer Eignungstest der Feuerwehr Hamburg

Hier erhalten Sie Informationen über den Ablauf und die Anforderungen beim physischen Eignungstest der Feuerwehr Hamburg.

Denn Sie haben sich bei uns beworben oder wollen sich bewerben:

Was müssen Sie beachten, welche Voraussetzungen mitbringen, was können wir Ihnen bieten? Dass alles finden Sie auf den Seiten unseres Personalauswahlzentrums.

 

Jetzt aber zum physischen Eignungstest:

Dieser Test besteht aus insgesamt neun Stationen, die Sie erfolgreich zu absolvieren haben.
Zu ihrer Information beschreiben wir die Stationen ausführlich und stellen alle Stationen jeweils in einem Video vor.

Nutzen Sie diese Informationen zu Ihrer Vorbereitung auf den zweiten Tag Ihres Auswahlverfahrens.

Neben der Beschreibung des Tests stellen wir Ihnen hier auch ein von der Deutschen Sporthochschule Köln erstelltes Trainingshandbuch zur Vorbereitung auf den Test zur Verfügung.

Ein Video über den gesamten physischen Eignungstest, wie er bei der Feuerwehr Hamburg ab dem 1. Juni 2017 durchgeführt werden wird, finden Sie hier.

Der Ablauf

Wenn Sie zum physischen Eignungstest eingeladen werden, haben Sie dessen erste Station bereits hinter sich: das Leitersteigen findet aus organisatorischen Gründen bei uns bereits am ersten Tag des Auswahlverfahrens statt.
Der physische Eignungstest wird komplett in einer Sporthalle durchgeführt, beginnt mit dem 3000 m-Lauf, an den sich weitere sieben Testaufgaben anschließen, bei denen Sie Ausdauer, Kraft und Koordination zeigen müssen.
Haben Sie alle Testaufgaben erfolgreich absolviert, müssen Sie für eine Einstellung bei der Feuerwehr Hamburg nur noch beim personalärztlichen Dienst Ihre gesundheitliche Eignung unter Beweis stellen.

  

3000 m-Lauf

Testziel

Die Testaufgabe „3000 m-Lauf“ dient der Überprüfung der Grundlagenausdauer.

Testaufgabe

Sie laufen eine Strecke von 3000 m.

Durchführung

Der 3000 m-Lauf wird in einer Sporthalle durchgeführt, in der die Rundenlänge 50 m beträgt.
Es sind also 60 Runden zu absolvieren.

Anforderung

Die Strecke muss in maximal 15 Minuten bewältigt werden.

Fehlerquellen, die bei Wiederholung zum Abbruch führen können:

  • Überschreiten der Startlinie: Sie berühren vor dem Start die Startlinie.
  • Behinderung von Mitläufern: Sie bedrängen einen Mitläufer.
  • Hineintreten in den Innenraum: Sie kürzen die Strecke ab.

Nach erfolgreicher Überprüfung der Ausdauerleistungsfähigkeit findet eine Erholungsphase mit vorbereitenden Beweglichkeits- und Dehnübungen statt, bevor es zur nächsten Station geht.

  

Liegestütze

Testziel

Die Testaufgabe „Liegestütze“ überprüft die lokale dynamische Kraftausdauer der Armstreck- und Brustmuskulatur sowie die Rumpfstabilität.

Testaufgabe

Sie führen gleichmäßig und kontrolliert Liegestütze ohne Unterbrechung in einem Bewegungstempo von 4 s für eine Wiederholung aus.

Durchführung

Sie nehmen eine Liegestützhaltung vorlings mit gestreckten Armen ein. Die Hände sind dabei auf Höhe der Schultergelenke auf dem Boden aufgestützt. Die Körperhaltung ist gestreckt bei geschlossenen Beinen.
Auf Kommando beugen Sie bei gestreckter Körperhaltung die Arme bis der Ellbogenwinkel 90° beträgt (Dauer 2 s).
Anschließend strecken Sie bei gestreckter Körperhaltung die Arme bis der Ellbogenwinkel 180° beträgt (Dauer 2 s). Eine Hohlkreuzhaltung ist zu vermeiden.

Anforderung

Es werden 12 gültige Wiederholungen erwartet.

Fehlerquellen, die bei Wiederholung zum Abbruch führen können:

  • Fehlende Körperstreckung: Liegestütze, bei denen Sie sich im Hohlkreuz hochdrücken, werden nicht gezählt.
  • Unvollständige Armstreckung/-beugung: Liegestütze, bei denen Sie die Arme nicht ausreichend beugen (90°) oder strecken (180°), werden nicht gezählt.
  • Unkontrolliertes Bewegungstempo: Sie bewegen sich zu schnell zwischen den Endpositionen, verharren in den Endposition oder sind zu langsam und können dem Tempo nicht folgen.

Als sofortiges Abbruchkriterium für die Testaufgabe gilt:

  • Ablegen eines Körperteils: Sie legen den Oberkörper oder die Beine/Knie ab.

  

Wechselsprünge

Testziel

Die Testaufgabe „Wechselsprünge“ dient der Überprüfung der Schnellkraftausdauer und der Reaktivkraftfähigkeit der unteren Extremitäten sowie der Ganzkörperkoordination unter Zeitdruck.

Testaufgabe

Sie springen mit beiden Beinen gleichzeitig so schnell wie möglich seitlich über eine 33 cm hohe Stange bzw. Leine innerhalb von 30 s hin und her.

Durchführung

Sie stehen absprungbereit seitlich zur Stange/Leine mit den Beinen hüftbreit auseinander.
Nach dem Startkommando springen Sie mit beiden Beinen gleichzeitig seitlich über die Stange/Leine hin und her ohne diese zu berühren.
Dies wiederholen Sie ohne Unterbrechung und möglichst ohne Zwischensprünge bis der Testleiter den Test nach 30 s beendet.

Anforderung

Erfolgreich sind Sie, wenn Sie innerhalb von 30 Sekunden mindestens 42 gültige Wiederholungen schaffen.

Fehlerquellen, die bei Wiederholung zum Abbruch führen können:

  • Einbeiniger Absprung: Sprünge, bei denen der Absprung einbeinig erfolgt, werden nicht gezählt.
  • Frontaler Wechselsprung: Sprünge, bei denen die Stange/Leine nicht seitlich übersprungen wird, werden nicht gezählt.
  • Berühren der Leine

  

Beugehang

Testziel

Die Testaufgabe „Beugehang“ dient der Überprüfung der lokalen statischen Kraftausdauer der Armbeuge- und Handmuskulatur.

Testaufgabe

Sie hängen frei mit gebeugten Armen im Kammgriff an einer Stange, so dass das Kinn ohne Berührung über der Stange verbleibt.

Durchführung

Sie greifen schulterbreit im Kammgriff an die Klimmzugstange. Dann nehmen Sie die Ausgangsposition mit gebeugten Armen ein, so dass das Kinn oberhalb der Klimmzugstange gehalten werden kann. Das Einnehmen der Ausgangsposition erfolgt ohne freihängende Klimmzugbewegung direkt mit einer Aufstiegshilfe.

Die Zeitmessung beginnt, sobald Sie die Beugehangposition erreicht haben, in der Sie bei ruhiger Körperhaltung verharren.

Anforderung

Sie sollen diese Position 45 s ruhig halten, ohne das Kinn abzusenken oder abzulegen und ohne mit den Beinen zu strampeln.

Fehlerquellen, die bei Wiederholung zum Abbruch führen können:

  • Unruhige Körperhaltung: Sie fangen aufgrund nachlassender Kräfte an mit den Beinen zu strampeln oder zu schwingen, um das Kinn oberhalb der Stange zu halten. Die Verletzungsgefahr nimmt zu und die korrekte Testposition ist nicht mehr eindeutig erkennbar.
  • Griffhaltung weiter oder enger als schulterbreit: Sie sind in einer abweichenden Ausgangsposition gestartet oder verändern sie durch das Nachgreifen der Hände. Es werden andere muskuläre Anteile in die Testaufgabe einbezogen.
  • Ablegen des Kinns auf der Klimmzugstange: Sie versuchen bei nachlassenden Kräften eine Entlastung zu finden, indem Sie das Kinn aufstützen.

Als sofortiges Abbruchkriterium für die Testaufgabe gilt:

  • Verlassen der gültigen Halteposition: Sie rutschen mit der Kinnspitze unter die Klimmzugstange.
  • Wechsel der Griffhaltung: Sie greifen in den Ristgriff um.

  

Seitlicher Medizinballwurf

Testziel

Die Testaufgabe „seitlicher Medizinballwurf“ überprüft die Schnellkraft und die Koordination der Bein-, Rumpf- und Armmuskelkette.

Testaufgabe

Sie werfen in einem Wertungsdurchgang pro Seite einen 4 kg Medizinball möglichst weit aus aufeinander abgestimmter Beinstreckung, Rumpfrotation und seitlich geführter Wurfbewegung nach vorn.

Durchführung

Sie stehen seitlich zur Abwurflinie und greifen den Medizinball mit beiden Händen. Sie nehmen eine deutliche Kniebeugeposition (100-120° innerer Kniewinkel) ein. Sie rotieren den Oberkörper in gestreckter Haltung leicht entgegengesetzt zur Wurfrichtung, so dass der Medizinball mit gestreckten Armen seitlich außen neben dem Knie gehalten werden kann. Aus einer aufeinander abgestimmten Beinstreckung, Rumpfrotation und seitlich geführten Wurfbewegung wird der Medizinball soweit wie möglich nach vorn geworfen. Ein weiteres Schwungholen durch starke Oberkörperrotation oder starkes Vorbeugen im Oberkörper ist untersagt.

Anforderung

Die Weite von mindestens 7,50 m innerhalb eines 4 m breiten Korridors ist für beide Wurfseiten zu erreichen.

Fehlerquellen, die bei Wiederholung zum Abbruch führen können:

  • Übertreten der Abwurflinie: Würfe, bei denen Sie vor, während oder nach der Wurfbewegung über die Linie treten, werden nicht gezählt.
  • Einhändiger Abwurf: Würfe, bei denen Sie den Kontakt mit einer Hand zum Ball verlieren und der Abwurf einhändig erfolgt, werden nicht gezählt.
  • Störungen in der Wurfabfolge: Würfe, bei denen Sie die Bein- und Oberkörperstreckung nicht zur Wurfbewegung abstimmen, werden nicht gewertet.

Als sofortiges Abbruchkriterium gilt für die Testaufgabe:

  • Mangelnde Koordinationsfähigkeit: Sie können die Wurfbewegung ausschließlich aus einer Rumpfrotation ohne Beinstreckung durchführen.

  

Closed Kinetic Chain Upper Extremity (CKCU)-Test

Testziel

Die Testaufgabe „Closed Kinetic Chain Upper Extremity (CKCU)-Test“ überprüft die Schnellkraftausdauer der Arm-, Schulter- und Brustmuskulatur, die dynamische Rumpfstabilität sowie die Armkoordination unter Zeitdruck.

Testaufgabe

Sie greifen aus dem Stütz innerhalb von 15 s mit den Händen aus einer 90 cm breiten Markierungszone möglichst oft wechselseitig über.

Durchführung

Sie nehmen eine Liegestützhaltung vorlings mit gestreckten Armen ein. Die Hände sind dabei auf Höhe der Schultergelenke innen an den Markierungen (90 cm) auf dem Boden platziert. Die Körperhaltung ist gestreckt bei geschlossenen Beinen. Auf ein Startsignal greifen Sie schnellstmöglich, wechselseitig mit den Fingerspitzen seitlich über die Markierungen, wobei die Stützhand neben der jeweiligen Markierung platziert ist. Die Körperhaltung verbleibt gestreckt mit geschlossenen Beinen. Eine Hohlkreuzhaltung oder das Anheben des Beckens ist zu vermeiden.

Anforderung

Es werden 23 gültige Übergriffe innerhalb von 15 Sekunden erwartet.

Fehlerquellen, die bei Wiederholung zum Abbruch führen können:

  • Fehlende Körperstreckung: Übergriffe, bei denen Sie ins Hohlkreuz fallen, das Becken anheben oder die Beine auseinandernehmen, werden nicht gezählt.
  • Unvollständiges Übergreifen: Übergriffe, bei denen Sie mit den Fingern die Markierung berühren oder mit der ganzen Hand aufsetzen, werden nicht gezählt.
  • Mittiges Platzieren der Stützhand: Übergriffe, bei denen Sie die jeweilige Stützhand mittig unterhalb des Körpers statt seitlich an den Markierungen platzieren, werden nicht gezählt.

Als sofortiges Abbruchkriterium für die Testaufgabe gilt:

  • Ablegen eines Körperteils: Sie legen den Oberkörper oder die Beine/Knie ab.

  

Kasten-Bumerang-Test

Testziel

Die Testaufgabe „Kasten-Bumerang-Test“ überprüft die Ganzkörperkoordination innerhalb einer komplexen Bewegungsaufgabe.

Testaufgabe

Sie durchlaufen nach einer Rolle vorwärts schnellstmöglich nach einem festgelegten Laufweg den Parcours aus drei Kastenteilen, die einerseits übersprungen und andererseits durchkrochen werden müssen.

Durchführung vergrößern Grafik Kasten Bumerang Test (Bild: Feuerwehr Hamburg)

Sie stehen in Schrittstellung vor der Mattenkante, die als Start-/Ziellinie fungiert.
Nach dem Startsignal beginnen Sie mit einer Rolle vorwärts über die Matte den Parcours.
Sie laufen zum Kastenteil 1, indem Sie das Hütchen rechts umlaufen. Sie überspringen das Kastenteil 1 und durchkriechen es in Richtung des Hütchens. In der Folge umlaufen Sie jeweils rechts das Hütchen auf dem Weg zu den Kastenteilen 2 und 3, die Sie ebenfalls überspringen und durchkriechen.
Nach Kastenteil 3 umlaufen Sie das Hütchen wieder rechts und laufen auf der rechten Seite der Matte bis hinter die Start-/Ziellinie.

Anforderung

Der ganze Parcours ist innerhalb von maximal 19 s zu durchlaufen.

Fehlerquellen, die bei Wiederholung zum Abbruch führen können:

  • Sie stützen sich auf einem Kastenteil ab.

Als sofortiges Abbruchkriterium für die Testaufgabe gilt:

  • Falscher Laufweg: Sie halten sich nicht an den vorgegebenen Laufweg (immer rechts um das Hütchen laufen, Kastenteil 1, dann 2, dann 3 anlaufen, das jeweilige Kastenteil erst überspringen und dann durchkriechen).

  

Personenrettung

Testziel

Die Testaufgabe „Personenrettung“ dient der Überprüfung einer berufsspezifischen Ganzkörperbelastung zur Kraftausdauer des Ober- und Unterkörpers, der Handkraft sowie der anaeroben Ausdauer.

Testaufgabe

Sie ziehen rückwärtig einen 75 kg schweren Dummy innerhalb von drei Runden insgesamt 66 m um zwei Pylonen herum (Pylonenabstand 11 m).

Durchführung

Der Dummy liegt mit dem Kopf in Zugrichtung vor der Start-/Ziellinie.
Sie greifen den Dummy an den Schulterriemen, so dass der Oberkörper des Dummys vom Boden abhebt, die Beine jedoch noch vollständig aufliegen. Sie nehmen mit angehobenem Dummy eine aktionsbereite Startposition an der Startlinie mit dem Rücken zur Laufstrecke ein.
Nach dem Startsignal beginnen Sie den Dummy schnellstmöglich, aber dennoch kontrolliert, rückwärtig über den Boden zu ziehen. Eine Grifferneuerung am Schulterriemen des Dummys ist erlaubt.
Die Pylonen signalisieren für Sie die jeweiligen Wendemarkierungen, um die Sie den Dummy herumziehen. Insgesamt wird der Dummy drei Runden um die Pylonen gezogen. Die Laufrichtung verbleibt immer rückwärtig.

Anforderung

Die Strecke von 66 m ist innerhalb von 60 s zu bewältigen.

Fehlerquellen, die bei Wiederholung zum Abbruch führen können:

  • Zu hohes oder zu niedriges Anheben des Dummys: Sie heben entweder den Dummy zu hoch, so dass die Beine nicht mehr vollständig auf dem Boden aufliegen, oder zu niedrig an, so dass der Rücken des Dummys noch über den Boden schleift.
  • Einhändiges Ziehen/ Falsche Griffhaltung am Dummy: Sie lösen eine Hand von den Schulterriemen oder heben den Dummy an einer anderen Stelle an.
  • Seitliches Ziehen: Sie ziehen den Dummy in einer seitlichen Laufhaltung.

Als sofortiges Abbruchkriterium für die Testaufgabe gilt:

  • Ablegen des Dummy: Sie legen den Dummy vollständig ab, stützen oder ruhen sich auf dem Dummy aus.
  • Hinfallen: Sie kommen ins Straucheln und fallen hin.
  • Berühren einer Pylone: Sie berühren bei einer Wende selbst oder mit dem Dummy die Wendemarkierung (Pylone).

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