Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration

Hilfe in der Not Betreuung und Beratung

Die Hilfsbereitschaft Hamburgs zeigt sich nicht nur durch das vielseitige ehrenamtliche Engagement seiner Bürgerinnen und Bürger, sondern auch im öffentlichen Angebot an Leistungen und Hilfsprojekten.

Betreuung und Beratung Flüchtlinge Zuwanderer Unterbringung Hamburg

Betreuung von Kindern und Jugendlichen

vergrößern Zwei Frauen im Gespräch (Bild: © woodapple - Fotolia.com) In einigen Wohnunterkünften gibt es sogenannte „Halboffene Betreuungsangebote“. Diese Betreuung soll drei- bis sechsjährigen Kindern einen Ausgleich für die teilweise beengten Wohnverhältnisse bieten und Eltern die Möglichkeit einräumen, Behördengänge oder Einkäufe zu erledigen sowie an Sprach- und Integrationskursen teilzunehmen.

Die Kinderbetreuung wird an Werktagen bis zu vier Stunden kostenfrei in den Räumen der jeweiligen Wohnunterkunft angeboten. Dieses Angebot ist eine zusätzliche Leistung der Stadt Hamburg. Für die reguläre Kita-Betreuung von Kindern, die in einer öffentlichen Unterkunft leben, trägt die Stadt ebenfalls die Kosten.

Auch Kinder ohne gesicherten Aufenthaltsstatus ab dem vollendeten ersten Lebensjahr, deren Eltern sich nicht legal in Hamburg aufhalten, können seit Februar 2013 eine täglich bis zu fünfstündige Betreuung in einer Kita inklusive eines Mittagessens erhalten. Die betreffenden Familien können sich über das Flüchtlingszentrum Hamburg beraten lassen, das sie bis zur Aufnahme in einer Kita begleitet.

Für dieses zusätzliche Angebot übernimmt die Stadt die Kosten. Nach Auffassung des Hamburger Senats benötigen insbesondere Kinder einen frühen Zugang zu Bildung, damit sie die deutsche Sprache erwerben und sich darüber schneller integrieren können.

Bildung und Ausbildung

Flüchtlingskinder und –jugendliche sind schulpflichtig. In den Erstaufnahme-Einrichtungen erfolgt die Beschulung vor Ort. Mit dem Übergang in eine Einrichtung der öffentlichen Unterbringung gehen die Schüler/innen in reguläre Schulen über.

Wenn die Deutschkenntnisse nicht ausreichen, werden sie ab der Jahrgangsstufe 3 in einer Internationalen Vorbereitungsklasse oder einer Alphabetisierungsklasse auf die Integration in die Regelklassen der allgemeinbildenden Schulen oder direkt auf den Schulabschluss vorbereitet. Gab es im Februar 2012 noch 71 solcher Klassen, waren es im Februar 2014 bereits 113 Klassen mit insgesamt 1.356 Schüler/innen.

Die steigenden Zuwanderungszahlen bedingen eine Ausweitung des bestehenden Raumangebots und die zur Verfügung stehende Zahl an Lehrkräften. Hinzu kommen die Mittagsverpflegung, die Unterrichtsmittel, die Schülerbeförderung und die teilweise Ganztagsbetreuung.

Neu zugewanderte Jugendliche vor Vollendung des 18. Lebensjahres haben ein Zugang zu berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahmen des Hamburger Instituts für Berufliche Bildung (HIBB). Hierbei steht nicht nur der Erwerb der deutschen Sprache im Vordergrund, sondern auch das Erreichen eines Schulabschlusses, der zur Aufnahme einer dualen Berufsausbildung qualifiziert. Gab es im Schuljahr 2012/13 noch 840 Jugendliche, werden es in der derzeitigen Prognose bis zu 1.400 Jugendliche werden. 

Flüchtlinge mit einer Aufenthaltsgestattung oder mit einer mindestens sechsmonatigen Duldung können als Gäste an Integrationskursen der Volkshochschule Hamburg mit bis zu 300 Unterrichtsstunden teilnehmen. Darüber hinaus werden in Hamburg so genannte themenbezogene Integrationskurse für neu zugewanderte Flüchtlinge angeboten, die zwar noch keine Gestattung oder Duldung haben, aber eine über drei Monate hinausgehende Bleibeperspektive haben. 

Hamburg stellt auch für Kinder und Jugendliche, die keinen gesetzlichen Anspruch auf Leistungen aus dem Bildungs- und Teilhabepaket haben, die Teilhabe sicher und gewährt freiwillig Leistungen. Hierunter fallen zum Beispiel Ausflüge mit Schule und Kita, Beiträge für Freizeitaktivitäten oder Lernförderung.

Mit dem Projekt Chancen am FLUCHTort Hamburg soll zudem die Beschäftigungsfähigkeit von erwachsenen und jugendlichen Flüchtlingen und Asylsuchenden verbessert, ihre Vermittlung in Qualifizierung, Arbeit und Ausbildung gestärkt sowie die gesellschaftlichen Partizipationsmöglichkeiten erhöht werden. Das Projekt wird vom Europäischen Sozialfonds (ESF) kofinanziert.

Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge

Minderjährige Flüchtlinge, die ohne Begleitung ihrer Eltern in Hamburg ankommen, sind besonders schutzbedürftig. Der Kinder- und Jugendnotdienst des Landesbetriebes Erziehung und Beratung (LEB) nimmt die unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge zunächst auf und kümmert sich um eine Anschlussperspektive, die möglichst auf die individuellen Bedürfnisse des Minderjährigen zugeschnitten sind.

Der LEB hilft bei der Organisation des Alltags, dem Schulbesuch und der Klärung des ausländerrechtlichen Status’.

Auch eine psychologische Beratung ist möglich. Nach der drei- bis fünfmonatigen Erstversorgung erhalten die meisten minderjährigen unbegleiteten Flüchtlinge eine Hilfe zur Erziehung und leben in einer Jugendhilfeeinrichtung. 

Hilfen zur Gesundheit

Seit 2012 gibt es beim Flüchtlingszentrum Hamburg die „Clearingstelle Gesundheitsversorgung Ausländer“. Hier können sich auch Ausländer mit ungesichertem Aufenthaltsstatus individuell über die Möglichkeiten zur Absicherung im Krankheitsfall beraten lassen. Die Clearingstelle wird hierbei durch die Innenbehörde, die Gesundheitsbehörde und die Sozialbehörde über sog. „Hotlines“ unterstützt, wobei Fälle in anonymisierter Form mit den Behörden besprochen werden können.

Sofern durch die Beratung keine Integration in die Regelversorgungssysteme erfolgen kann, können auch Behandlungskosten aus einem speziell eingerichteten Notfallfonds übernommen werden. Dieser Notfallfonds wurde 2012 mit 200.000 Euro ausgestattet. Er wird in den Jahren 2015/16 nach einem Beschluss der Bürgerschaft mit jeweils 250.000 Euro aufgefüllt. Das als Modellprojekt gestartete Verfahren wird somit verstetigt.

Weitere Informationen finden Sie in unserer Rubrik "Gesundheitsversorgung für Flüchtlinge".

Flüchtlinge und Verbraucherschutz

Die Verbraucherzentrale Hamburg gibt Flüchtlingen, Betreuern und ehrenamtlichen Helfern Antworten auf die wichtigsten Fragen zum Verbraucherschutz sowie praktische Tipps für den Alltag.

Fragen zum Verbraucherschutz für Flüchtlinge können sie unter der E-Mail-Adresse refugees@vzhh.de an die Verbraucherzentrale richten.

Beratungsangebote und ehrenamtliches Engagement

Ein umfangreiches Beratungsangebot, insbesondere für Flüchtlinge aus Kriegsgebieten, bietet das Flüchtlingszentrum Hamburg an. 

Möchten auch Sie sich für Flüchtlinge engagieren? Hier finden Sie mehr Informationen zum Engagement für Flüchtlinge.